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Islamische Kunst und Architektur

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Persische MiniaturmalereiPersische Miniaturmalerei
Artikelgliederung
4.1. 5

Iwan

In den abbasidischen Moscheen des Irak wurde ein Iwan, ein offener, gewölbter, zweistöckiger Wandelgang an jeder Seite der Arkaden angebracht, die den Hof umgeben. Der Iwan stammt aus der sassanidischen Architektur des Iran.

4.1. 6

Spitzbögen

Obwohl der runde, hufeisenförmige Bogen eine charakteristische Form der islamischen Architektur ist, vor allem in den frühen Beispielen, war daneben auch der Spitzbogen bekannt. Dieser ist wahrscheinlich syrischen Ursprungs, wurde von den Omaijaden übernommen und war auch ein Kennzeichen der abbasidischen Moscheen.

4.1. 7

Mimbar und Maksura

Der erste bekannte Gebrauch eines Mimbar (Predigtstuhl) ist aus der Moschee von Medina bekannt. Ursprünglich wurde er als Sitz genutzt, entwickelte sich aber bald zur Predigtkanzel. Ein weiterer Innenbau, der für einige Moscheen charakteristisch ist, ist die Maksura (Stellwand), die um die Mihrab (Gebetsnische) gestellt wurde, um die Prediger während des Gottesdienstes zu schützen.

4.2

Medresen

Unter den Abbasiden entstand im Osten des Iran eine neue Gebäudeart, die Medrese (Lehrgebäude). Dieser Bautyp, der auf sassanidischer Architektur basiert, wurde zu einer neuen Art Moschee weiterentwickelt, die sich in viele Länder verbreitete. Die Medrese und die Medresenmoschee hatten Iwans (Wandelgänge) an vier Seiten, die durch zweistöckige Arkaden verbunden waren. In der Medrese führten diese Arkaden zu Schlafräumen. Die Freitagsmoschee (Gattungsbegriff für Moscheen, die vielen Menschen gleichzeitig Platz bieten) in Isfahan im Iran (11. Jahrhundert) ist ein frühes Beispiel für die Medresenmoschee. In dieser Moschee, wie auch in Grabbauten jener Zeit, wurde das Mukarna, ein Schmuckglied aus Holz oder Stein, das stereometrische Formen verbindet (Stalaktitgewölbe), entwickelt. Dieser typisch islamische Schmuckstil besteht aus einer Wabe von Nischen mit kleinen Vorsprüngen, die in ein gewölbtes Dach oder eine Kuppel gesetzt ist.

Spätere Medresenmoscheen, die beide in Isfahan stehen und aus dem 17. Jahrhundert stammen, sind die Schahmoschee mit ihrer hohen, zugespitzten, geneigten Kuppel hinter dem Hauptiwan und seinen gefliesten Innenwänden und Stalaktiten sowie die Lotfollah-Moschee mit einer gefliesten Kuppel.

4.3

Weltliche Architektur

Zur Zeit der Omaijaden und der frühen Abbasiden bauten die Prinzen der Kalifenfamilien Paläste in Syrien und im Irak. Einige wurden mit Jagdgehegen und überkuppelten Bädern umgeben, die sich aus der spätrömischen Architektur entwickelt hatten. Die Omaijadenpaläste waren mit Mosaiken, Wandgemälden und Stuckarbeiten verziert, die Hofstaat, Tiere und den Kalifen selbst darstellten. Ein Großteil dieser Malerei entwickelte sich aus der sassanidischen Kunst.

Unter den Abbasiden wurde in der Wüste bei Bagdad die Verwaltungsstadt Samarra gegründet, aber niemals fertig gestellt. Innerhalb von Samarra gab es ein riesiges, von Mauern umgebenes Gebäude, das 175 Hektar groß war, viele Gärten enthielt und in sich eine Stadt darstellte. Es gab dort Verwaltungsbauten, eine Moschee, Bäder und Wohnquartiere. Einige der Regierungsgebäude besaßen figürliche Darstellungen, doch die kunstvollste Verzierung war ein mit geometrischen Mustern beschnitzter Verputz, der sich an türkische und zentralasiatische Motive anlehnte. Geplante Städte wie Samarra und Fustat (bei Kairo, durch Ausgrabungen bekannt) hatten funktionierende Aquädukte und Abwassersysteme. Alle Häuser waren mit Bädern und Toiletten ausgestattet.

Ein weiteres abassidisches Bauprojekt war die Errichtung der Runden Stadt (762), deren Überreste unter dem heutigen Bagdad liegen. Die Runde Stadt bestand aus einer Reihe konzentrischer Ringe, in deren Mitte der Palast des Kalifen und die Moscheen lagen. Dieser Stadtentwurf hatte seinen Ursprung im sassanidischen Iran.

Als Palast dienende Gebäudekomplexe, die denen von Samarra gleichen, wurden später in Kairo, in Spanien, in Nordafrika und in Istanbul errichtet, wo die Osmanen 1454 mit dem Bau des Topkapı-Palastes (heute Topkapı-Palastmuseum) begannen. Diese Tradition setzte sich auch mit dem Bau der Alhambra im 14. Jahrhundert fort.

Die letzten großen islamischen Baumeister im Iran waren die Safawiden, die Brücken und Paläste bauten. Auch eine Kunstgalerie, die Schah Abbas I. für seine Porzellansammlung errichten ließ, gehörte zum Palast.

Die Karawansereien (Rasthäuser; türkisch han) waren eine Entwicklung, die typisch für die Seldschuken war. Karawansereien entlang der Karawanenstraßen hatten Säle mit Gängen und einen Hof für die Tiere.

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