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Blut

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Blutkrankheiten

Bei Anämie befinden sich zu wenige Erythrozyten im Blut oder zu wenig Hämoglobin in den Erythrozyten. Eine Anämie beruht häufig darauf, dass im Knochenmark zu wenige Erythrozyten produziert werden. Ursache dafür kann beispielsweise eine Schädigung des Knochenmarks, ein Eisenmangel oder ein Mangel an Vitamin B12 sein. Bei einem verstärkten Abbau von Erythrozyten spricht man von einer hämolytischen Anämie. Ein Mangel an Erythrozyten kann auch auftreten, wenn vom Immunsystem irrtümlich Antikörper gegen die körpereigenen Erythrozyten gebildet werden. Dies ist z. B. bei fetaler Erythroblastose (siehe Rhesusfaktor) der Fall.

Anämien können erblich bedingt sein, z. B. bei Favismus. Erbliche Defekte am Hämoglobinmolekül bestehen bei Sichelzellenanämie und Thalassämie. Bei der Sichelzellenanämie sind die Erythrozyten aufgrund einer geänderten Aminosäurensequenz im Hämoglobinmolekül verformt und können ihre Funktion beim Sauerstofftransport nicht mehr richtig ausüben und Kapillaren verstopfen. Bei der Thalassämie ist die Synthese der Peptidketten gestört, die das Hämoglobinmolekül aufbauen. Beide Krankheiten können schon während der Kindheit zum Tod führen.

Bei Polyzythämie sind zu viele Erythrozyten im Blut. Dies wird meist durch einen temporären Mangel an Sauerstoff (Hypoxie) hervorgerufen, z. B. beim Aufenthalt in großen Höhen. Auch Lungen- oder Herzdefekte können einen solchen Sauerstoffmangel im Körper auslösen.

Eine der schwersten Blutkrankheiten ist die Leukämie. Bei dieser Krebserkrankung werden vermehrt unreife Leukozyten gebildet, so dass sowohl das Immunsystem als auch andere Funktionen des Blutes betroffen sind. Es gibt verschiedene Formen von Leukämie, je nachdem, welche Blutzellen geschädigt sind. Auslöser von Leukämie sind z. B. ionisierende Strahlung, Chemikalien wie Benzol und fehlerhafte genetische Prozesse.

Die meisten Todesfälle in den Industrieländern beruhen auf Arteriosklerose und ihren Folgekrankheiten. Bei der Arteriosklerose lagern sich Blutstoffe, insbesondere Lipoproteine, an der Gefäßwand (Endothel) ab, meist begünstigt durch einen erhöhten Blutfettwert. Die betroffenen Blutgefäße verengen sich und verlieren durch Einlagerung von Calcium ihre Elastizität. Dies führt zu erhöhtem Blutdruck. Im fortgeschrittenen Stadium oder im Zusammenwirken mit einem Blutgerinnsel kann es zum Verschluss von Blutgefäßen und zu einem lebensgefährlichen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Embolie kommen.

Siehe auch Puls

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