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Opium, als Narkotikum verwendeter getrockneter Milchsaft der unreifen Kapseln des Schlafmohnes. Schlafmohn wird u. a. in der Türkei, in Indien und Kolumbien angebaut; weltweit größter Produzent ist jedoch Afghanistan, dessen Opiumernte 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 2 000 Tonnen auf 6 100 Tonnen zunahm. Die globale Nachfrage nach legalem Opium beträgt jährlich rund 680 Tonnen, doch ein Vielfaches dieser Menge wird illegal vertrieben. In der handelsfähigen Form ist Opium eine kastanienbraune, klebrige, kugelförmige Masse, die zunächst recht weich ist, mit der Zeit aber von innen heraus aushärtet. Sie wird zu dem Alkaloid Morphin (Synonym: Morphium) verarbeitet, das lange das wichtigste schmerzunterdrückende Mittel in der Medizin war. Heute gibt es synthetische Ersatzstoffe für Morphin, z. B. Pethidin. Ein anderes wichtiges Opium-Alkaloid ist Codein. Die im Opium enthaltenen Alkaloide werden als Opiate bezeichnet. Opiate haben schmerzunterdrückende Eigenschaften ähnlich denen der körpereigenen Endorphine und Enkephaline. Aufgrund der strukturellen Übereinstimmung besetzen die Opiatmoleküle die gleichen Nervenrezeptoren und haben dadurch die gleiche analgetische (schmerzstillende) Wirkung wie die körpereigenen schmerzunterdrückenden Stoffe. Opiate rufen zunächst ein Gefühl des Wohlbefindens und der Euphorie hervor. Bei fortdauerndem Konsum verlangt der Körper jedoch immer größere Mengen, um das gleiche Wohlgefühl zu erreichen. Das Absetzen der Droge ist äußerst unangenehm. Deshalb setzen viele Abhängige lieber den Drogenkonsum auf niedrigerem Niveau fort, um die negativen Entzugserscheinungen zu umgehen, selbst wenn die anfänglichen Euphoriezustände nicht mehr erreicht werden können. Zu den Begleiterscheinungen der Opiumsucht gehören Mangelernährung, Störungen der Atemfunktion und niedriger Blutdruck. Schon um 100 n. Chr. wurde Opium in der Medizin verwendet. Es wurde entweder mit einem Getränk eingenommen oder in fester Form geschluckt. Erst gegen Mitte des 17. Jahrhunderts, als das Rauchen der Opiumpfeife in China eingeführt wurde, traten die ersten schweren Suchtprobleme auf. Im 18. Jahrhundert war die Opiumsucht so verbreitet, dass China Maßnahmen ergriff, um den Opiumanbau und den Opiumhandel mit dem Westen zu verbieten. Zur gleichen Zeit gelangte das Opium nach Europa und Nordamerika, wo seine Verwendung als Rauschdroge den ursprünglichen Zweck der Schmerzbekämpfung rasch überholte. Die Erfindung der subkutanen Injektion während des Amerikanischen Bürgerkrieges erlaubte bei Patienten, die sich einer der neu entwickelten Operationstechniken unterziehen mussten, eine Morphininjektion. Die Ärzte der damaligen Zeit hofften, dass das Morphin, wenn es direkt in den Blutstrom gelangte, keine so starke suchtverursachende Wirkung hätte, als wenn es geraucht oder gegessen wurde. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Die Entdeckung des Heroins, eines Morphinderivats, im Jahr 1898 gab Anlass zu ähnlicher Hoffnung. Es erwies sich jedoch, dass Heroin eine noch größere Abhängigkeit hervorrief als Opium oder Morphin. Illegal wird Opium als Pulver oder als dunkelbraune Masse verkauft. Es wird geraucht, gegessen oder injiziert. Süchtigen wird für den Entzug das synthetisch hergestellte Narkotikum Methadon (siehe Drogen- und Arzneimittelabhängigkeit) verordnet, das jedoch selbst auch suchterzeugend ist. Eine vollständige Genesung von der Opiumsucht erfordert Jahre der sozialen und psychologischen Rehabilitation.
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