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Dänemark

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Dänemark (Flagge und Hymne)Dänemark (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
3.3. 1

Feiertage

Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Gründonnerstag bis Ostermontag), der Store Bededag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag sowie der Tag der Verfassung (5. Juni) und Weihnachten (25. Dezember). Anstatt im Frühling mit vielen Feiertagen verschiedener Heiliger zu gedenken, begehen die Dänen am vierten Freitag nach Ostern den Store Bededag, mit dem sie alle Heiligen und Geistlichen ehren. Dieser Feiertag wurde im 18. Jahrhundert von Graf Johann Friedrich von Struensee eingeführt.

3.4

Soziales

Dänemark führte in den dreißiger Jahren eines der ersten Wohlfahrtssysteme der Welt ein, das heute über 95 Prozent der Bevölkerung mit einer Krankenversicherung versorgt. Diese schließt eine kostenlose ärztliche Behandlung und einen kostenlosen Krankenhausaufenthalt mit ein. Außerdem werden die Kosten für einige wichtige Medikamente und ein Kostenanteil bei zahnärztlichen Behandlungen übernommen. Die meisten Krankenhäuser sind städtische Einrichtungen. Das Rentenalter liegt bei 67 Jahren. Die Höhe der Renten hängt von der Höhe der Lebenshaltungskosten ab. Die weiteren Leistungen dieses Systems umfassen Zahlungen bei Krankheit, Unfall und Arbeitslosigkeit. Ferner enthalten sie auch eine Behindertenrente, Sozialhilfe und Kindergeld, in dem auch die Betreuung der Kinder berufstätiger Eltern inbegriffen ist. Obwohl dieses Wohlfahrtssystem sehr teuer ist (es ist der Hauptgrund für Dänemarks hohe Steuern), haben sich die Dänen den Forderungen der politischen Rechten nach verstärkter Förderung privater Versicherungen widersetzt. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent (2004). Auf 273 Einwohner kommt ein Arzt. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 4 Sterbefällen pro Tausend Lebendgeburten (2008).

4

Bildung und Kultur

4.1

Bildung und Schulwesen

Seit der Gründung der Domschulen und Gymnasien in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts hat Dänemark ein institutionalisiertes Schulwesen. Die Universität Kopenhagen wurde 1479 gegründet. Da das Schulwesen zu Beginn der Neuzeit von der Staatskirche verwaltet wurde, war der Religionsunterricht an allen staatlichen Schulen Pflicht. 1739 wurde durch den Einfluss des Lehrers und Dramatikers Ludvig von Holberg Latein als Unterrichtssprache durch das Dänische ersetzt. Mit der Erweiterung des Lehrplanes um die Fächer Naturwissenschaften und Werken führte der deutsche Schulreformator Johann Bernhard Basedow in Sorø eine weitere wichtige Neuerung ein.

Große Bedeutung besitzt das Volkshochschulwesen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das erste Programm zur Erwachsenenbildung an der Volkshochschule in Rødding auf Jütland durchgeführt. Unter der Leitung von Bischof Nikolaj F. S. Grundtvig und Kristen Kold avancierte die Schule zum Vorbild ähnlicher Einrichtungen in Europa und den Vereinigten Staaten. Die Gymnastikschule von France Nachtegall (1777-1847) und die Internationale Volksakademie, die 1921 in Helsingør gegründet wurde, führten ebenfalls wichtige Studiengänge ein.

Zu den neueren Entwicklungen im dänischen Bildungswesen gehören die Erweiterung der Bildungsangebote in ländlichen Gegenden, der Ausbau der weiterführenden Schulen und die Anhebung des Ausbildungsniveaus der Lehrkräfte.

1814 führte Dänemark die allgemeine Schulpflicht für Kinder vom 7. bis zum 14. Lebensjahr ein; heute besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren. Der Schulbesuch ist größtenteils kostenlos. Die Grundschule umfasst die ersten sechs Klassen, daran schließt sich die dreijährige Hauptschule an, die nach Wunsch um ein freiwilliges zehntes Jahr verlängert werden kann. Etwa drei Viertel der Schüler besuchen danach die gymnasiale Oberstufe oder die Sekundarstufe II, um sich innerhalb von zwei bis drei Jahren auf die Zulassung zu einer Universität oder einer Berufsschule (einschließlich Landwirtschafts- und Hauswirtschaftsschulen) vorzubereiten. Viele Schulen sind privat, erhalten aber dennoch staatliche Zuschüsse.

Zu den Universitäten und anderen Einrichtungen der höheren Bildung gehören die Universität Ålborg (gegründet 1974), die Universität Århus (gegründet 1928), die Universität Kopenhagen (gegründet 1479), die Königliche Veterinär- und Landwirtschaftsuniversität (gegründet 1856), die Technische Hochschule Dänemarks (gegründet 1829) und die Universität Odense (gegründet 1964). Weitere Hochschulen sind das Institut für Architektur in Århus (gegründet 1965) sowie die Handelshochschule (gegründet 1917), das Königliche Musikkonservatorium (gegründet 1867) und die Königliche Akademie der Künste (gegründet 1754) in Kopenhagen.

4.2

Kunst und Musik

Die dänische Baukunst entwickelte sich im Mittelalter nach französischen und deutschen Vorbildern, wie die Dombauten in Ribe, Viborg, Århus, Ringsted, Roskilde Sorø und Kalundborg belegen. Typische Bauten der Backsteingotik sind die im 13. bzw. 14. Jahrhundert entstandene Knudskirche in Odense, die Marienkirche in Helsingborg, die Peterskirche in Næstved oder St. Olai und St. Marien in Helsingø. Bedeutende Zeugnisse der dänischen Baukunst zur Zeit der Renaissance, entstanden während der Regierungszeit von König Friedrich II. (1559-1588) und König Christian IV. (1588-1648) sind Schloss Kronborg in Helsingør (1575-1522), Schloss Frederiksborg in Hillerød (1602-1620) und die Kopenhagener Börse (1619-1640). Bemerkenswerte Barockbauten sind Schloss Amalienborg (ab 1794 Residenz der dänischen Könige), Schloss Charlottenborg und Schloss Christiansborg. Ein namhafter Architekt des Klassizismus ist Christian Friedrich Hansen (1756-1845), der in Kopenhagen das Gerichtsgebäude und die Liebfrauenkirche erbaute. Historistische Bauten stammen von Theophil Edvard Freiherr von Hansen, Martin Nyrop (1845-1921) und Michael Gottlieb Bindesbøll (1800-1856). Herausragende Repräsentanten der dänischen Architektur im 20. Jahrhundert sind Arne Jacobsen, Peder Vilhelm Jensen Klint, Jørn Utzon, Erik Møller und Johan Otto von Spreckelsen. Siehe auch Skandinavische Kunst und Architektur

Hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Skulptur gelangen im Mittelalter Bernt Notke (um 1440 bis 1509) mit dem Altar des Doms zu Århus und Claus Berg (um 1440 bis nach 1532) mit dem Altar der St. Knud-Kirche in Odense. Zur Zeit der Renaissance, des Barock und des Rokoko entstanden stattliche Reiterdenkmäler und Grabmäler. Mit Bertel Thorvaldsen brachte Dänemark einen Künstler von hohem Rang hervor, er gilt neben dem Italiener Antonio Canova als wichtigster Bildhauer des Klassizismus. Zur selben Zeit arbeiteten Hermann Vilhelm Bissen (1798-1868) und Jens Adolph Jerichau (1816-1883). Im 20. Jahrhundert traten Kai Nielsen (1882-1924), Robert Jacobsen (1912-1993) und Gunnar Westmann hervor.

Angeregt durch Vorbilder aus den Nachbarländern, erhielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts die dänische Malerei neue Impulse durch Künstler wie Nicolai Abraham Abildgaard (1743-1809), Jens Juel (1745-1802) oder Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783-1853), die sich vor allem der Landschaftsmalerei widmeten. Im 19. Jahrhundert folgten Christen Købke (1810-1848), Peter Severin Krøyer (1851-1909), Anna Ancher (1859-1935) und Viggo Johansen (1851-1935), im 20. Jahrhundert die abstrakten Expressionisten Richard Mortensen (1910-1993), Else Alfelt (1910-1974), Ejler Bille (*1910), Asger Jorn (1914-1973), der 1948 die Gruppe Cobra ins Leben rief, und Per Kirkeby (*1938), der auch als Bildhauer arbeitet.

Das Königliche Theater in Kopenhagen führt Dramen, Opern und Ballette auf. Es untersteht dem Ministerium für Kulturelle Angelegenheiten und wurde 1748 gegründet. Ein Anbau, die Neue Bühne, wurde 1931 eröffnet. Die vor rund 200 Jahren gegründete Balletttruppe des Theaters wurde Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts unter Auguste Bournonville als Königliches Ballett selbständig. Heute genießt die Truppe Weltruf.

Die künstlerisch anspruchsvollen Keramik-, Silber- und Porzellanarbeiten sowie dänische Einrichtungsgegenstände sind weltweit gefragt. Insbesondere die Silberarbeiten Georg Jensens und die Möbel Kaare Klints und Arne Jacobsens fanden Anerkennung. Kopenhagen hat eine ständige Kunstgewerbeausstellung, in der Künstler aus ganz Dänemark ihre Arbeiten vorstellen und verkaufen können.

International renommierte dänische Literaten sind u. a. Ludvig von Holberg, ein Dichter, Dramatiker und Historiker zur Zeit der Aufklärung, Hans Christian Andersen, dessen mehr als 150 Märchen der Weltliteratur angehören (u. a. Die kleine Meerjungfrau, Die Prinzessin auf der Erbse, Des Kaisers neue Kleider), Johannes Vilhelm Jensen, der 1944 den Literaturnobelpreis erhielt, und Tania Blixen, die bekannt wurde durch ihr autobiographisches Werk Out of Africa (1937; Afrika, dunkel lockende Welt, später Jenseits von Afrika) und dessen Filmversion von Sydney Pollack (1985). Der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard hatte großen Einfluss auf die moderne Existenzphilosophie. Siehe auch dänische Literatur

Bemerkenswerte Beiträge zur Filmkunst boten die dänische Schauspielerin Asta Nielsen, die in den zehner Jahren unter der Regie von Urban Gad zu einem der ersten Stars des Stummfilms aufstieg mit Filmen wie Afgrunden (1910; Abgründe) und den in der Folge in Deutschland entstandenen Produktionen, der Regisseur Carl Theodor Dreyer, der mit seinen ästhetisch anspruchsvollen Arbeiten wie La passion de Jeanne d’Arc (1928; Die Passion der Jungfrau von Orleans) oder Vampyr – Der Traum des Allan Gray (1932) Maßstäbe setzte. Die dänische Produktionsfirma Nordisk Films gehörte in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg zu den größten und produktivsten Filmstudios der Welt. In den neunziger Jahren sorgte Lars von Trier international für Diskussionen durch sein gegen den Kommerzfilm gerichtetes filmästhetisches Programm Dogma 95, nachdem er sich bereits vorher durch ambitionierte Filme Ansehen verschafft hatte. Im Rahmen dieses umstrittenen Konzepts entstanden von Triers Idioterne (1998; Idioten) und Thomas Vinterbergs Festen (1998; Das Fest). Siehe auch dänischer Film

Die Herausbildung dänischer Kunstmusik setzte unter dem Einfluss deutscher, italienischer und englischer Musikkultur während der Regierungszeit König Christians IV. in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein. Ausländische Komponisten wie John Dowland, Heinrich Schütz oder Dietrich Buxtehude wirkten am dänischen Hof und traten dort in Kontakt mit dänischen Komponisten. Erste markante dänische Komponisten waren Friedrich L. A. Kunzen (1761-1817) mit seiner Oper Holger Danske (1787), Christoph Ernst Friedrich Weyse (1774-1842) mit seiner Oper Ludams Hule (1816) und Friedrich Daniel Kuhlau (1786-1832), der zu dem auch heute noch populären Stück Elverhøy (1828) die Musik schrieb. Dänische Vertreter der Romantik sind Niels Gade, Johan P. E. Hartmann (1805-1900) und Peter A. Heise (1830-1897). Im 20. Jahrhundert folgten Carl Nielsen, Poul Schierbeck (1888-1949), Knudåge Riisager (1897-1974), Jørgen Bentzon (1897-1951), Finn Høffding (1899-1997), Herman David Koppel (1908-1998), Vagn Holmboe (1909-1996) und Niels Viggo Bentzon (1919-2000).

4.3

Kultureinrichtungen

In jeder großen Stadt und in fast allen Provinzstädten gibt es öffentliche Bibliotheken. Die 1673 in Kopenhagen gegründete Königliche Bibliothek ist Dänemarks Nationalbibliothek. Sie besitzt rund 2,7 Millionen Bücher sowie Musik-, Manuskript-, Karten- und Bildersammlungen. Die Sammlungen umfassen auch etwa 5 000 Inkunabeln.

Das Nationalhistorische Museum in Schloss Frederiksborg (in Hillerød), das bedeutendste der 25 großen Museen, wurde größtenteils zwischen 1600 und 1620 erbaut. Rund 10 000 Exponate werden dort ausgestellt. Schloss Rosenborg in Kopenhagen wurde ebenfalls im 17. Jahrhundert erbaut und beherbergt eine Waffen-, Trachten- und Möbelsammlung sowie die Kronjuwelen. Ebenfalls in Kopenhagen befindet sich das Thorvaldsen-Museum mit Werken des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen. Zu erwähnen sind auch das Nationalmuseum in Kopenhagen, das Naturhistorische Museum in Århus und die Wikingerschiffshalle Roskilde.

Das Staatliche Kunstmuseum in Kopenhagen beherbergt Bilder-, Skulpturen und Drucksammlungen sowie Zeichnungen dänischer Künstler. Ferner werden dort Arbeiten norwegischer und schwedischer Künstler aus dem 20. Jahrhundert ausgestellt. In der Hauptstadt befinden sich außerdem das dänische Radiosinfonieorchester, das Königliche Orchester und das Königliche Ballett. Der dänische Komponist Carl August Nielsen war Dirigent der Königlichen Gesellschaft und der Musikgesellschaft. Er schrieb Opern, Sinfonien und Stücke für Klavier, Violine und Streichquartett.

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