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Windows Live® Suchergebnisse Kreide (Geologie)Enzyklopädieartikel
Kreide (Geologie), in der geologischen Zeitrechnung die dritte und jüngste Periode des Mesozoikums. Die Kreide begann vor etwa 140 Millionen Jahren und endete vor etwa 65 Millionen Jahren. Der Name ist von der so genannten Schreibkreide abgeleitet, einem hellen, feinkörnigen, kalkigen Sediment, das sich aus den Schalen von Foraminiferen, aus Resten von Muscheln, Algen und anderen Meeresorganismen gebildet hat und das typisch für die Kreidezeit ist. Bis zur Trias waren noch alle Kontinente in einer Landmasse, der Pangäa, vereinigt. Nachdem Pangäa in der Trias und im Jura auseinandergebrochen waren, entstanden zwei neue Großkontinente: Laurasia, der Nordamerika und Eurasien umfasste, und Gondwanaland, das Südamerika, Afrika, Australien, Indien und die Antarktis umfasste. Dazwischen lag ein schmales Meer, die Tethys, von dem heute nur das Mittelmeer als stark geschrumpfter Rest übrig geblieben ist. In der Kreidezeit brach auch Gondwanaland auseinander. Die Afrikanische Platte driftete nach Norden. Dadurch waren die Sedimente der Tethys starken Kompressionskräften unterworfen, womit die Gebirgsbildung einsetzte, die die Alpen entstehen ließ. In der Kreidezeit verbreiterte sich der Atlantische Ozean durch die Meeresbodenspreizung entlang der mittelatlantischen Schwelle, so dass Afrika und Südamerika auseinanderdrifteten. Indien löste sich von Gondwanaland, driftete nach Norden und begann, die östlichen Sedimente in der Tethys zu länglichen Kämmen aufzufalten, die später den Himalaya bilden sollten. Die Antarktis und Australien waren vorerst noch verbunden und drifteten nach Südwesten. Die Pole hatten ungefähr ihre heutige Position erreicht. In der Oberkreide erreichte das Meer seine größte Ausbreitung seit dem Kambrium. Das Klima war weltweit warm und feucht, selbst in der nördlichen Polarregion finden sich Kohlelagerstätten aus der Kreide (z. B. Spitzbergen). Zu den wichtigsten Leitfossilien der Kreide gehören Ammoniten, Belemniten und Foraminiferen. Die Ammoniten entwickelten sich in der Kreide zu anomalen und riesenwüchsigen (mehr als zwei Meter Durchmesser) Formen und starben am Ende der Kreide aus. Auch Belemniten überdauerten die Kreide nicht lange, sie starben im darauf folgenden Tertiär aus. Zu den zahlreichen Tiergruppen, die an der Wende Kreide/Tertiär ausstarben, gehören auch die Saurier. Von den Reptilien überlebten den Einschnitt nur die Eidechsen, Krokodile, Schlangen und Schildkröten. Dafür entwickelten sich die Säugetiere rasch, am Ende der Kreide lebten in Nordamerika Huftiere, in Asien Beuteltiere. Bei der Klärung der Ursache des Massensterbens vor 65 Millionen Jahren, an der Wende von der Kreide zum Tertiär, konkurrieren mehrere Hypothesen: Abkühlung des Klimas mit nachfolgender Absenkung des Meeresspiegels und Änderungen der Pflanzenwelt, biologische Degeneration, Entfaltung der Säugetiere oder kosmische Ursachen. Eine jüngere und sehr populär gewordene Katastrophentheorie rechnet mit dem Aufprall eines großen Meteoriten auf die Erde mit nachfolgender Abkühlung der Atmosphäre (siehe geologische Zeitrechnung). Doch sind die Belege für diese Theorie noch unbefriedigend. Wahrscheinlicher ist das Zusammenwirken mehrerer Ursachen.
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