Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Papageien", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Papageien

Windows Live® Suchergebnisse

  • Papageien-Info aus dem Arndt-Verlag

    Wir sind ein Verlag, der sich auf Literatur über Papageien und andere Vögel spezialisiert hat. neu: Besucher:

  • PAPAGEIEN-Zeitschrift

    PAPAGEIEN. PAPAGEIEN ist Europas größte Fachzeitschrift für die Haltung, Zucht und das Freileben der Sittiche und Papageien. Sie enthält außerdem einen zumeist ...

  • Papageien-Netzwerk - Intro

    Zentraler Einstiegspunkt zu Informationen aller Art über Papageien.

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Papageien

Enzyklopädieartikel
Multimedia
GelbscheitelamazoneGelbscheitelamazone

Papageien, Familie mit rund 340 Arten zumeist bunt gefiederter Vögel.

Manche Gruppen innerhalb dieser Familie sind unter anderen Namen bekannter, beispielsweise die Kakadus, Loris, Unzertrennlichen, Aras und Sittiche. Der kleinste Papagei ist der Blauscheitel-Spechtpapagei mit 8,4 Zentimeter Gesamtlänge, der größte ist der südamerikanische Hyazinthara mit einem Meter Größe. Die Größe des Hyazintharas basiert allerdings zu einem erheblichen Teil auf seinem langen Schwanz; diese Art ist wahrscheinlich nicht so schwer wie der mit 60 Zentimetern sehr große, aber kurzschwänzige Arakakadu, der in Neuguinea beheimatet ist.

Das Gefieder von Papageien ist überwiegend grün gefärbt, allerdings gibt es viele Ausnahmen. Einige amerikanische Arten sind hauptsächlich blau oder gelb, oft auch mit Anflügen von Rot im Gefieder. Die buntesten Papageien sind die Loris, bei denen Rot- und Grüntöne vorherrschen. Unter den Kakadus sind die meisten weiß oder schwarz mit Anflügen von Gelb, Rot oder Rosa.

Papageien haben gebogene, hakige Schnäbel, der Oberschnabel ist gegen den Schädel beweglich. Die erste und die vierte Zehe der kurzen Beine zeigen nach hinten. Auf dem Boden können sie sich nur unbeholfen fortbewegen, sie sind aber gute Kletterer. Oft ziehen sie sich mit Hilfe ihres Schnabels an Zweigen hinauf. Bei den meisten Papageien ist die Zunge dick und muskulös, geschickt bearbeiten sie damit die Samen, die neben Früchten ihre Hauptnahrung ausmachen. Die Zunge der Loris ist lang und hat eine bürstenähnliche Spitze, mit der diese Papageien Nektar, Blütenstaub und Saft von Früchten aufnehmen. Der in Neuseeland lebende, akut vom Aussterben bedrohte Eulenpapagei ist flugunfähig, er sucht seine Nahrung am Boden. Papageien haben eine raue, krächzende Stimme.

Die meisten Papageien kommen in tropischen Wäldern der Alten und Neuen Welt vor, nur wenige Arten leben auch in den gemäßigten Klimazonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre. Der neuseeländische Kea besiedelt auch das Hochgebirge. Die größte Artenvielfalt findet man in Südamerika, Australien, Neuguinea und den angrenzenden Inseln. Nur wenige Arten bewohnen Afrika und den asiatischen Kontinent.

Fast alle Papageien leben in Dauerehe. Sie nisten zumeist in Astlöchern, Termitenbauten, Felshöhlen oder unterirdischen Gängen. Eine Ausnahme ist der Mönchssittich aus der gemäßigten Zone Südamerikas, der große Nester aus Reisig baut. In den meisten Populationen werden diese Nester gemeinschaftlich benutzt, wobei jedes Vogelpaar einen eigenen Eingang zu den Kolonienestern hat, die so groß und schwer werden können, dass die Äste unter ihnen wegbrechen.

Papageien können Stimmen und Geräusche nachahmen. Wie US-amerikanische Forscher 2002 in Nature berichteten, imitieren die in Mittelamerika verbreiteten Elfenbeinsittiche die individuellen Laute von Artgenossen, wenn sie mit diesen Kontakt aufnehmen möchten. Diese Anpassung ist möglicherweise die Ursache dafür, dass Papageien auch die menschliche Stimme nachzuahmen vermögen. Der Graupapagei, ein 30 Zentimeter großer, grauer Vogel mit kurzem, rotem Schwanz, ist dazu besonders gut in der Lage. In Experimenten hat sich gezeigt, dass Angehörige dieser Art ähnlich „intelligent” sein können wie Delphine und Primaten. Papageien können in Gefangenschaft ein sehr hohes Alter erreichen: Graupapageien bis zu 50 Jahre, Kakadus sogar bis zu 120 Jahre.

Durch die starke Nachfrage des Zoohandels und den Verlust angestammter Habitate sind viele Papageienarten in ihrem Bestand gefährdet (siehe bedrohte Arten). Jahr für Jahr werden legal und illegal viele Tausende Papageien insbesondere nach Europa und Nordamerika geschafft. Nach Informationen des World Wide Fund for Nature (WWF) werden allein nach Deutschland jedes Jahr 30 000 bis 40 000 Papageien importiert, weltweit geht man von einer Million Papageien aus. Viele Vögel überleben die Reise nicht: Man schätzt, dass beim Fang, Transport oder in der Quarantäne drei von vier gefangenen Papageien zugrunde gehen. US-Wissenschaftler der University of Maryland und der University of California berichteten 2001, in Mittel- und Südamerika werde durchschnittlich jede dritte Papageienbrut von Wilderern ausgenommen. In den meisten Ländern sind Fang sowie Aus- bzw. Einfuhr von Papageien gesetzlich beschränkt, die Durchsetzung dieser Gesetze stößt jedoch auf Schwierigkeiten.

Papageien werden in den seltensten Fällen artgerecht gehalten: Man bringt die geselligen Vögel oftmals einzeln in viel zu engen Käfigen unter. Wie der WWF mitteilt, würden zudem viele Papageien von ihren Besitzern getötet, weil diese sich durch das laute Geschrei der Vögel belästigt fühlten. Nur in Gefangenschaft gezogene Papageien (etwa Wellensittiche) sollten als Käfigvögel gehalten werden.

Systematische Einordnung: Papageien bilden die Familie Psittacidae. Der Blauscheitel-Spechtpapagei wird wissenschaftlich als Micropsitta pusio bezeichnet, der Hyazinthara heißt Anodorhynchus hyacinthinus, der Eulenpapagei Strigops habropticus, der Kea Nestor notabilis, der Arakakadu Probosciger aterrimus, der Mönchssittich Myiopsitta monachus, der Elfenbeinsittich Aratinga canicularis und der Graupapagei Psittacus erithacus. Amazonenpapageien bilden die Gattung Amazona. Wellensittiche heißen Melopsittacus undulatus.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft