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Windows Live® Suchergebnisse Enrico FermiEnzyklopädieartikel
Enrico Fermi (1901-1954), italienischer Physiker und Nobelpreisträger. Fermi lieferte bedeutende Arbeiten zur Quantentheorie, zur Quantenstatistik und zur Kernphysik. Außerdem schuf er gemeinsam mit anderen Forschern die Voraussetzungen für den Bau der ersten Atombombe und setzte den ersten Kernreaktor der Geschichte in Betrieb. Fermi wurde am 29. September 1901 in Rom geboren. Nach Abschluss der Schule begann er das Physikstudium an der Universität von Pisa. Nach seiner Promotion 1922 wechselte er an die Universität Göttingen und arbeitete bei Max Born. Zwei Jahre darauf ging Fermi nach Leiden. Nach einem kurzen Lehrauftrag an der Universität Florenz wurde Fermi 1927 Professor für theoretische Physik an der Universität Rom. Hier baute er Italiens Zentrum für moderne Physik auf. Um sich nicht der politischen Willkür im faschistischen Italien auszusetzen (Fermis Ehefrau war Jüdin), emigrierten Fermi und seine Familie 1938 in die USA, wo er kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges Professor für Physik an der Columbia University wurde. Zu dieser Zeit war sich Fermi schon sehr genau der Bedeutung seiner experimentellen Arbeit zur Erzeugung von Kernenergie bewusst. 1942 setzte er den ersten Kernreaktor der Geschichte in Betrieb. Fermi war bis 1944 am Manhattan-Projekt zum Bau der ersten Atombombe beteiligt. Nach dem Krieg (1946) wurde Fermi Professor für Physik und Direktor des damals neu eröffneten Institute of Nuclear Studies an der University of Chicago. Hier wirkte er bis zu seinem Tod. Er starb am 28. November 1954 in Chicago. Das chemische Element mit der Ordnungszahl 100 wurde nach dem Wissenschaftler benannt (siehe Fermium). Fermis erste bedeutende Arbeit war eine neue Art von Statistik, mit der man das Verhalten von Elektronen erklären konnte. 1925 stellte er für Teilchen mit halbzahligen Spin (Fermionen) eine Quantenstatistik auf. Dem britischen Physiker Paul Adrien Maurice Dirac gelang es, diese Statistik zur Fermi-Dirac-Statistik zu verallgemeinern. Sie stellte praktisch das Gegenstück zur Bose-Einstein-Statistik für Teilchen mit ganzzahligem Spin (Bosonen) dar. Die Fermi-Dirac-Statistik war ein bedeutender Meilenstein für die Entwicklung der modernen Elektronentheorie (z. B. durch Werner Heisenberg, Felix Bloch und andere; siehe hierzu auch Elektronengas). Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts rückte immer mehr die Kernforschung in den Mittelpunkt wissenschaftlichen Interesses. So begann auch Fermi ab 1932 sich mit der Radioaktivität zu beschäftigen. Er entwickelte die Theorie des Betazerfalls und forschte ab 1934 an der Erzeugung künstlicher Radioaktivität. Hierzu beschoss er Atomkerne verschieden schwerer Elemente, wie z. B. Uran oder Thorium mit Neutronen (siehe Kernchemie). Auf diese Weise gelang es dem Physiker, zahlreiche künstliche Isotope zu erzeugen. Für diese Arbeiten erhielt Fermi 1938 der Nobelpreis für Physik. In den letzten Jahren seines Lebenswerkes stand die Hochenergiephysik im Mittelpunkt. Seit 1954 wird der Enrico-Fermi-Preis jährlich für besondere Leistungen in der Kernenergieforschung verliehen.
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