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SchlangenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Körperbau und -funktionen; Fortbewegung; Verhalten; Fortpflanzung; Systematische Einordnung
Zur Paarungszeit tragen die Männchen einiger Arten ritualisierte Kommentkämpfe aus, bei denen sich die Rivalen umwickeln, die Vorderenden emporrecken und unblutig ringen, bis einer der beiden zu Boden fällt. Der Sieger dieser oft in Form eines regelrechten Turniers ablaufenden Auseinandersetzungen erhält Zugang zu den fortpflanzungsbereiten Weibchen oder zu einem eigenen Revier. Manche Arten bilden Paarungsknäuel, enge Ansammlungen von mehreren Tieren beider Geschlechter. Die Paarung ähnelt auf den ersten Blick einem Kampf (weswegen Paarung und Kampf ohne Kenntnis der Geschlechter der beteiligten Tiere oft falsch gedeutet werden): Die Partner umschlingen sich an den Schwanzenden, reiben und beißen einander sanft; schließlich stülpt das Männchen sein paariges Begattungsorgan (den für Schlangen und Echsen typischen Hemipenis) nach außen und führt eine Hälfte in die Kloake des Weibchens ein. Bis nach der Ejakulation verankert sich das Männchen mit Hilfe von Haken an seinem Hemipenis am Weibchen, um die innere Befruchtung zu sichern. Schlangen legen entweder Eier, welche die Weibchen gewöhnlich an einem abgeschiedenen Ort sich selbst überlassen, oder bekommen lebende Junge. Auch Ovoviviparie kommt vor, besonders in der Familie der Vipern. Brutpflege ist bei Schlangen selten, einige wenige Arten bewachen jedoch die Eier und weibliche Pythons brüten sie sogar selbst aus. Die Zahl der Eier und Jungtiere kann bis zu 100 pro Gelege betragen, die Regel sind jedoch weitaus weniger. Schlangen wachsen recht rasch, und so werden die Jungtiere innerhalb von ein bis fünf Jahren geschlechtsreif. Das nachgewiesene Höchstalter von Schlangen ist knapp 30 Jahre für die Anakonda und die Schwarzweiße Kobra. US-amerikanische Wissenschaftler berichteten 1997, sie hätten bei verschiedenen Schlangenarten Parthenogenese (Jungfernzeugung) nachgewiesen. Diese bei Wirbeltieren äußerst seltene Art der Fortpflanzung wird vermutlich durch so genannte Polkörper ermöglicht, die als Spermienersatz dienen. Polkörper sind plasmaarme Zellen, die bei der Reifeteilung von Eizellen entstehen.
Schlangen bilden die Unterordnung Serpentes der Ordnung Squamata. Nattern bilden die Familie Colubridae, Giftnattern die Familie Elapidae, Grubenottern die Familie Crotalidae, Vipern die Familie Viperidae, Riesenschlangen die Familie Boidae und Schlankblindschlangen die Familie Leptotyphlopidae. Schneckennattern bilden die Unterfamilien Pareinae und Dipsadinae der Colubridae, Wassernattern deren Unterfamilie Natricinae und Kletternattern die Gattung Elaphe.
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