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Windows Live® Suchergebnisse Eduard BernsteinEnzyklopädieartikel
Eduard Bernstein (1850-1932), Politiker und Publizist, einer der Führer der deutschen Sozialdemokratie. Bernstein wurde am 6. Januar 1850 in Berlin geboren. 1872 schloss er sich der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) an, 1875 war er Delegierter auf dem Gründungsparteitag der Sozialistischen Arbeiterpartei in Gotha und wirkte an der Ausarbeitung des Gothaer Programms mit. Nach dem Erlass des Sozialistengesetzes lebte er im Exil, zunächst von 1880 bis 1888 in Zürich, anschließend bis 1901 in London. Von seinem Exil aus gab er von 1880 bis 1890 die illegale Parteizeitung Der Socialdemokrat heraus. In seinem Londoner Exil kam Bernstein in engen Kontakt mit Friedrich Engels und Karl Kautsky. Er studierte die von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelten Wirtschafts- und Gesellschaftstheorien, lehnte jedoch den von Marx und Engels propagierten gewaltsamen Sturz des Kapitalismus ab und formulierte stattdessen – beeinflusst u. a. von der Fabian Society – eine eigene, als Revisionismus bekannt gewordene Theorie, die auf eine evolutionäre statt auf eine revolutionäre Herbeiführung der sozialistischen Gesellschaft setzte und zwischen revolutionärer Theorie und politischer Praxis zu vermitteln suchte. Seine Theorie legte er zunächst in mehreren Artikeln über die Probleme des Sozialismus in der von Kautsky herausgegebenen Neuen Zeit nieder und schließlich in Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie (1899). Der Revisionismus wurde zwar von zahlreichen führenden Köpfen innerhalb der SPD mehr oder weniger scharf abgelehnt und auf dem Dresdner Parteitag offiziell verurteilt; in der Praxis aber folgte die SPD vielfach den Bernstein’schen Theorien, und nach 1919 wurde der Revisionismus zur innerparteilich anerkannten Linie der SPD. 1901 kehrte Bernstein nach Deutschland zurück und war dann für die SPD lange Jahre Mitglied des Reichstages (1902-1906, 1912-1918). Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges stimmte Bernstein zunächst mit seiner Fraktion für die Kriegskredite (siehe auch Burgfriede), dann dagegen und wurde deshalb aus der Fraktion ausgeschlossen. Mit gleich gesinnten SPD-Abgeordneten verband er sich zur Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, die sich 1917 zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) formierte. 1920 verließ Bernstein die USPD und schloss sich wieder der SPD an, für die er von 1920 bis 1928 erneut im Reichstag saß. Bernstein starb am 18. Dezember 1932 in Berlin.
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