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Windows Live® Suchergebnisse FungizideEnzyklopädieartikel
Fungizide, Pilzbekämpfungsmittel, giftige Stoffe, die eingesetzt werden, um schädliche Pilze abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Wachstumshemmende Mittel nennt man auch Fungistatika. Fungizide werden vorwiegend bei Pilzinfektionen an Menschen (und Tieren) sowie bei pilzlichen Pflanzenkrankheiten verwendet, wo sie die größte Bedeutung besitzen. Die wichtigsten Pilzkrankheiten in der Landwirtschaft und im Gartenbau werden von Rostpilzen, Brandpilzen, Schimmelpilzen sowie Echtem bzw. Falschem Mehltau verursacht und – abgesehen von der Anwendung von Methoden der integrierten und biologischen Schädlingsbekämpfung – meist mit Hilfe von Fungiziden bekämpft. Ein Beispiel für die weit reichende Bedeutung derartiger Pflanzenkrankheiten ist die durch einen Pilz (Phytophthora infestans) verursachte Kraut- und Knollenfäule an der Kartoffel, die in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts die große Hungersnot in Irland auslöste; heute kann diese Krankheit mit Hilfe von Fungiziden ausreichend kontrolliert werden. Ähnlich wie andere Pflanzenschutzmittel kann man auch Fungizide nach der Art ihrer Wirkung oder nach dem chemischen Aufbau des jeweiligen Wirkstoffes einteilen. Nach der Wirkung unterscheidet man protektive Mittel – sie werden äußerlich angewandt, dringen meist nicht in den Pflanzenkörper ein und schützen vorbeugend vor einer Infektion – und systemische Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden und innerlich wirken. Schon früh erkannte man die Wirksamkeit von Kupfer und Schwefel gegen schädliche Pilze; beide wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert benutzt; später mischte man sie mit gelöschtem Kalk und versprühte sie in Form von Schwefel- oder Kupferkalkbrühe über die Pflanzen. Letzteres Mittel wird auch Bordeaux-Brühe genannt und wurde 1882 entwickelt, es gilt als das erste tatsächlich wirksame Fungizid. Während die früher verwendeten Fungizide eine Breitbandwirkung zeigten und damit teilweise auch auf andere Organismen schädlich wirkten sowie aufgrund ihrer Giftigkeit auch für den Menschen eine Gefahr darstellten, stehen heute verschiedene selektiv (gegen bestimmte Pilzgruppen) und spezifisch (für andere Lebewesen weitgehend ungiftig) wirkende Mittel zur Verfügung. Eine besondere Rolle spielen dabei organische Quecksilberverbindungen und so genannte Thiocarbamate (organische Schwefel-Stickstoff-Verbindungen) sowie verschiedene weitere Wirkstoffklassen. Große Bedeutung haben solche Fungizide auch für die so genannte Saatgutbeizung, die beim Getreide durchgeführt wird (die Quecksilberbeize ist seit 1981 in der Bundesrepublik verboten); sie schützt die Samen u. a. vor Pilzkrankheiten wie der Umfallkrankheit, die vorwiegend an den Keimlingen auftreten und eine Weiterentwicklung der Jungpflanzen verhindern.
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