Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse GentEnzyklopädieartikel
Gent (französisch Gand), Stadt im Westen von Belgien und Hauptstadt der Provinz Ostflandern. Gent liegt an der Mündung der Flüsse Schelde und Lys nordwestlich der belgischen Hauptstadt Brüssel. Die Stadt wird von zahlreichen kleineren Gewässern und künstlich angelegten Kanälen durchflossen und dadurch in zahlreiche kleine Inseln unterteilt, die über ungefähr 200 Brücken miteinander verbunden sind. Die Wasserwege in Gent sind durch zwei große Kanäle direkt mit dem Meer verbunden: Der Gent-Terneuzen-Kanal läuft von Gent zum niederländischen Hafen Terneuzen an der Westerschelde, eine weitere Kanalverbindung besteht nach Brügge und Ostende. Diese Meereszugänge machten aus Gent ein wichtigstes Handels- und Exportzentrum an der Nordsee. Zwar hat die Bedeutung der Stadt, die im 15. Jahrhundert über eine der größten Tuchweberindustrien in Europa verfügte, seitdem abgenommen. Doch auch heute ist der Umfang der Industrieniederlassungen beträchtlich. Hergestellt werden Spitze, Wollwaren, Leder, Seife, Papier, Baumwoll- und Leinenerzeugnisse, Maschinen, Zucker, Bier und Tabakwaren. Die Blumen- und Ziersträucherzucht ist in Gent und der Umgebung ein florierender Industriezweig mit einigen hundert Niederlassungen in der Stadt. Bedeutendste Bildungseinrichtung ist die Staatliche Universität von Gent (1817). Ferner gibt es eine Kunstgalerie, zahlreiche Museen, das Königliche Musikkonservatorium und die Königliche Flämische Akademie für Sprache und Literatur. Reizvoll ist der Kleine Beginenhof, eine von Stadtmauern umschlossene Stadt mit zahlreichen kleinen Häusern, 18 Konventen und einer Kirche. Er liegt im Vorort Sankt Amandsberg und wird von 700 Schwestern der Beginen bewohnt, die sich in klosterähnlichen Gemeinden zu einem Laienorden zusammengeschlossen hatten und sich seitdem der Wohltätigkeitsarbeit widmen. Die Kathedrale Sint-Baafs, die über eine Krypta aus dem 12. Jahrhundert verfügt, beherbergt den berühmten Genter Altar aus zwölf verschiedenen Gemäldetafeln, der von Hubert van Eyck begonnen und von Jan van Eyck vollendet wurde. Gent wurde bereits im 8. Jahrhundert schriftlich erwähnt. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ließ Balduin I., Graf von Flandern, eine Burg zur Verteidigung der Stadt erbauen, um die eine Kaufmannssiedlung entstand. Die Kaufleute ertrotzten sich im frühen 12. Jahrhundert von den Grafen von Flandern politische Rechte. Aus ihrer Mitte entstand ein Patriziat, an dem nach und nach auch dominierende Zünfte, wie die Tuchmacher, teilhatten. Kaiser Karl V. nahm der Stadt 1540 alle politischen Rechte. Der niederländische Aufstand trug zum Niedergang der Stadt bei. 1584 eroberten Spanier Gent. 1792 wurde Gent von Frankreich eingenommen und 1814 den Niederlanden einverleibt. 1830 wurde sie schließlich zu einem Teil des unabhängigen Königreiches Belgien. Im 1. Weltkrieg und auch größtenteils im 2. Weltkrieg war Gent von deutschen Truppen besetzt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 235 000 (2007).
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |