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Schuhe

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Schuhe von Vivienne WestwoodSchuhe von Vivienne Westwood
Artikelgliederung
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Einleitung

Schuhe, fest besohlte, schützende Fußbekleidung, die normalerweise den ganzen Fuß umschließt. Sonderformen sind die im häuslichen Bereich getragenen (meist hinten offenen) Pantoffeln, die offenen Sandalen und Stiefel, die bis zur Wade hinaufreichen.

Die ersten Schuhe bestanden aus Tierhäuten bzw. -fellen, die die steinzeitlichen Völker Nordeuropas und Asiens bei kalter Witterung um die Knöchel banden. Sie waren Vorläufer der Fellmokassins, wie sie seit der Bronzezeit verbreitet waren, sowie der Leder- und Fellstiefel, die später von den Persern und Mongolen getragen wurden. Im Nahen Osten waren bereits sehr früh Lederpantoffeln verbreitet, während man in China, wo es kaum Leder gab, Stoffschuhe verwendete. In Ländern mit wärmerem Klima trug man offene Sandalen, die mit Lederriemen an Fuß und Wade befestigt wurden. Aus Holz geschnitzte Schuhe, wie die bäuerlichen Holzschuhe oder Clogs, und Stelzschuhe, wie sie in Japan getragen werden, boten Schutz bei feuchtem und morastigem Boden.

Schuhe waren lange Luxusartikel und Statussymbole, die oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten blieben.

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Antike

Bereits auf ägyptischen Wandmalereien finden sich Zehensandalen mit flachen Sohlen aus Papyrus oder Leder. In Mesopotamien, Kreta und Griechenland trug man verschiedene Schnürsandalen, die teilweise Fersenschoner und verstärkte Sohlen hatten. An akkadischen Skulpturen sind Pantoffeln mit nach oben gebogenen Zehen, wie sie auch in Persien getragen wurden, zu sehen. Griechische Frauen bevorzugten weiche Schuhe, die bis an die Knöchel reichten, und Sandalen. Im Krieg und bei der Jagd war dagegen das Tragen von Stiefeln üblich.

Zur Fußbekleidung der Römer gehörten leichte Sandalen (solea), weiche, bis an den Knöchel reichende Lederschuhe (calcei) sowie vorne offene, geschnürte, wadenhohe Stiefel. Patrizier unterstrichen ihren Status durch das Tragen roter Schuhe. Soldaten schützten sich mit schweren, hochgeschnürten Nagelschuhen (caliga), die an den Zehen offen waren. Der Beiname des römischen Kaisers Caligula (12-41 n. Chr.) bedeutete wörtlich „Soldatenstiefelchen”.

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Mittelalter und Renaissance

Im Mittelalter wickelten die Bauern ihre Füße in Fell oder trugen Holzschuhe. Männer hatten auch feste Ledersohlen, die mit lockeren Stoffstrümpfen oder Wadenlappen verbunden waren. Adlige und Geistliche trugen Schuhe aus weichem Stoff oder Leder, die den römischen calcei oder den byzantinischen Schuhen ähnelten, die über einem Schlitz an der Vorderseite geschnürt wurden.

Durch die Kreuzzüge wurden orientalische spitze Herrenschuhe modern, die mit engen Strümpfen aus Seide, Samt oder weichem Leder getragen wurden. Sie wurden als crackows oder poulaines bezeichnet, und die Spitzen, die durch Fischbein und Füllmaterial geformt und manchmal an die Knie gebunden wurden, waren über 60 Zentimeter lang. Die gewöhnlichen Bürger trugen Schuhe, deren Spitzen nicht länger als 15 Zentimeter waren. Hölzerne Stelzschuhe schützten diese Schuhe im Freien, und zum Reiten wurden Stiefel mit lockeren Stulpen getragen.

Im 16. Jahrhundert änderte sich die Schuhmode stark. Sowohl Männer als auch Frauen trugen flache, breite Schuhe. Die Kappen, die zurückgerollt und häufig geschlitzt waren, um das Farbfutter der pantoffelartigen Fußbekleidung sichtbar zu machen, erreichten eine extreme Breite, die schließlich per Gesetz eingeschränkt werden musste.

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Neuzeit

Die Schuhe des 17. Jahrhunderts für beide Geschlechter waren durch hohe Absätze, eigentlich noch einer Erfindung des 16. Jahrhunderts, gekennzeichnet. Diese Mode wurde durch Ludwig XIV. von Frankreich gefördert, der solche Schuhe trug, um seine geringe Körpergröße zu kompensieren. Noch heute wird ein gebogener Absatz als französischer oder Louis-Absatz bezeichnet. Diese Schuhe mit quadratischen Vorderkappen und langen Zungen wurden mit Schnallen oder breiten Schleifen befestigt. Die Männer trugen auch weiche, breite Ritterstiefel, aus denen oft lockere, zusammengeschnürte Stiefelstrümpfe hervorschauten.

Im 18. Jahrhundert wurde der weiche Stiefel durch den festen Kuhmaul-Stulpenstiefel ersetzt, der durch einen Metallrahmen aufrechtgehalten und hinter dem Knie oft zur Seite geschnitten wurde. Die von den Frauen getragenen pantoffelähnlichen Schuhe waren aus besticktem Brokat, Seide, Samt oder Ziegenleder.

In den Napoleonischen Kriegen trugen die Offiziere und andere Edelleute feste Stulpenstiefel, u. a. den Wellingtonstiefel (nach dem englischen Feldherrn benannt). Männliche Zivilisten trugen enge, flache Pumps mit Schnallen. Frauen bevorzugten enge, flache Schnürpantoffeln, die um den Knöchel gebunden wurden.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, Schuhe in Fabriken als Massenware herzustellen. Allmählich wurden sie auch in ländlichen Gebieten unverzichtbares Requisit der täglichen Bekleidung. Männer trugen geschnürte oder elastische Halbstiefel, Frauen Halbschuhe oder Halbstiefel mit Absätzen. Gegen Ende des Jahrhunderts kamen Sportschuhe aus Leinen mit Gummisohlen (Turnschuhe) auf.

Die mit Beginn des 20. Jahrhunderts auflebende Tendenz zu bequemer, praktischer Kleidung hat sich auch auf die Schuhmode ausgewirkt. Für die Herren entstanden flache Schnürhalbschuhe in verschiedenen Lederarten und Ausführungen (wie die berühmten „Budapester” mit Lochstickerei), legere Slipper, Halbstiefel und Sportschuhe für spezielle Sportarten. Je nach Mode und natürlich witterungsbedingt tragen Frauen Halbschuhe, Stiefel oder Sandalen mit verschieden hohen Absätzen. Modisch tragbar ist heutzutage nahezu alles, und mit den Revivals bestimmter Epochen taucht auch deren typisches Schuhwerk wieder auf, wie Mitte der neunziger Jahre die Plateausohlen der siebziger Jahre – nun auch in überdimensionierten Höhen. Sportschuhe gibt es in verschiedenen Varianten und je nach Sportart (z. B. Fußball-, Radfahrer-, Langlauf-, Wander- oder Turnschuhe). Turnschuhe haben sich vor allem bei der Jugend auch als Alltagsschuhe durchgesetzt. Insgesamt rückt das Schuhwerk wieder als soziales Unterscheidungsmerkmal in den Vordergrund: Während Punks (siehe Punkrock) und Skinheads durch Springerstiefel ihre Protesthaltung ausdrücken, weisen Wohlhabende durch maßgefertigte oder zumindest rahmengenähte Schuhe auf ihren gesellschaftlichen Status hin. Das klassische Land der Schuhherstellung ist nach wie vor Italien, die berühmtesten Schuhmanufakturen befinden sich in London, aber auch in Wien und München.

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