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JemenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Jemen hat etwa 23 Millionen Einwohner (2008); die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 44 Einwohner pro Quadratkilometer bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 62,9 Jahren (Männer 61 Jahre, Frauen 65 Jahre). Etwa 97 Prozent der Bewohner sind Araber. Der negride Einschlag zahlreicher Menschen in der Küstenebene Tihamah weist auf traditionell enge Beziehungen zur gegenüberliegenden afrikanischen Küste hin. Malaiischer Einschlag, vor allem im Wadi Hadramaut, dominiert bei den Nachkommen jemenitischer Kaufleute, die aus Indonesien wieder in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Außerdem leben Inder und Somali im Land. 26 Prozent der Einwohner leben in Städten. Wichtigste soziale Einheiten sind die traditionellen Stämme oder Clans, ein Sozialversicherungssystem gibt es nicht. Die Siedlungsdichte ist im Hochland am größten. Etwa eine Million Jemeniten leben im Ausland, vorwiegend als Gastarbeiter in den Anrainerstaaten des Persischen Golfes. Die medizinische Versorgung ist unzulänglich, vor allem in ländlichen Regionen. Auf einen Arzt kommen 3 100 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 56 Sterbefällen pro 1 000 Lebendgeburten.
Mit 1,47 Millionen Einwohnern (2003) ist die Hauptstadt Sana bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Weitere Siedlungsschwerpunkte sind das Wirtschaftszentrum Aden (634 710), Tais (178 000), Al Hudaida am Roten Meer (155 000) und Mukalla (154 000) am Golf von Aden.
Die Amtssprache ist Arabisch. Fast die gesamte Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Die Bewohner der nördlichen, zentralen und östlichen Regionen des Landes sind überwiegend Schiiten, während im Süden und Westen vorwiegend Sunniten leben. Hindus und Christen leben in der Küstenebene des Golf von Aden.
Anfang der neunziger Jahre begann die Regierung das Bildungssystem zu vereinheitlichen; dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Es besteht eine 9-jährige Schulpflicht, der Schulbesuch ist unentgeltlich. Viele Kinder verlassen die Schule jedoch vorzeitig, da aufgrund der Abwanderung zahlreicher männlicher Arbeitskräfte Kinderarbeit weit verbreitet ist. Der Alphabetisierungsgrad beträgt 52,9 Prozent. Universitäten gibt es in Sana und Aden. Die Bibliothek der Großen Moschee von Sana besitzt eine Sammlung von etwa 10 000 Manuskripten und gedruckten Werken.
Bedeutende archäologische Funde stammen aus der Zeit des Sabäerreichs, vor allem aus dessen Hauptstadt Marib. In die Liste des UNESCO Weltkulturerbes wurden die Altstädte von Shibam (1982), Sana (1988) und Zabid (1993) aufgenommen. Eine reiche Sammlung zur Kulturgeschichte des Landes seit der Antike besitzt das Nationalmuseum in Sana. Ein weiteres Nationalmuseum steht in Aden. Auch die jemenitische Literatur (siehe arabische Literatur) kann auf eine lange und reiche Geschichte zurückblicken. Älteste Zeugnisse stammen aus vorislamischer Zeit (Imra al-Kais, Amr ibn Madikarib). Die Blütezeit des literarischen Schaffens im Jemen war das Mittelalter.
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