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SambiaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Zum Justizsystem gehören das Oberste Gericht, ein Hoher Gerichtshof und die Gerichte der einzelnen Provinzen, die nach dem Modell der britischen Rechtsprechung arbeiten. Afrikanisches Stammesrecht wird an besonderen Gerichtshöfen gesprochen.
Sambia ist in neun Provinzen untergliedert, von denen jede von einem Beamten der Zentralregierung verwaltet wird.
Gemäß der Verfassung von 1973 war die United National Independence Party (UNIP) die einzige legale politische Organisation in Sambia, und ihr Zentralkomitee hatte eine bedeutendere Stellung inne als das Kabinett. 1990 wurde die Verfassung ergänzt und ließ nun auch Parteien der Opposition zu. 1991 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt, die ein Mehrparteiensystem mit direkten Wahlen für das Parlament etablierte und die Macht des Präsidenten einschränkte. Eine Koalition der damaligen Oppositionsparteien, der Movement for Multi-Party Democracy (MMD), wurde bei den Wahlen von 1991, 1996 und 2001 stärkste politische Kraft. Wichtigste Oppositionsparteien sind die United Party for National Development (UPND) und die UNIP.
Die bewaffneten Streitkräfte Sambias umfassen ein Heer mit 13 500 und eine Luftwaffe mit 1 600 Soldaten (2004). Der Armeedienst erfolgt auf freiwilliger Basis.
Sambia gehört zu den 15 größten Kupfererzförderländern der Welt und verfügt im Kupfergürtel, einer Provinz im nördlichen Zentrum des Landes, über große Kupfer- und Cobaltlagerstätten. Trotzdem zählt Sambia zu den ärmsten Ländern der Welt und ist in hohem Maße von Entwicklungshilfe abhängig. Der Anteil der Bevölkerung, der pro Kopf mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen muss, lag 2004 in den urbanen Regionen bei schätzungsweise 50 Prozent und in den ländlichen bei 75 Prozent. Große Erwartungen setzt die sambische Regierung u. a. in Produktionssteigerungen im Bergbau, vor allem in der Kupfer- und Cobaltförderung, durch die, wie schon in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, das Wirtschaftswachstum vorangetrieben werden soll. Mit einer Reihe von Programmen (zum Teil mit internationaler Unterstützung) versucht Sambia, die Privatisierung staatlicher Betriebe weiter voranzutreiben, bessere Rahmenbedingungen für Investoren zu schaffen und die Korruption zu bekämpfen. Viel verspricht man sich auch von der weiteren Liberalisierung des Agrarsektors, in dem der größte Teil der Bevölkerung erwerbstätig ist, sowie dem sich langsam entwickelnden Tourismus. Sambias Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 10 734 Millionen US-Dollar (2006). Das gesamte Arbeitskräftepotential Sambias umfasst etwa 4,99 Millionen Menschen (2006).
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