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TaiwanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Taiwan steht die Kultur ungebrochener in der Tradition Chinas als in der Volksrepublik mit ihren revolutionären Umbrüchen (siehe chinesische Kunst und Architektur; chinesische Literatur; chinesische Musik). Berühmt sind vor allem die Aufführungen von Pekingopern. Reiche Kunstschätze aus vier Jahrtausenden besitzt das National Palace Museum (Nationales Palastmuseum) in Taipeh. Auf dem Drachenberg in Taipeh steht der um 1740 erbaute Longshan-Tempel, der im 2. Weltkrieg zerstört und 1950 rekonstruiert wurde. Neben der chinesischen Kultur ist auch jene der polynesisch-malaiischen Ureinwohner lebendig.
In Taiwan erscheinen 31 Tageszeitungen und viele Zeitschriften. Zu den führenden Tageszeitungen zählen Central Daily News, China Times und United Daily News, die alle in Taipeh herausgegeben werden, sowie Taiwan Shin Wen Daily News, in Kaohsiung publiziert, und Taiwan Daily News in Taichung.
Taiwan ist eine Republik mit Zügen eines Präsidialsystems. Es gilt die noch auf dem chinesischen Festland verkündete Verfassung von 1947, die in der Folgezeit jedoch mehrmals und zum Teil tief greifend geändert wurde. Sie beruht auf dem Prinzip der Gewaltenteilung, und zwar – abweichend von dem westlichen demokratischen System – der Teilung in fünf Gewalten: Exekutive, Legislative, Judikative, Prüfung und Kontrolle, die von je einem Yüan (Staatsrat) ausgeübt werden. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der seit 1996 direkt vom Volk gewählt wird, und zwar jeweils für eine Amtszeit von vier Jahren.
Das oberste Exekutivorgan ist der Exekutiv-Yüan mit dem Ministerpräsidenten an seiner Spitze. Der Ministerpräsident wird im Einvernehmen mit dem Legislativ-Yüan vom Präsidenten ernannt.
Die Legislative liegt beim Legislativ-Yüan (dem Parlament), dem laut der Verfassungsänderung von 2005 113 (statt 225 seit 1998 bzw. 164 vor 1998) für vier Jahre (zuvor für drei Jahre) gewählte Mitglieder angehören. Ein weiteres wesentliches Legislativorgan war die Nationalversammlung mit 334 für jeweils vier Jahre gewählten Abgeordneten. Ihre Hauptaufgabe war die Wahl des Staatspräsidenten (bis zur Direktwahl des Präsidenten durch das Volk ab 1996) sowie die Verabschiedung von Verfassungsänderungen. Mit der Verfassungsänderung von 2005, durch die die Abstimmung über Verfassungsänderungen dem Volk übertragen und somit der Nationalversammlung die letzte Kompetenz entzogen wurde, schaffte sich die Nationalversammlung selbst ab.
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