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Pisa (Stadt)

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Piazza dei Miracoli, PisaPiazza dei Miracoli, Pisa
Artikelgliederung
1

Einleitung

Pisa (Stadt) (in der Antike Pisae), Stadt in Mittelitalien, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Toskana, am Arno in der Nähe des Ligurischen Meeres gelegen.

2

Bildung und Kultur

Zu den Bildungseinrichtungen gehören die Universität von Pisa (1343), eine pädagogische, eine technische und eine landwirtschaftliche Hochschule sowie ein Institut für Veterinärmedizin.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Pisa befinden sich auf der Piazza del Duomo (Domplatz), die von der UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zu ihnen gehören der Dom Santa Maria Assunta (mit Dommuseum), das Baptisterium und der Glockenturm (Campanile), wegen seines im weichen Boden abgesackten Fundaments als Schiefer Turm von Pisa weltbekannt. Der große Dom aus weißem Marmor wurde 1063 im romanischen Stil erbaut. Die reich verzierte Fassade wurde im 12. Jahrhundert hinzugefügt. Bei dem 1152 begonnenen Baptisterium handelt es sich um ein kreisförmiges, von einer großen Kuppel gekröntes romanisches Bauwerk, das im 14. Jahrhundert mit vielen aufwendigen Ornamenten versehen wurde. Der Bau des Glockenturmes begann 1173, wurde aber unterbrochen, als die Baumeister bemerkten, dass das niedrige Fundament in dem weichen Untergrund nicht genug Halt bieten würde. Das Gebäude wurde später jedoch trotz dieser Bedenken bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertig gestellt.

Die Neigung des Schiefen Turmes beträgt etwa zehn Grad. 1990 wurde der Turm aus Sicherheitsgründen für Besucher geschlossen und erst am 15. Dezember 2001 wieder geöffnet. Durch umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung des Fundamentes war es in den vergangenen Jahren gelungen, die Schräglage des Turmes um knapp einen halben Meter zu verringern.

Die Legende besagt, dass sich der Wissenschaftler Galilei die Neigung des Turmes für seine Experimente zum freien Fall zunutze machte, indem er von oben Gewichte herabfallen ließ.

3

Wirtschaft

Die Stadt ist nicht nur Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt, sondern auch Fremdenverkehrs- und Industriezentrum. Die Industriebetriebe stellen Textilien, Maschinenteile, Nahrungsmittel, pharmazeutische Produkte und Glas her.

4

Geschichte

Die Etruskerstadt Pisa wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. römische Kolonie. Bis zum 9. Jahrhundert n. Chr. hatte sich die Stadt bereits zu einer Seemacht entwickelt. Pisa und das verbündete Genua vertrieben im 11. Jahrhundert die Sarazenen aus Sardinien und Korsika. Danach führte jedoch die wirtschaftliche Rivalität zwischen den beiden Städten wiederholt zu Kriegen. Im 12. und frühen 13. Jahrhundert erreichte Pisa seine größte wirtschaftliche Macht. Während der politischen Kämpfe im Italien der Renaissance gehörte Pisa der Fraktion der Ghibellinen an, die die römischen Könige gegen den Papst unterstützten. Die Opposition der Guelfen wurde von Florenz angeführt, das die Kontrolle über die Handelsaktivitäten Pisas übernehmen wollte. 1284 wurde die Flotte Pisas bei Meloria von Genua besiegt, was einen politischen und wirtschaftlichen Abstieg der Stadt zur Folge hatte. 1406 fiel die Stadt dann schließlich an Florenz, dessen Herrschaft Pisa sich nur noch einmal zwischen 1494 und 1509 entziehen konnte (weitere Geschichte siehe Florenz).

Zu den bedeutenden Bürgern Pisas gehörten Galilei, die Bildhauer Nicola und Giovanni Pisano sowie Andrea Pisano.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 87 200.

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