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Architektur

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Architektur (lateinisch architectura), die Kunst des Entwerfens, Konstruierens und Errichtens von Bauwerken. Dieser Artikel thematisiert hauptsächlich Architektur mit einem künstlerischen Anspruch (im Unterschied zum Ingenieurbau). Als so genannte Baukunst gilt sie als eine stark zweckgebundene Kunst, der die Gestaltung des umbauten Raumes auch unter Einbezug von Licht und Farbe sowie der Funktion des Baus obliegt.

Die Aufgabe des Architekten (bis ins 19. Jahrhundert zumeist Baumeister genannt) besteht auch in der Planung und Verwirklichung sozialer Räume im Sinne von Wohnbau und Stadtplanung. Weitere Gebiete, die sich in der Zuständigkeit des Architekten befinden, sind darüber hinaus der Bau und die Gestaltung öffentlicher Bauwerke (Verwaltungs- oder Repräsentationsbau), Sakralbauten (siehe Kirchenbau; Kloster), Landschaften und Gärten, schließlich auch die Innenraumgestaltung (siehe Innenarchitektur; Design).

2

Technische Voraussetzungen und Materialien

Die Geschichte der Architektur ist auch die des jeweils verwendeten Materials, da traditionelle Baustoffe wie Naturstein, Backstein und Holz seit der industriellen Revolution vermehrt durch Materialien wie Beton, Stahl, Glas und zahlreiche Kunststoffe ergänzt wurden. Diese materielle Erweiterung bedeutet zugleich die fortschreitende Befreiung der Architektur von Naturgesetzen und von klimatischen und geographischen Abhängigkeiten.

Die Verfügbarkeit von geeigneten Baustoffen ist stark abhängig von der jeweiligen geographischen Region und beeinflusst maßgeblich das äußere Erscheinungsbild des Bauwerks wie auch die Ausprägung entsprechender handwerklicher Fähigkeiten. Bereits in der Konstruktionsphase müssen die spezifischen Eigenschaften von Baustoffen berücksichtigt werden, insbesondere um ein den menschlichen Bedürfnissen adäquates Raumklima herzustellen.

2.1

Holz

Holz wird vor allem in Regionen der Erde verwendet, wo die Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht und Sommer und Winter sehr hoch sind. In Skandinavien und Russland ist die Holzbauweise deshalb – und wegen der leichten Verfügbarkeit – sehr hoch entwickelt (siehe Stabkirchen; skandinavische Kunst und Architektur). Holz wird auch in industriell geprägten Bauten als Konstruktions- und Ausbaumaterial in einer Fülle von gesägten und verleimten Halbfertigprodukten wie Leisten, Latten, Schichtholz und Sperrholz verwendet.

Siehe auch Holzindustrie

2.2

Naturstein, Lehm und Ziegel

Stein lässt sich behauen und ist mit dem alten Handwerksberuf des Steinmetzen eng verbunden. Marmor war in fast allen Zeiten aus ästhetischen und ökonomischen Gründen in der Regel repräsentativen und sakralen Bauten vorbehalten. Heute besitzen Natursteine vor allem in der Fassadengestaltung und in der Innenarchitektur noch eine gewisse Bedeutung.

Lehm wird in heißen Ländern seit prähistorischen Zeiten als Baumaterial verwendet, so etwa in der Lehmarchitektur Vorderasiens und Afrikas, ferner in der Architektur der Puebloindianer in New Mexico. Er hat eine kühlende Eigenschaft nach innen und muss nicht gebrannt werden, sondern wird durch die Sonne gehärtet, sobald er auf ein Gitter aus Schilf oder Stroh aufgetragen wird.

In gemäßigten klimatischen Zonen ist die Ziegelbauweise – oft mit Holzkonstruktionen kombiniert – vorherrschend. Die Eigenschaften des Mauerziegels können innerhalb bestimmter Grenzen durch das Rohmaterial (Lehm, Ton, Mergel) und durch den Brennvorgang gesteuert werden. Wichtige Eigenschaften des Ziegels sind seine Druckfestigkeit und seine Porosität. Die verschiedenen Formen von unverputztem Hartbrandstein, der vor allem im nördlichen Europa Verwendung findet, sowie verputztem Mauerziegel, der in Mittel- und Südeuropa eingesetzt wird, haben die Architektur und das Antlitz ganzer Städte bis heute entscheidend geprägt. Beispielsweise existierten in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts ungefähr tausend Ziegelbrennereien. Stahl und Beton wurden seinerzeit nur in der industriell orientierten Architektur verwendet (siehe unten). Im Lauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Ziegelbauweise zugunsten von Beton, Stahl, Glas und Kunststoffen ab.

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