![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse ChininEnzyklopädieartikel
Chinin, Alkaloid, das hauptsächlich aus der Rinde von Chinarindenbäumen gewonnen wird. Es ist ein wirkungsvolles Antipyretikum (fiebersenkendes Mittel), das bei vielen fieberhaften Krankheiten eingesetzt wird. Bis zur Entwicklung synthetischer Arzneimittel war Chinin das einzig bekannte Malariamittel. Seine Wirksamkeit wurde wahrscheinlich von Jesuitenmissionaren in Peru entdeckt. Diese brachten das Medikament etwa 1640 nach Europa. Durch den im Lauf der Zeit gestiegenen Verbrauch dieses Mittels waren die südamerikanischen Chinarindenbäume vom Aussterben bedroht. Die Bemühungen, diese Baumart auch in anderen Ländern zu kultivieren, waren schließlich Ende des 19. Jahrhunderts in Niederländisch-Indien (dem heutigen Indonesien) erfolgreich. Die Chininproduktion aus diesen kultivierten Bäumen war sowohl qualitativ als auch quantitativ der aus südamerikanischen Bäumen so weit überlegen, dass Niederländisch-Indien bald praktisch ein Monopol auf die Chiningewinnung hatte. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges waren durch die japanische Besetzung Niederländisch-Indiens über 90 Prozent des Weltvorrats an Chinin nicht mehr verfügbar. Während des Krieges wurden dann Ersatzstoffe für Chinin entwickelt und zum Schutz der alliierten Truppen – vor allem auf dem pazifischen Kriegsschauplatz – in großen Mengen hergestellt. Im Jahr 1944 gelang den amerikanischen Chemikern Robert Woodward und William Doering die Synthetisierung von Chinin aus Steinkohlenteer. Natürliches Chinin wird jedoch immer noch benötigt, da einige Malariaerreger gegen die künstlich hergestellten Ersatzstoffe resistent, also widerstandsfähig sind.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |