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Erich von Stroheim

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Erich von StroheimErich von Stroheim

Erich von Stroheim, eigentlich Erich Oswald Stroheim, (1885-1957), österreichisch-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Seine aufwendig inszenierten Melodramen wie Greed (1924; Gier) oder The Merry Widow (1925; Die lustige Witwe) zählen zu den Meisterwerken der Filmgeschichte.

Stroheim wurde am 22. September 1885 als Sohn eines Hutfabrikanten in Wien geboren. Er besuchte die dortige Militärakademie und ging verschiedensten Beschäftigungen nach, bevor er etwa 1906 in die USA auswanderte. 1926 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Seine Karriere als Filmschauspieler begann mit dem Monumentalepos Intolerance (1916; Intoleranz – Die Tragödie der Menschheit) von D. W. Griffith, bei dem er auch Regieassistent war. Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges spielte er häufig stereotype preußische Militärchargen, auf die er zukünftig ein wenig einseitig festgelegt wurde. In Blind Husbands (1919; Blinde Ehemänner) spielte Stroheim die Hauptrolle und war erstmals auch für Drehbuch und Regie verantwortlich. In der Folge realisierte er bemerkenswerte Melodramen wie The Devil’s Passkey (1920; Der Passepartout des Teufels) und Foolish Wives (1921; Närrische Weiber). Da Stroheim eine detailgenaue Ausstattung für die Atmosphäre seiner Filme für wichtig erachtete, überschritt er immer wieder das Budget. Es kam zum Konflikt mit seiner Produktionsfirma Universal, die seine Filme drastisch kürzte und ihn schließlich entließ.

Es folgten weitere Meisterwerke für Metro-Goldwyn-Mayer: The Merry Widow (1925; Die lustige Witwe), The Wedding March (1928; Der Hochzeitsmarsch) und die monumentale Parabel Greed (1924; Gier). Die zehnstündige Originalfassung wurde im Studio auf weniger als zwei Stunden gekürzt, doch auch in dieser Version blieb sie ein Musterbeispiel für Stroheims detaillierten, psychologisch differenzierten Regiestil. 1928 drehte er Queen Kelly, mit Gloria Swanson, einem der großen weiblichen Stars der Stummfilmzeit, die auch als Produzentin für das Projekt verantwortlich war. Nachdem Stroheim auch hier auf einer opulenten Ausstattung bestand und das Budget überschritt, wurde er entlassen, nachdem die Hälfte des Films abgedreht war. Damit war das Ende seiner Karriere als Regisseur eingeleitet. Mit Hello, Sister/Walking Down Broadway (1933; Hallo, Schwester) realisierte er noch einen Tonfilm. Doch nachdem auch bei diesem Werk Änderungen durch die Produktionsfirma vorgenommen worden waren, ließ er seinen Namen aus dem Vorspann tilgen.

In der Folge war Stroheim als Drehbuchautor tätig, alle Versuche, ins Regiefach zurückzukehren, scheiterten. Daraufhin übersiedelt er nach Frankreich. Ab Ende der dreißiger Jahre wirkte er als hochkarätiger Darsteller in zahlreichen Tonfilmen mit, darunter in Meisterwerken wie La grande illusion (1937; Die große Illusion) von Jean Renoir sowie Billy Wilders Five Graves to Cairo (1943; Fünf Gräber bis Kairo) als General Rommel und Sunset Boulevard (1950; Boulevard der Dämmerung) als ehemaliger Stummfilmregisseur an der Seite von William Holden, Gloria Swanson und Buster Keaton. Erich von Stroheim starb am 12. Mai 1957 auf Schloss Maurepas bei Paris.

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