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Nicolai Hartmann

Enzyklopädieartikel

Nicolai Hartmann (1882-1950), Philosoph. Er war ein bedeutender Vertreter der idealistischen Philosophie (siehe Idealismus; deutscher Idealismus).

Hartmann wurde am 20. Februar 1882 in Riga (Lettland) geboren und studierte Philosophie in Sankt Petersburg, im estländischen Dorpat und in Marburg. Danach unterrichtete er in Marburg (seit 1920), Köln (seit 1925), Berlin (seit 1931) und Göttingen (seit 1946). Zu seinen wichtigsten Werken gehören Platons Logik des Seins (1909), Ethik (1926), Neue Wege der Ontologie (1942) und Ästhetik (1953). Am Anfang seiner philosophischen Laufbahn zeigte Hartmann ein reges Interesse für die Wirklichkeitstheorien Platons, wie er sie in den Auslegungen der Neukantianer der Marburger Schule wiederfand. Später wandte er sich jedoch gegen deren rationalistischen Positivismus mit seiner Lehre einer konstituierenden Setzung von Realität durch den Geist und vertrat fortan die Auffassung, dass die Wirklichkeit unabhängig von Verstandesleistung existiere. Nach Hartmann kann die menschliche Erkenntnis das Wesen der Wirklichkeit, von der sie selbst lediglich ein Teil ist, nie vollständig erfassen. In seiner Ethik, einem der zentralen Werke des Philosophen, entwarf er im Anschluss an Max Scheler eine materielle Werte-Ethik. Hartmann starb am 9. Oktober 1950 in Göttingen.

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