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Schogun

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Minamoto no YoritomoMinamoto no Yoritomo

Schogun, Shōgun; (japanisch: Heerführer), zunächst Ehrentitel, später dann, von 1192 bis 1868, Amtstitel des obersten militärischen Machthabers in Japan, der im Namen des Kaisers die Regierung führte.

Der Titel Schogun wurde erstmals in der Nara-Zeit (710-784) als Ehrentitel an Heerführer auf Feldzügen verliehen; dann geriet der Titel wieder in Vergessenheit. 1183 verlieh Minamoto no Yoshinaka den Titel sich selbst, nachdem er während des Gempeikrieges die Hauptstadt Kyoto erobert und den Kaiserhof vertrieben hatte. 1192 verlieh der Kaiser den Titel an Minamoto no Yoritomo, der bereits seit dem Ende des Bürgerkrieges 1185 eine eigene Verwaltung mit feudalistischen Strukturen aufgebaut hatte. Mit Yoritomos Ernennung zum Schogun war formell das erste Schogunat begründet, das Kamakura-Schogunat, benannt nach Yoritomos Hauptstadt Kamakura.

Die Herrschaft der Schogune, die über sechseinhalb Jahrhunderte andauerte, war gekennzeichnet durch einen feudalistischen Staatsaufbau, an dessen Spitze der Schogun stand, und die weitgehende Machtlosigkeit des Kaisers, dem als wichtigste Befugnis die Ernennung des Schoguns verblieb. Das Schogunat hatte den Charakter einer Militärherrschaft bzw. -verwaltung, das Amt des Schoguns war erblich. Es entsprach in etwa dem des Hausmeiers im mittelalterlichen Europa.

Yoritomos Linie endete mit dem Tod seines Sohnes 1219. Bis 1252 hatten die Fujiwara das Schogun-Amt inne, anschließend bis 1333 Prinzen aus dem Kaiserhaus. Die Schogune seit 1219 führten jedoch lediglich ein Schattendasein; die eigentliche Macht übten in dieser Zeit die Shikken (Militärregenten) aus der Hojo-Familie aus. 1333 erhob sich Kaiser Godaigo gegen die Hojo-Herrschaft und ihre Schattenschogune; Schogunat und Hojo-Herrschaft brachen zusammen. 1338 ernannte Godaigo Ashikaga Takauji (siehe Ashikaga) zum Schogun und erneuerte damit das Schogunat. Die Herrschaft der Ashikaga-Schogune, die bis 1573 andauerte, ist bekannt als Muromachischogunat, benannt nach der Residenz der Ashikaga im Muromachi-Bezirk von Kyoto.

Erst 1603 wurde nach drei Jahrzehnten des Kampfes um die Macht mit Tokugawa Ieyasu ein neuer Schogun ernannt. Ieyasu begründete das Tokugawaschogunat, das bis zum Ende der Schogunherrschaft regierte. Zentrum der Verwaltung wurde nun Edo, das heutige Tokyo. Das Ende des Schogunats 1868 resultierte aus einer schweren innenpolitischen Krise, in deren Verlauf sich allmählich reformorientierte Kräfte durchsetzen und den Schogun zur Rückgabe der Regierungsgewalt an den Kaiser bewegen konnten (siehe Meiji-Reform). Am 4. Januar 1868 trat der letzte Schogun, Tokugawa Yoshinobu, formell zurück.

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