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JemenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Das produzierende Gewerbe, in dem 11 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt sind, ist überwiegend von lokaler Bedeutung. Zu den größten Industriebetrieben zählen u. a. die Erdölraffinerie in Aden sowie die Textilfabrik in Sana. Weitere Produktionszweige sind die Verarbeitung von Nahrungs- und Genussmitteln (vor allem Fisch und Tabak) sowie die Herstellung von Farben, Metall- und Lederwaren. Verbreitet sind traditionelle Handwerksbetriebe wie Webereien, Gerbereien und Schmieden.
Die jemenitische Währungseinheit ist der Jemen-Rial (Y.Rl) zu 100 Fils. Darüber hinaus dient auch der Jemen-Dinar (YD) als Zahlungsmittel. Ein Jemen-Dinar entspricht 26 Jemen-Rial. Der Jemen ist in hohem Maß vom Import abhängig und erwirtschaftet jährlich ein enormes Handelsdefizit. Eingeführt werden vor allem Maschinen und Transportausrüstungen, Rohstoffe und Nahrungsmittel. Hauptexportgüter sind Erdöl und Erdölprodukte. Wichtige Handelspartner sind u. a. die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Südkorea, Japan und Singapur.
Das Straßennetz hat eine Länge von 65 100 Kilometern; davon sind etwa 15,5 Prozent asphaltiert. Die meisten Straßen verlaufen im Norden des Landes. Im Jemen gibt es keine Eisenbahn. Sana, Aden, Tais und Al Hudaida verfügen über internationale Flughäfen. Al Ahmadi am Roten Meer und Aden sind die wichtigsten Seehäfen. Die Schifffahrt befördert Fracht und Passagiere zu verschiedenen Häfen Afrikas und des Mittleren Ostens. In sehr abgelegenen Gegenden stellen nach wie vor Kamel, Pferd und Esel übliche Transportmittel dar.
Im Altertum wurde der nördliche Teil des heutigen Jemen wegen seiner fruchtbaren Böden als Teil des klassischen Arabia Felix betrachtet. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. existierten mehrere Reiche, wie Saba, Main und Qataban. Die Bewohner lebten vorwiegend vom Anbau von Weihrauch und Myrrhe und handelten mit Gewürzen. Die Sabäer – sie gründeten ihr Reich 950 v. Chr. – siedelten sich in Marib an, wo sie eine große, ellyptische Tempelanlage errichteten. Durch den Bau eines Dammes quer durch das Wadi Adhana konnten sie ein Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern bewässern. Das Reich der Minäer im Norden erlebte seine Blütezeit im 4. Jahrhundert v. Chr. Sie wählten Karna (das heutige Sadah) zur Hauptstadt. Die Minäer waren die bedeutendsten Weihrauchhändler bis über das Gebirge al Hijaz hinaus, bis sie von den Nabatäern im 1. Jahrhundert v. Chr. abgelöst wurden. Weiter im Süden befanden sich die Königreiche Qataban (es fiel im späten 5. Jahrhundert n. Chr. an die Sabäer) und Hadramaut. Auch sie hatten Anteil an dem lukrativen Weihrauchhandel. Kurz vor der Zeitenwende wurden all diese Königreiche von den Himjaren vereinnahmt.
Nach dem Fall von Jerusalem 70 n. Chr. gelangten jüdische Flüchtlinge ins Königreich der Himjaren, im 4. Jahrhundert auch christliche Missionare. Ab etwa 330 fielen die Äthiopier aus dem Königreich von Aksum ein und ließen sich dort bis 378 nieder. Als ein jüdischer Herrscher der Himjaren begann, in seinem Reich die Christen zu verfolgen, verließen die christlichen Äthiopier das Gebiet um 525. Ein halbes Jahrhundert später wurde das Reich jedoch unter der Herrschaft der Sassaniden persische Provinz. Der Zusammenbruch des großen Dammes bei Marib erleichterte die Einwanderung der Beduinen aus Nadjd, die daraufhin um 630 den Islam in dieser Gegend einführten. Die Bevölkerung Südarabiens konvertierte bald zu dieser Religion und wurde seit dem 7. Jahrhundert zunächst von den Omaijaden vom Kalifat Damaskus und später von den Abbasiden von Bagdad aus regiert.
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