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Dänemark

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Dänemark (Flagge und Hymne)Dänemark (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.2

Kalmarer Union und die Reformation

1380 schlossen sich Dänemark und Norwegen in einem Bund unter dem gemeinsamen König Olaf II., dem Enkel Waldemars IV., zusammen. Dadurch fielen auch Island und die Färöer an Dänemark. Nach Olafs Tod 1387 trat seine Mutter Margarete I. die Nachfolge an. 1389, nach der Eroberung Schwedens, wurde sie auch Königin von Schweden. Durch die Gründung der Kalmarer Union 1397 wurde Dänemarks skandinavischer Führungsanspruch festgeschrieben; Schweden konnte sich aber zeitweise (zwischen 1434 bis 1436 und 1448 bis 1471) aus der Union lösen, die 1523 endete, als Schweden sich endgültig durch einen von Gustav Wasa geführten Aufstand die Unabhängigkeit erkämpft hatte. Gustav I. Wasa wurde noch im selben Jahr zum König von Schweden gewählt.

1523 verlor der letzte König der Union, Christian II., auch den dänischen Thron. In der Zeit politischer Unsicherheit konnte die mächtige Hansestadt Lübeck an Einfluss in Dänemark gewinnen, der nur mit Hilfe des schwedischen Königs zurückgedrängt werden konnte. Der neue dänische König, Christian III., konnte die Macht seines Landes festigen. Während seiner Herrschaft (1534-1559) setzte sich in Dänemark die Reformation durch, und die lutherische Kirche wurde zur Staatskirche. Norwegen wurde in dieser Zeit von den dänischen Königen eher wie eine Provinz behandelt und nicht mehr wie ein eigenes Königreich. Wirtschaftliche und politische Rivalitäten mit Schweden um die Vorherrschaft im Ostseeraum lösten den Dreikronenkrieg (1563-1570) und den Kalmarkrieg (1611-1613) zwischen Schweden und Dänemark aus.

Der Eingriff Christians IV. in die Religionsstreitigkeiten in Deutschland zugunsten der Protestanten führte in den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts zu Dänemarks Beteiligung am Dreißigjährigen Krieg. Der anhaltende Konflikt mit Schweden um die Vormachtstellung im Ostseeraum löste wiederholte kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Nachbarn im Norden aus (1643-1645 und 1657-1660), die Dänemark aber nicht gewinnen konnte: Es musste mehrere Ostseeinseln (und bis auf Norwegen) alle seine Gebiete auf der Skandinavischen Halbinsel an Schweden abtreten.

7.3

Absolutismus

1660 erklärte Friedrich III. die bis dahin weitgehend vom Adel abhängige Monarchie zu einer Erbmonarchie, die Abgabenbefreiung des Adels wurde aufgehoben und wichtige Ämter wurden mit Bürgern statt Adeligen besetzt. Darüber hinaus wurde das dänische Regierungssystem reformiert. Die neue, absolutistische Regierungsform wurde im Königsgesetz von 1665 niedergelegt.

Im 18. Jahrhundert begann die Kolonisierung Grönlands, das seit 1380 zu Dänemark gehörte. Der Handel mit Fernost wurde ausgebaut. Auf den Westindischen Inseln baute Dänemark Handelsgesellschaften auf und erwarb einige Inseln. 1788 kam es zur Bauernbefreiung, und mit der Neuverteilung des Landes wurden die großen Ländereien des Adels aufgeteilt. Bis zum Jahr 1813 erhielten 60 Prozent der dänischen Bauern Land.

Während der Napoleonischen Kriege führten Versuche Englands, den Zugang zu den Häfen des Kontinents zu sperren, zum Seekrieg mit England. Die britische Flotte beschoss Kopenhagen zweimal: 1801 und 1807. Da Dänemark durch die Zerstörung der dänischen Flotte fast völlig von Norwegen abgeschnitten war, schlug sich der dänische König widerstrebend auf die Seite Napoleons. Im Kieler Frieden (1814) trat Dänemark Helgoland an Großbritannien ab und Norwegen (mit Ausnahme von Island und den Färöer-Inseln) an Schweden. Im Gegenzug erhielt Dänemark Schwedisch-Pommern, das später gegen das ehemals preußische Lauenburg ausgetauscht wurde. Aus wirtschaftlicher Sicht waren die Napoleonischen Kriege für Dänemark verheerend. Sie brachten den Verlust wichtiger Märkte mit sich, ließen die Inflation ansteigen und zogen schließlich den Staatsbankrott nach sich. Erst nach der Gründung der Zentralbank 1818 konnte die Stabilität der Wirtschaft wieder hergestellt werden. Doch selbst danach sorgte der niedrige Getreidepreis am Weltmarkt für eine Krise in der Landwirtschaft, die erst 1828 überwunden werden konnte.

7.4

Konstitutionelle Monarchie und Deutsch-Dänische Kriege

1849 wurde eine neue Verfassung verkündet, die das Grundrecht der freien Entfaltung der Persönlichkeit und das allgemeine Wahlrecht garantierte. Dänemark wurde eine konstitutionelle Monarchie mit einem Zweikammerparlament.

Die Schleswig-holsteinische Frage um die Zugehörigkeit des Herzogtums Schleswig zu Dänemark und des Herzogtums Holstein zum Deutschen Bund sowie die Erbfolgefrage in den beiden Herzogtümern, die in Personalunion mit Dänemark verbunden waren, führten 1848 zum 1. Deutsch-Dänischen Krieg. Am 10. Juli 1849 schlossen Preußen und Dänemark einen Waffenstillstand und am 2. Juli 1850 den Frieden von Berlin, der im 1. Londoner Protokoll bestätigt wurde. Österreichische und preußische Truppen hielten aber Schleswig und Holstein nach wie vor besetzt und zogen sich erst nach der Zusage Dänemarks, Schleswig und Holstein Autonomie einzuräumen, zurück. Das 2. Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852 garantierte die territoriale Integrität Dänemarks (inklusive der beiden Herzogtümer) und regelte die Erbfolgefrage. Die deutsche Nationalbewegung in den Herzogtümern kämpfte aber weiterhin um den Anschluss an den Deutschen Bund.

1863 erließ der dänische König Christian IX. eine neue Verfassung und betonte den dänischen Anspruch auf die beiden Herzogtümer. Dem begegneten Preußen und Österreich als Exekutionsmächte des Deutschen Bundes am 1. Februar 1864 mit dem 2. Deutsch-Dänischen Krieg. Im Frieden von Wien vom 30. Oktober 1864 verlor Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Sie wurden der gemeinsamen Verwaltung von Preußen und Österreich unterstellt; die Auseinandersetzungen darüber führten wiederum zum Deutschen Krieg von 1866.

Im selben Jahr wurde erneut die dänische Verfassung in der Hinsicht überarbeitet, dass die Kammer der Großgrundbesitzer (Landsting) der Kammer der Volksparteien (Folketing) übergeordnet wurde. Nach 1880 spielte die neu gegründete Sozialdemokratische Partei eine wichtige Rolle in der dänischen Innenpolitik.

7.5

Das moderne Dänemark

Während des 1. Weltkrieges blieb Dänemark neutral. 1915 wurde das Regierungssystem durch eine neue Verfassung modernisiert und 1918 das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Im selben Jahr erkannte Dänemark Island als selbständiges Königreich an, bestimmte aber weiterhin die Außenpolitik des neuen Staates, mit dem es in Personalunion verbunden war. Der dänische König blieb Islands Staatsoberhaupt. Eine 1920 gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags abgehaltene Volksabstimmung führte dazu, dass Nordschleswig an Dänemark fiel, Südschleswig hingegen bei Deutschland blieb.

Im Mai 1939 schloss Dänemark mit Deutschland einen Nichtangriffspakt mit zehnjähriger Laufzeit ab, wurde aber dennoch im April 1940 von deutschen Truppen besetzt. Bis 1943, als die deutsche Besatzungsmacht den Ausnahmezustand erklärte und die Regierung absetzte, blieben Innenpolitik und Justizwesen weitgehend in der Hand der dänischen Regierung. Die dänische Polizei half u. a. 6 000 dänischen Juden bei ihrer Flucht ins neutrale Schweden. Großbritannien besetzte die Färöer-Inseln, und 1941 erklärten die Vereinigten Staaten Grönland vorübergehend zu ihrem Protektorat. 1944 löste sich Island nach einem Volksentscheid völlig von Dänemark und erklärte sich zur selbständigen Republik.

Im Jahr 1948, drei Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, erhielten die Färöer von Dänemark die Unabhängigkeit in allen inneren Angelegenheiten. Dänemark trat 1949 der NATO (Nordatlantikpakt) bei und wurde später Mitglied verschiedener anderer internationaler Organisationen, wie z. B. 1959 der EFTA (Europäische Freihandelsorganisation) und 1973 den Europäischen Gemeinschaften (EG).

1953 wurden durch eine Verfassungsreform das Einkammersystem sowie die weibliche Thronfolge eingeführt. Gleichzeitig wurde Grönland gleichberechtigter Teil des Königreiches. 1979 erhielt Grönland die Selbstverwaltung.

Nachdem die Sozialdemokraten vier Jahrzehnte an der Regierung waren, kamen durch die Wahlen von 1968 die Liberalen (Venstre) an die Macht. Ihr Parteivorsitzender Hilmar Baunsgaard bildete eine Koalitionsregierung, die bis 1971 im Amt blieb; dann übernahmen wieder die Sozialdemokraten unter dem früheren Ministerpräsidenten Jens Otto Krag die Regierung. 1972 starb König Friedrich IX., seine Tochter Margarete II. folgte ihm auf den Thron. Ende 1972 trat Krag zurück; neuer Ministerpräsident wurde der Parteivorsitzende der Sozialdemokraten, Anker Jørgensen. Bei den Wahlen von 1973 mussten die Sozialdemokraten Stimmenverluste hinnehmen und die Macht vorübergehend an eine liberale Minderheitsregierung unter Poul Hartling abgeben. Die Wahlen von 1975 brachten die Sozialdemokraten an der Spitze einer Minderheitsregierung und mit Jørgensen in die Regierungsverantwortung zurück; sie wurden im September 1982 von einer Mitte-rechts-Koalition unter dem Konservativen Poul Schlüter abgelöst. Die Wahlen im Januar 1984, September 1987, Mai 1988 und Dezember 1990 bestätigten diese Koalition.

1985 stimmte das Folketing gegen eine Einbeziehung von Atomkraft in das Energiekonzept des Landes und für die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Nordeuropa. Die Regierung lehnte diese Pläne ab. Die innerdänische Auseinandersetzung über die Politik der NATO trug zur Verschlechterung der Beziehungen zur NATO bei; nach den Wahlen von 1988, deren Hauptthemen die Verteidigungspolitik des Landes und seine NATO-Mitgliedschaft waren, normalisierte sich das Verhältnis wieder. Das Absterben zahlreicher Hummerkolonien in der Meerenge zwischen Dänemark und Schweden 1986 und einige weitere Umweltkatastrophen im Jahr 1988 veranlassten das Folketing zu der Verabschiedung einiger der strengsten Umweltschutzmaßnahmen weltweit.

Nach einem Skandal um die Einwanderung von tamilischen Asylbewerbern trat Ministerpräsident Schlüter im Januar 1993 zurück. Der neue Ministerpräsident, der Sozialdemokrat Poul Nyrup Rasmussen, formierte eine Mitte-links-Koalition. 1992 hatten die Dänen in einer Volksabstimmung den Vertrag von Maastricht zur Schaffung der Europäischen Union mit einer knappen Mehrheit abgelehnt. Nachdem der Vertrag abgeändert und Dänemark von den Richtlinien zur Währungsunion, zur europäischen Staatsangehörigkeit sowie zur Verteidigung (Dänemark lehnte eine Vollmitgliedschaft in der Westeuropäischen Union ab) ausgenommen worden war, stimmten die Dänen dem Vertrag im Mai 1993 zu. Bei den Parlamentswahlen vom September 1994 verlor die Mitte-links-Koalition ihre absolute Mehrheit und errang nur noch 75 der insgesamt 179 Parlamentssitze; die hohe Arbeitslosigkeit und die weit verbreiteten Sorgen um die Zukunft des Wohlfahrtsstaates hatten sie zahlreiche Stimmen gekostet. Rasmussen führte die Koalition fort, nun als Minderheitsregierung. Zu den vorrangigen wirtschaftlichen Zielen der Regierung gehörten die Verringerung der Staatsverschuldung und die Senkung der Arbeitslosigkeit.

Im September 1997 ratifizierte Dänemark als elftes Land die Konvention des Europarates zum Schutz von Minderheiten. Die Konvention sieht vor, dass Minderheiten anerkannt und vor Diskriminierung geschützt werden sollen. Darüber hinaus wird ihnen die Förderung ihrer Sprache und ihrer Kultur in Schulen und im öffentlichen Leben garantiert. Mit dem dänischen Beitritt zur Konvention wurde der bilaterale dänisch-deutsche Vertrag zum Schutz der jeweiligen Minderheiten aus dem Jahr 1955 in die Initiative des Europarates eingebunden.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im März 1998 wurde die Regierung von Poul Nyrup Rasmussen bestätigt. Als stärkste Partei konnten sich die Sozialdemokraten behaupten, die 65 Sitze erhielten. Zusammen mit den Koalitionsparteien von der Sozialistischen Volkspartei (13 Sitze), den Sozialliberalen (sieben Sitze) und der Rot-Grünen Einheitsliste (fünf Sitze) hatte das linksliberale Bündnis damit genau eine Stimme mehr als die Oppositionsparteien.

Am 14. Juni 1998 wurde zwischen den Inseln Fünen und Seeland die 13,4 Kilometer lange Storebelt-Brücke für den Autoverkehr freigegeben. Die Hauptstadt Kopenhagen ist somit vom europäischen Festland aus auf dem Landweg zu erreichen. Die rund acht Kilometer lange Øresund-Brücke wurde am 14. August 1999 fertig gestellt und am 1. Juli 2000 für den Verkehr freigegeben. Somit besteht für den Auto- und Zugverkehr eine Landverbindung zwischen Dänemark und Schweden.

In einer Volksabstimmung am 28. September 2000 stimmten rund 53 Prozent der dänischen Bevölkerung gegen die Einführung des Euro als Einheitswährung – knapp 47 Prozent waren für die Abschaffung der Dänischen Krone. Damit entschied sich das Land gegen den Beitritt zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Jedoch betonte Rasmussen, dass Dänemark weiterhin seinen Beitrag zur Lösung gemeinsamer Probleme in Europa liefern werde (z. B. Umweltpolitik, Bekämpfung der internationalen Kriminalität).

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom 20. November 2001 erlitten die regierenden Sozialdemokraten unter Poul Nyrup Rasmussen eine schwere Niederlage und erreichten nur noch 52 Mandate. Stärkste Kraft wurde die rechtsliberale Partei Venstre unter ihrem Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Anders Fogh Rasmussen mit 56 Mandaten. Drittstärkste Partei wurde die rechtspopulistische Dänische Volkspartei, die auf 22 Mandate kam. Anders Fogh Rasmussen bildete eine Minderheitsregierung aus Venstre und Konservativer Volkspartei (16 Mandate), die von der Dänischen Volkspartei unterstützt wurde.

Schon im Vorfeld des Irak-Krieges stellte sich die Regierung Rasmussen – gegen die Stimmen der Opposition und die Meinung der Bevölkerungsmehrheit – bedingungslos auf die Seite der USA, was nicht nur zu heftigen Kontroversen in Dänemark selbst führte, sondern auch zu Spannungen im Verhältnis zu EU-Mitgliedern wie Deutschland und Frankreich. Die Regierung beschloss zudem einen aktiven militärischen Beitrag zum Irak-Krieg, der sich jedoch auf die Stationierung zweier Boote im Persischen Golf beschränkte. In den Nachkriegs-Irak entsandte die Regierung – im Einvernehmen mit der Opposition – rund 500 Mann anstatt der von den USA geforderten 5 000. In der Innenpolitik dominierte das Thema Einwanderungspolitik die Diskussion; hier hatte die Regierung Rasmussen auf Betreiben der Dänischen Volkspartei die Asyl- und Einwanderungsgesetze erheblich verschärft.

Die Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2004 brachten für die regierende rechtsliberale Venstre erhebliche Verluste, während die oppositionellen Sozialdemokraten hinzugewinnen konnten. Dieses Wahlergebnis galt als Reaktion auf den Kurs der Regierung in der Irak-Politik, den die Mehrheit der Bevölkerung ablehnte. Bei den Parlamentswahlen im Februar 2005 hingegen konnte sich die Mitte-rechts-Koalition unter Verlusten bei Venstre, aber Zugewinnen bei den Partnern behaupten und verfügte nun zusammen mit der Dänischen Volkspartei über 95 Mandate. Die Sozialdemokraten errangen nur noch 47 Mandate. Vor dem Hintergrund einer positiven Stimmung im Lande – die Wirtschaft florierte, und auch eine der größten innenpolitischen Kontroversen, die Irak-Politik, war mit dem Abzug der dänischen Soldaten aus dem Irak gelöst – und um sich ein klares Mandat für eine teure und umstrittene Reform der Wohlfahrtseinrichtungen zu holen, beraumte Rasmussen bereits für den November 2007 vorgezogene Neuwahlen an. Aus diesen Wahlen ging seine Koalition einschließlich Dänischer Volkspartei unter neuerlichen Verlusten von Venstre nur noch knapp als stärkste Kraft hervor (mit 90 der 179 Parlamentssitze); Rasmussen führte mit der alten Koalition die Regierung weiter.

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