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Pflanzenanbau

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Zitrusfrüchte: Wichtigste ErzeugerländerZitrusfrüchte: Wichtigste Erzeugerländer
Artikelgliederung
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Anbau von Nüssen

In tropischen und gemäßigten Klimazonen wird eine große Vielfalt an Nusssorten angepflanzt. Die Kokosnuss und die Nüsse der Ölpalmen kommen aus den Tropen. Walnüsse (siehe Walnussgewächse), Pekannüsse, Mandeln, Kastanien und Haselnüsse stammen von Laubbäumen der gemäßigten Klimazonen. Erdnüsse, die Samen einer Hülsenfrucht, stammen ursprünglich aus den Tropen, werden heute aber in tropischen bis gemäßigten Zonen angebaut.

Erdnüsse und Kokosnüsse sind die wichtigsten Vertreter der angebauten Nussarten und werden häufig zu Nahrungsmitteln und Speiseöl verarbeitet. Die Nüsse von Palmen gewinnen als Rohstoff für Speise- und Industrieöle zunehmend an Bedeutung. Die meisten anderen Nussarten werden hauptsächlich als Nahrungsmittel genutzt. Zu den erwähnenswerten Ausnahmen gehören die Nüsse des Tungbaumes, die zu Industrieölen verarbeitet werden, und Colafrüchte, aus denen das Anregungsmittel Coffein gewonnen wird.

Verbesserte Geräte zum Ernten, Schälen und Trocknen von Nüssen haben dazu geführt, dass sich der Anbau von Nüssen zu einem bedeutenden Industriezweig entwickelt hat. Die Anbaumethoden unterscheiden sich nach den Eigenschaften der verschiedenen Arten, den klimatischen Ansprüchen und Bodenbedürfnissen sowie der verfügbaren Arbeitskraft. Besonders bei kommerziellen Pflanzungen ist es wichtig, dass Insekten und Krankheiten unter Kontrolle gehalten werden. Entsprechende Maßnahmen müssen jeweils sorgfältig an die Pflanze und den Schädling angepasst werden.

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Gemüsebau

Eine Vielzahl von Krautpflanzen wird wegen ihrer essbaren Blätter, Stängel, Wurzeln, Früchte oder Samen angebaut. Gemüse ist eine wichtige Quelle von Mineralstoffen und Vitaminen, außerdem trägt es zur Abwechslung bei und macht das Essen interessanter. Gemüse wird unter sehr verschiedenen Bedingungen angepflanzt: vom Balkonkasten über den Hausgarten bis hin zu Großbetrieben. Über 40 Arten werden kultiviert, darunter Blattpflanzen (wie Kopfsalat, Spinat, Endivie, Sellerie, Chinakohl), Wurzel- oder Hackfrüchte (siehe Rüben, Karotten, Kartoffeln, Bataten, Rettiche, Wasserrüben, Kohlrüben), Kohlpflanzen (siehe Kohl, Broccoli, Blumenkohl) und eine Reihe anderer Arten, die wegen ihrer Früchte oder Samen angebaut werden (siehe Erbsen, Bohnen, Zuckermais, Kürbisse, Melonen, Tomaten).

Viele Gemüsearten können durch sorgfältige Sortenwahl unter sehr unterschiedlichen Bedingungen gezogen werden. Doch muss man beim Anbau darauf achten, die für Klima- und Bodenverhältnisse geeignete Sorte zu wählen. Die meisten der häufig angebauten Gemüsesorten wurden in gemäßigten Klimazonen entwickelt, einige sind aber an tropische Bedingungen angepasst. Zu den tropischen Gemüsesorten gehören eine Reihe von Wurzelfrüchten (insbesondere Yams und Maniok), verschiedene Sorten von Melonen, Kürbissen und Bohnen sowie eine große Zahl von Pflanzen, die wegen ihrer essbaren Blätter und Stängel angebaut werden.

In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg hat sich der Gemüseanbau besonders in Europa und Nordamerika stark gewandelt. Früher wurde frisches Gemüse meist in der Nähe von Ballungszentren angebaut und war nur während oder kurz nach der Erntezeit verfügbar. Das Einmachen (siehe Lebensmittelkonservierung) war das wichtigste Verfahren bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Durch die spätere Vermarktung durch Supermarktketten und das Entstehen großer, Nahrungsmittel verarbeitender Betriebe konzentrierte sich die Kaufkraft auf eine kleine Gruppe von Käufern, die während des ganzen Jahres laufend Lieferungen von Gemüse mit gleich bleibender Qualität brauchten. Gleichzeitig wurde die Produktion von Gemüse in großem Umfang in Gegenden möglich, die weit von Ballungszentren entfernt lagen, denn Bewässerungssysteme wurden rasch ausgebaut, die Insekten- und Unkrautbekämpfung verbessert und neue Maschinen zum Pflanzen, Besprühen, Ernten und Sortieren entwickelt. Auf diese Weise wurden beispielsweise Südeuropa und Nordafrika Gemüselieferanten für Nordeuropa. Ortsansässige Anbauer spielten noch immer eine entscheidende Rolle bei der Versorgung mit saisonalem Gemüse, aber die großen Produzenten aus dem Süden lieferten ganzjährig eine Reihe frischer und gefrorener Gemüsesorten, die inzwischen in den großen Märkten ständig zu finden sind. Die steigenden Energiekosten bei langen Transporten ließen aber die kleinen Produzenten in der Nähe der Abnehmer wettbewerbsfähiger werden. Bauernmärkte sind weiterhin in großen Teilen der Welt, besonders in Asien, Afrika und Südamerika, die Hauptverkaufsstellen für Gemüsebauern. Andererseits hat die Entwicklung kostengünstiger Luftfracht eine Steigerung der Produktion von „Luxus”-Obst- und -Gemüsesorten in tropischen Ländern ermöglicht, die nun Europa und Nordamerika außerhalb der Saison mit frischem Obst und Gemüse versorgen.

Im Vergleich zu anderen Anbauarten erfordert ein erfolgreicher Gemüsebau erhebliches Können und Glück. Der Gemüsebauer muss in der Lage sein, den Wünschen der Kunden entsprechend attraktives Gemüse von hoher Qualität zu produzieren. Dazu muss er sich mit Bodenbearbeitung, Anpflanzen und Pflege der Pflanzen ebenso auskennen wie mit Unkraut- und Schädlingsbekämpfung und Bewässerung. Damit die Qualität nicht leidet, ist Gemüse vorsichtig zu ernten und zu behandeln, und die Verkaufsstrategie muss gut durchdacht und ausgeführt sein. Fehler, schlechtes Wetter oder einfach Pech können eine Gemüseernte unansehnlich und unverkäuflich machen oder den Gewinn so verringern, dass der Anbau nicht mehr rentabel ist.

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Industriepflanzen

Große Bereiche des Ackerlandes der Welt dienen dem Anbau so wichtiger Produkte wie Tabak, Gummi (Kautschuk), Baumwolle sowie von Rohstoffen für Industrie und pharmazeutische Produkte und Zierpflanzen. Der Anbau einiger dieser Pflanzen (Tabak, Baumwolle) ist weit verbreitet, andere (Gummibäume, Sisalagave, bestimmte Ölsaaten) werden nur in den Tropen oder anderen, besonders für ihre Bedürfnisse geeigneten Gegenden angebaut. Alle Sorten erfordern Sorgfalt bei Planung und Anbau. Tabak und Baumwolle sind besonders pflegeintensiv. Sie versprechen eine hohe Rendite, sind aber anfällig für eine Reihe von Schädlingen und Krankheiten und erfordern daher sorgfältige Maßnahmen zu deren Bekämpfung.

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Neue Formen der Nutzung

Die meisten Kulturpflanzen werden schon seit Tausenden von Jahren angebaut, trotzdem werden immer noch neue Sorten, Verfahren und Produkte entwickelt. Gleichzeitig suchen Wissenschaftler unter den weniger bekannten Arten nach neuen Kulturpflanzen. Ein Beispiel dafür ist Triticale, eine Hybridpflanze aus Weizen und Roggen. Sie kann bedeutende Erträge eines proteinreichen Mehles liefern. Tef, eine Getreidesorte aus Äthiopien, könnte ebenso für eine umfassendere Nutzung entwickelt werden wie Amarantgetreide und anderes.

Der Guayulestrauch, eine Pflanze aus halbtrockenen Gebieten, wurde zur Gewinnung einer Art Gummi genutzt. In den vergangenen Jahren ist erneutes Interesse an dieser Pflanze erwacht. Cucurbita foetidissima, aus der Familie der Kürbisgewächse, kommt als möglicher Stärke-, Öl- und Eiweißlieferant in Betracht. Grindelia, eine Kautschuk liefernde Pflanze ebenfalls aus halbtrockenen Gebieten, wird daraufhin untersucht, ob sie als Tierfutter und zur Gewinnung von Harzen in Frage kommt, und Meerkohl wird als Ersatz für Rübsamen entwickelt. Papierprodukte werden heute aus der Pulpe von Keraf hergestellt, einer einjährigen Pflanze aus Ostafrika.

Pflanzen gewinnen als Energielieferanten zunehmend an Bedeutung, da die Vorräte an fossilen Brennstoffen zur Neige gehen. Die Umwandlung von Pflanzenmaterial in Energie geschieht entweder durch direkte Verbrennung oder durch Vergären des in Pflanzen enthaltenen Zuckers zu Alkohol. Holz, Maiskolben, Stroh und andere faserige und holzige Teile können durch Verbrennen direkt in Energie umgewandelt werden. Allerdings sind das Sammeln, die Verarbeitung und der Transport über lange Strecken schwierig. Derzeit richtet sich das Interesse daher auf Pflanzen wie Zuckerrohr und Zuckerrüben, die große Mengen Zucker liefern, der leicht zu Alkohol vergoren werden kann. Was den potentiellen Nutzen angeht, folgen diese Pflanzen direkt auf Stärkelieferanten wie Mais und Kartoffeln. Preiswerte chemische Verfahren zur Umwandlung dieser Stärke in Zucker für die Alkoholproduktion sind bereits verfügbar. Andere Möglichkeiten ergeben sich überall da, wo Pflanzenabfälle anfallen. Aber Verfahren zum Zersetzen von Cellulose und anderen Pflanzenfasern in Zucker, der dann fermentiert werden kann, sind kompliziert und teuer und müssen noch weiter entwickelt werden, bevor sie kommerziell einsetzbar sind.

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Umweltfragen

Durch die Bearbeitung des Bodens, um ihn für das Anpflanzen vorzubereiten und um Unkraut bekämpfen zu können, wird dieser freigelegt und damit anfällig für Erosion durch Wind und Wasser. Ein bekanntes Beispiel ist ein Gebiet der USA, das Dust Bowl (Staubschüssel) genannt wird. Hier wurde der Boden durch Pflanzenanbau und Viehzucht freigelegt, was in den dreißiger Jahren zu einer ausgedehnten Winderosion führte. Durch Erosion wird fruchtbarer Boden abgetragen, eine Folge sind Probleme der Umweltverschmutzung, besonders in Bezug auf Luft und Wasser. Zur Bekämpfung der Erosion wurden verschiedene Verfahren eingesetzt. So gehen Pflanzenbauer bei der Herstellung des Saatbettes zu Verfahren einer reduzierten Bodenbearbeitung über. Häufig lässt man eine Mulchschicht aus Pflanzenresten auf dem Boden, um ihn vor Erosion durch Wind und Wasser zu bewahren. Fruchtwechsel und Deckfrucht werden ebenfalls immer häufiger eingesetzt, um den Boden zwischen den Pflanzzyklen zu schützen. Viele kleinsamige Pflanzen brauchen aber einen sehr fein bearbeiteten, pulverförmigen Boden, weshalb sich Erosion nie ganz vermeiden lässt.

Mineraldünger, aus natürlichen oder künstlichen Quellen, kann ebenfalls zur Wasserverschmutzung beitragen. Lösliche Formen von Stickstoff können ins Grundwasser übergehen, auch organischer Dünger kann durch oberflächlich abfließendes Wasser weggespült werden. Landwirte bemühen sich zunehmend, den Düngerverlust gering zu halten, zum einen aus Gründen des Umweltschutzes, zum anderen aber auch wegen rasch ansteigender Düngerpreise. Das Ausmaß der durch Düngemittel verursachten Wasserverschmutzung ist im Vergleich zu anderen Ursachen gering und kann zudem noch weiter reduziert werden, indem ein übermäßiger Einsatz von Düngemitteln vermieden und das Abfließen von Wasser verringert wird. Trotz des Risikos der Umweltverschmutzung ist der Einsatz von sowohl organischen als auch künstlichen Düngemitteln zur Anreicherung von stark beanspruchtem Ackerland nicht zu vermeiden.

Ackerbauern müssen ständig Insekten und Krankheiten bekämpfen, die ihre Pflanzen befallen. Richtig und sorgfältig angewendet, sind chemische Insektizide und Fungizide ein Hilfsmittel zur Verbesserung der Qualität und Verlässlichkeit der Nahrungsmittelversorgung. Einige haben allerdings nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt, und eine Reihe von Schädlingen ist inzwischen gegen früher wirksame Pestizide resistent geworden. Beim Pflanzenanbau werden zunehmend integrierte Programme zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt: Man nutzt sowohl biologische als auch chemische Maßnahmen, um die zeitliche Abstimmung und die Wirksamkeit der Schädlingsbekämpfung zu verbessern und das Risiko für die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Die selbst versorgenden Landwirte überall auf der Welt bauen eine Vielfalt an Pflanzen an. Größere Unternehmen konzentrieren sich aber häufig auf wenige (oder sogar nur eine) Pflanzenart, die den größten Gewinn bringt. Eine Monokultur (der ständige Anbau einer einzigen Pflanzenart) kann sich finanziell durchaus lohnen, häufig führt sie aber dazu, dass Schädlinge und Krankheiten dieser Pflanze gehäuft auftreten. Die daraus entstehenden Probleme können gering und leicht zu beheben sein, sie können aber auch verheerende Ausmaße annehmen und zu großen Verlusten führen. Die meisten Pflanzenbauer streben Fruchtwechsel und Formenvielfalt an. Allerdings haben sie oft aufgrund der Bodenverhältnisse, der Niederschläge und der wirtschaftlichen Lage nur einen begrenzten Spielraum.

Genetiker fürchten, dass der Genbestand einiger Kulturpflanzen – d. h. die Erblinien, aus denen die Zuchtpflanzen ausgewählt werden – stark zurückgegangen ist. Oft ist er in wenigen Sorten konzentriert, die ausgesucht wurden, weil ihre Produktivität unter den heutigen Bedingungen hervorragend ist. Landwirte pflanzen natürlich meistens die ergiebigsten Sorten an, die ihnen zur Verfügung stehen. Allerdings hat diese Überlegenheit einiger weniger, verbesserter Sorten dazu geführt, dass Tausende örtlich vorhandener Erblinien einfach aufgegeben wurden. Diese Verringerung des Genbestands erschwert es möglicherweise, zukünftige Erfordernisse zu bewältigen, die sich aus veränderten Klima- und Bodenverhältnissen und unerwarteten Schädlings- oder Krankheitsentwicklungen ergeben. Um den Umfang des Genbestands zu erhalten, beginnt man überall auf der Welt in internationalen Zentren und Versuchsstationen Sammlungen von Genproben dieser lokalen Erblinien anzulegen. Ein großer Teil unersetzlichen Materials ist zwar bereits verloren, zunehmendes Engagement von Einrichtungen, die solche Projekte finanzieren, und von Wissenschaftlern lassen aber hoffen, dass diese Vergeudung von Genmaterial ein Ende haben wird.

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