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Cyrano de Bergerac

Enzyklopädieartikel

Cyrano de Bergerac, eigentlich Hector-Savinien de Cyrano, (1619-1655), französischer Schriftsteller. Er war ein Wegbereiter der französischen Aufklärung. Bekannt wurde er durch seine phantastischen Abenteuerromane.

Cyrano de Bergerac wurde am 6. März 1619 in Paris geboren. Seine Soldatenlaufbahn musste er aufgrund einer schweren Kriegsverwundung aufgeben. Nach der Tragödie La mort d’Agrippine (1654) wandte er sich mit Le pédant joué (1654; Der getäuschte Pedant), einem burlesken Spottlied auf die Sitten, Anschauungen und Prahlereien seiner Zeitgenossen, der satirischen Komödie zu. Le pédant joué war innerhalb der französischen Literatur vor allem Molière ein Vorbild. Cyrano de Bergeracs berühmteste Werke aber sind die Romane L’Histoire comique des états et empires de la lune (1656) und L’Histoire comique des états et empires du soleil (1662), die in deutscher Übersetzung zusammen unter dem Titel Mondstaaten und Sonnenreiche erschienen. Diese Utopien über eine Reise zum Mond und zur Sonne boten dem Freigeist den Rahmen zu weitläufigen philosophischen Erörterungen sowie zur Kritik an Autoritäten und religiösen Dogmen. Heute gelten sie gemeinhin als bedeutendster Beitrag zur utopisch-phantastischen Literatur des Barock. Cyrano de Bergerac starb am 28. Juni 1655 in Paris.

In Edmond Rostands Versdrama Cyrano de Bergerac (1897) erscheint der französische Schriftsteller als romantisch verklärter Held mit großer Nase, der seinem unsympathischen und tölpelhaften Rivalen um die Gunst der Angebeteten als gewitzter und origineller Briefeschreiber zur Seite steht, da er sich ob seiner Hässlichkeit nicht selbst zu werben traut. 1963 ließ Abel Gance im Kinofilm Cyrano und D’Artagnan (mit José Ferrer, Daliah Lavi und Philippe Noiret) Bergerac an der Seite der drei Musketiere kämpfen. Die Literaturverfilmung von Rostands Drama mit einem grandiosen Gérard Depardieu in der Titelrolle kam 1990 unter der Regie von Jean-Paul Rappeneau in die Kinos.

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