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Windows Live® Suchergebnisse MainzEnzyklopädieartikel
Mainz, Hauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, am linken Rheinufer, gegenüber der Mündung des Mains. Die kreisfreie Stadt ist u. a. Bischofssitz sowie Sitz der Landesregierung und des Landtages, der Landeszentralbank von Rheinland-Pfalz und des Landessozialgerichts. Das Zweite Deutsche Fernsehen, SAT 1 und der Südwestfunk (Landesstudio Rheinland-Pfalz) haben in der Stadt ihren Verwaltungssitz und ihre Sendeanstalten. Mainz ist neben Köln eine der Hochburgen des rheinischen Karnevals. Chemische und feinmechanische Industrie, Maschinenbau, Nahrungs- und Genussmittelverarbeitung (u. a. in Wein- und Sektkellereien) und das Druckgewerbe haben sich in der Stadt niedergelassen. Mainz beheimatet zahlreiche Bildungseinrichtungen: Unter anderem sind dies die 1476 eröffnete Johannes-Gutenberg-Universität, mehrere Fachhochschulen, zwei Max-Planck-Institute (für Chemie und Polymerforschung) und ein Priesterseminar. Auch das kulturelle Angebot der Stadt ist sehr umfangreich: das Gutenberg-Museum der Stadt Mainz zur Geschichte des Buchdruckes, das Römisch-Germanische Zentralmuseum und das Landesmuseum Mainz sind nur eine kleine Auswahl der breit gefächerten Angebotspalette. Mainz wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Viele Gebäude wurden jedoch originalgetreu wieder aufgebaut. Das Bild der Altstadt bestimmen Leichhof, Kirschgarten und Augustinerstraße. Eines der bemerkenswertesten Bauwerke der Stadt ist der romanische Dom Sankt Martin und Stephan, einer der drei rheinischen Kaiserdome (neben Worms und Speyer). Die Pfeilerbasilika mit ihren beiden hohen Vierungstürmen stammt größtenteils aus dem frühen 11. Jahrhundert und enthält Skulpturen des so genannten Naumburger Meisters, einem Bildhauer des 13. Jahrhunderts. Zu den gotischen Kirchenbauten gehören die Hallenkirche Sankt Quintin, die Karmeliterkirche und die Hallenkirche Sankt Stephan. Ihr Chor ist ausgestattet mit Glasfenstern von Marc Chagall, die zwischen 1976 und 1979 eingebaut wurden. Sankt Peter, Sankt Ignaz und die Augustinerkirche sind Zeugnisse des Barock. Auch die Renaissance hat in Mainz ihre Spuren hinterlassen. Aus dieser Zeit stammen z. B. der alte Marktbrunnen (1526), das Kurfürstliche Schloss, in dem heute das Römisch-Germanische Zentralmuseum untergebracht ist, sowie zahlreiche Adelspaläste. Im Deutschhaus an der Rheinfront tritt heute der rheinland-pfälzische Landtag zusammen. Ebenfalls am Rhein liegen das Neue Zeughaus (1738-1740), der Eiserne Turm (13. Jahrhundert) und das Rathaus. Die heutige Stadt geht auf eine Kultstätte des keltischen Gottes Mogon (Mogontius) zurück, die den römischen Namen Mogontiacum trug. Im 1. Jahrhundert v. Chr. entstand hier ein römisches Militärlager, um das sich eine Siedlung entwickelte. Ende des 3. Jahrhunderts wurde die befestigte Siedlung erstmals als „civitas” erwähnt, und um 300 wurde sie Hauptstadt der Provinz Germania Prima. Die Gründung des Erzbistums Mainz geht auf das Jahr 745 n. Chr. zurück. Erster amtierender Erzbischof war der englische Missionar Bonifatius. Unter den Bischöfen von Mainz erlebte die Stadt eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Ihre Handelsbeziehungen reichten bis in den Orient. Nachdem Erzbischof Adolf II. die Stadt 1462 erobert hatte, verlor sie ihre Stadtfreiheit. Die Festungsanlagen wurden in den folgenden Jahrhunderten ständig verbessert. 1792/93 stand Mainz unter der Herrschaft Frankreichs. Während dieser Zeit wurde hier der erste deutsche Freistaat, die so genannte Mainzer Republik, ausgerufen. Mainz war zwischen 1801 und 1814 Hauptstadt des französischen Departements Donnersberg. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 186 000.
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