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ArchitekturEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Technische Voraussetzungen und Materialien; Gebäudekonstruktionen; Ideengeschichtlicher Hintergrund der Architektur; Künstlerische Aspekte und Klassifikationen; Vor- und Frühgeschichte; Ägypten; Asiatische Hochkulturen; Amerika; Griechische Antike; Römische Antike; Christlich-römische Antike; Frühes Mittelalter; Byzantinische Architektur; Romanik; Gotik; Renaissance; Manierismus; Barock; Rokoko; Klassizismus und Romantik; Historismus, Industriearchitektur und Jugendstil; 20. Jahrhundert; 21. Jahrhundert
Die traditionelle hinduistische Steinarchitektur ging bei der Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Gebäude eine enge Verbindung mit der Skulptur ein. Geometrische Formen oder strukturierende Elemente wurden dagegen nicht angestrebt, und auch die Größe des errichteten Bauwerks spielte nur eine untergeordnete Rolle. Ein spezifisch indisches Kultmal ist der halbkugelförmige Stupa, der erstmals zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. unter buddhistischem Einfluss in Sanchi bei Bhopal in Mittelindien gebaut wurde. Er bildet den Grundstein der buddhistischen Tempelarchitektur. Die Heiligtümer, Höhlentempel und Klöster in Ellora und Ajanta nordöstlich von Mumbai bestehen aus mehreren großen Höhlen, die über viele Jahrhunderte hinweg von Menschenhand in den Felsen gehauen wurden. Später ging man vom Behauen der Felsen zur Konstruktion eines Gebäudes aus Stein über, wobei jedoch die zu behauende Steinmasse wichtiger blieb als der Raum, den dieses Gebäude umschloss. Hinduistische Tempel finden sich in ganz Indien, besonders im Süden und im Osten, wo der Einfluss der islamischen Mogul-Herrscher weniger einflussreich war. Siehe auch indische Kunst und Architektur; Hinduismus; Buddhismus
Die bekannteste Tempelanlage in Südostasien ist Angkor Wat (wat: Tempel), zu Beginn des 12. Jahrhunderts unter der Khmer-Dynastie im Nordwesten Kambodschas erbaut. Die Gesamtanlage ist ein reich mit Skulpturen verzierter, teilweise bis zu 61 Meter hoher Komplex, der vollständig aus Stein errichtet wurde und über eine 183 Meter lange Zeremonienbrücke erreichbar ist, die einen rundum laufenden Graben überspannt. Buddhistische Bautraditionen, die häufig über China in das Land kamen, sind besonders in Myanmar, Thailand und Malaysia sowie auf Java und in Sri Lanka zu beobachten. Die reich verzierten Tempel und Heiligtümer in der Königspalastanlage Wat Arun in Thon Buri (Bangkok) wurden um 1770 errichtet und zeugen von der fortdauernden Lebendigkeit dieser Kultur. Siehe auch buddhistische Architektur
Der strenge Grundriss des chinesischen Hauses resultiert direkt aus dem hierarchisch organisierten Leben der Familie. Dabei spielt das traditionelle Ritual der Verehrung der Vorfahren eine große Rolle (siehe Ahnenkult): Das Haus wird auf einem rechteckigen Fundament, wenn möglich an der Nordseite eines ummauerten Hofes errichtet und ist von der Südseite aus zugänglich; weitere Wohnelemente werden symmetrisch auf beiden Seiten dieser Nord-Süd-Achse angelegt. Diese Anlage war auch das Grundmuster der chinesischen Städteplanung und maßgeblicher Bauten wie Klöster, Paläste und herrschaftlicher Häuser. Die chinesische Hauptstadt Peking entstand über einen Zeitraum von 1 300 Jahren hinweg unter verschiedenen Dynastien. Peking setzt sich aus zwei abgegrenzten Stadtteilen zusammen: In der Inneren Stadt befindet sich die Kaiserstadt, in der wiederum die Verbotene Stadt liegt. Sie bot dem kaiserlichen Hof und der kaiserlichen Familie Schutz. Die gesamte Anlage folgt dem Prinzip strenger, an einer großen Nord-Süd-Achse ausgerichteten Symmetrie. Stein, Ziegel, Fliesen und in beschränktem Umfang Holz standen in China traditionell als Baumaterialien zur Verfügung. Die Wände haben keine tragende Funktion und dienen lediglich der Abgrenzung des Raumes. Die gesamte Last des offenen hölzernen Dachstuhles, der sich in mehreren Stufen aufbauen kann, ruht lediglich auf den Ecksäulen. Das Dach selbst ist mit farbig glasierten Keramikziegeln gedeckt. Siehe auch chinesische Kunst und Architektur; koreanische Kunst und Architektur
Die traditionelle japanische Wohnhausarchitektur versucht, die natürlichen Elemente zu integrieren (siehe Feng Shui). Erde, Wasser, Steine und Bäume sollen in ein geordnetes Verhältnis gebracht werden, um in der Architektur die kosmische Ordnung abzubilden. Der Katsura-Palast (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) wurde nach eben diesen Vorstellungen von einem Meister der Teezeremonie entworfen. Der Bau ist eine sorgfältig durchdachte Baufolge mit weiten Ausblicken in die Umgebung. So will man ein ausgeglichenes Verhältnis von umbautem Raum und Gartenanlage erreichen. In Japan gab es schon sehr früh ausgereifte Prototypen im Holzbau. Der Schrein von Ise an der Küste südwestlich von Tokyo stammt aus dem 5. Jahrhundert und wird im 20-jährigen Rhythmus regelmäßig erneuert. Das Hauptgebäude ist ein Schatzhaus aus Holz und auf Holzpfeilern errichtet, die in den Boden versenkt sind. Ein strohgedecktes Satteldach bedeckt den Bau. Siehe auch japanische Kunst und Architektur
Zur präkolumbischen Architektur Amerikas siehe präkolumbische Kunst und Architektur; Maya; Azteken; Inka.
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