Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse KroatienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Kroatien (kroatisch Hrvatska), Republik in Südosteuropa, auf der Balkanhalbinsel, grenzt im Nordwesten an Slowenien, im Nordosten an Ungarn, im Osten an Serbien, im Süden an Bosnien und Herzegowina und Montenegro und im Westen an das Adriatische Meer. Als Teilrepublik der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien erklärte Kroatien am 25. Juni 1991 seine Unabhängigkeit. Die Fläche Kroatiens beträgt 56 510 Quadratkilometer. Die Hauptstadt der jungen Republik ist Zagreb.
Kroatien erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten über etwa 500 Kilometer, von Südwesten nach Nordosten über rund 300 Kilometer. Kroatien ist naturräumlich sehr vielfältig; das Land umfasst Tiefebenen, Mittelgebirge, eine etwa 1 800 Kilometer lange festländische Küste und ihr vorgelagerte Inseln. Die pannonischen Tiefebenen nehmen etwa die Hälfte des Landes ein. Die fruchtbaren, landwirtschaftlich genutzten Gebiete werden von den Flüssen Drau (Drava) und Save entwässert. Die Save bildet den östlichen Abschnitt der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Beide Flüsse münden in die Donau, eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, welche im Osten Kroatiens die Grenze zu Serbien und Montenegro bildet. Das historische Gebiet Slawonien liegt im östlichen Teil der Republik Kroatien, im so genannten Save-Drau-Zwischenstromland. Dieses Gebiet wird von Hügellandschaften eingenommen. Zwischen den einzelnen Hügelketten sind Ebenen ausgebildet. Das nach Westen anschließende Gebirge ist aus Kalken aufgebaut. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit dieses Gesteins sind weite Teile des Dinarischen Gebirges durch Verkarstung geprägt. Mehrere Wasserläufe versickern und fließen in unterirdischen Höhlensystemen weiter. Das Gebirge setzt sich aus mehreren parallelen Bergketten zusammen. In dieser Region befindet sich der Nationalpark der Plitvicer Seen. Höchste Erhebung der Gebirgsregion, die etwa 20 Prozent des kroatischen Territoriums einnimmt, ist der Troglav mit einer Höhe von1 913 Metern; über ihn verläuft die Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Zur adriatischen Region gehören etwa 30 Prozent der Landesfläche. Diese Region reicht von der Halbinsel Istrien im Norden bis zur (montenegrinischen) Bucht von Kotor. Von der Küste bis zum Dinarischen Gebirge erstreckt sich entlang des Adriatischen Meeres die Landschaft Dalmatien. Die dalmatinische Küste ist über weite Strecken eine typische Canaliküste. Die Täler der in das Adriatische Meer mündenden Flüsse wurden durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels überflutet. Die Steilküste erhielt somit ihr abwechslungsreiches Landschaftsbild. Der Küste vorgelagert sind zahlreiche Inseln. Größte dieser Inseln sind mit jeweils etwas mehr als 400 Quadratkilometern Krk und Cres.
Im Landesinneren herrscht kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern vor. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Sommer um 23 °C, im Winter um den Gefrierpunkt. Im Nordosten Kroatiens liegen die Jahresniederschläge um 700 Millimeter. Wesentlich feuchter ist es an der adriatischen Küste; dort ist das Klima mediterran mit milden, regnerischen Wintern (Januarmittel um 7 °C) und warmen, trockenen und sehr sonnigen Sommern (Julimittel um 24 °C). Am regenreichsten sind die küstennahen Gebirge mit Jahresniederschlägen von bis zu 3 000 Millimetern. Die mittleren Temperaturen liegen in Zagreb im Januar bei 0 °C und im Juli bei 24 °C, in Dubrovnik betragen die Werte im Januar 9 °C und im Juli 25 °C.
6,5 Prozent (2007) des Landes sind als Parks oder Schutzgebiete ausgewiesen. Teile des Savetals stehen als Biosphärenreservat unter besonderem Schutz. In der adriatischen Region gedeiht mediterrane Vegetation, weit verbreitet sind Zedern, Zypressen, Pinien und Agaven. Die verkarsteten Gebiete sind durch Macchie geprägt. Nach weitgehender Abholzung der ehemals waldbedeckten Flächen konnte sich die ursprüngliche Vegetation hier nicht mehr entwickeln. Dennoch sind 37,8 Prozent (2005) des Landes bewaldet. Im Dinarischen Gebirge sind in den Tieflagen verschiedene Eichenarten vorherrschend. Mit zunehmender Höhe werden diese von Buchen und Nadelhölzern abgelöst. Im Zwischenstromland zwischen Save und Drau wurde der Wald zur Ausweitung der Agrarflächen abgeholzt. In gebirgigen Regionen leben die großen Raubtiere Braunbär, Wolf, Goldschakal und Luchs. Bei Mljet gibt es ein Vorkommen des zu den Schleichkatzen gehörenden Ichneumons, der hier wahrscheinlich eingebürgert wurde. Paarhufer sind durch Wildschweine, Rehe und Mufflons repräsentiert. Zu den Greifvögeln gehören Gänsegeier sowie Stein- und Schlangenadler; große Vogelarten der Feuchtgebiete sind Sichler und etliche Reiherarten (Grau-, Nacht-, Purpur-, Silber-, Rallen- und Seidenreiher). Die Küstenregion bietet zahlreichen Reptilien wie Schildkröten (Land-, Sumpf- und Meeresschildkröten), Eidechsen, Geckos und Schlangen (Nattern, Ottern) geeigneten Lebensraum. Typische Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind Grottenolme.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |