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DänemarkEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Mitte der sechziger Jahre verdrängte die Bundesrepublik Deutschland Großbritannien als wichtigsten Handelspartner Dänemarks. Dennoch ist Großbritannien immer noch einer der größten Abnehmer dänischer Produkte. Auch Schweden, Norwegen, Frankreich und die Niederlande sind bedeutende Handelspartner. Die Handelsbilanz ist positiv. Bis zu Beginn der sechziger Jahre stellten Fleisch- und Milchprodukte den Großteil der Exportgüter dar. Seither stiegen die Exporte von Industriegütern stetig und haben seit 1961 einen größeren Anteil am Gesamtexportvolumen als die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Im Vordergrund stehen dabei chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Fahrzeuge. Die wichtigsten dänischen Importgüter sind Maschinen, Rohmetalle, Metallwaren, Transportausrüstungen, Brenn- und Schmierstoffe sowie verschiedene Konsumgüter.
Fähren und Brücken sind typische Bestandteile des dänischen Verkehrswesens. Die Fähren verbinden Jütland mit den Inseln und fahren auch zwischen Dänemark und Deutschland, Schweden, Großbritannien und Norwegen. Jütland und Fünen sind durch zwei Brücken miteinander verbunden. Die längste Brücke Dänemarks verbindet Seeland mit Falster. Das dänische Schienennetz hat eine Gesamtlänge von 2 212 Kilometern (2005) und wird zu über 80 Prozent von der Dänischen Staatsbahn betrieben. Die wichtigste Eisenbahnstrecke verläuft auf Jütland in südlicher Richtung nach Hamburg. Dänemarks Straßennetz umfasst circa 71 847 Kilometer (2003) und ist gut ausgebaut. Die Fluggesellschaft Danish Airlines ist Teil der Scandinavian Airlines System (SAS). Danair bietet lediglich Inlandsflüge an. Der internationale Flughafen liegt in Kastrup nahe Kopenhagen. Im August 1991 unterzeichneten Dänemark und Schweden ein Abkommen über den Bau einer Eisenbahnstrecke und einer Straße über die Meerenge zwischen Kopenhagen und Malmö, die 1997 fertig gestellt wurden.
Dänemark ist ein beliebtes Urlaubsland. 2005 kamen etwa 4,56 Millionen Auslandsgäste in das Land, die meisten davon aus Deutschland und Schweden. Bevorzugte Urlaubsziele sind die Hauptstadt Kopenhagen und die Insel Bornholm.
Die Dänen, die ursprünglich im Süden Skandinaviens lebten, eroberten im 5. und 6. Jahrhundert Jütland, die benachbarten Ostsee-Inseln und bildeten seit dem 8. Jahrhundert eine starke Zentralmacht. König Godfred ließ einen Schutzwall über die Landenge Jütlands, das so genannte Danewerk, bauen. Seit 874 wurden auch Island und Grönland besiedelt. Im 10. Jahrhundert stärkte König Harald Blauzahn den politischen Zusammenhalt seines Reiches; zu dieser Zeit setzte auch die Christianisierung Dänemarks ein. Sein Sohn Sven Gabelbart eroberte zwischen 1013 und 1014 England. Svens Sohn Knut II. herrschte ebenso über England (1016-1035) und Norwegen (1028-1035). Nach seinem Tod zerfiel das Großreich.
Erst Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts konnten die Dänen ihr Reich in Richtung Osten wieder ausdehnen. Durch die Eroberung von Gebieten an der südlichen Ostseeküste bauten sie ein mächtiges Reich auf, das doppelt so groß war wie das heutige Dänemark. Das Königreich wurde unter Waldemar I., dem Großen, zu einer nordeuropäischen Großmacht. Doch es kam zu Zerwürfnissen zwischen der dänischen Krone und dem Adel. König Erik V. erließ 1282 eine Verfassung, nach der sich die Krone unterordnen müsse und dass der Adligenversammlung (Danehof) ein wesentlicher Teil der Exekutivgewalt zukam. Nach dem Tod Christophers II. 1332 war Dänemarks beherrschende Stellung im Ostseeraum vorübergehend geschwächt; mit Waldemar IV., der von 1340 bis 1375 regierte, wurde Dänemark wieder eine führende Ostseemacht.
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