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Windows Live® Suchergebnisse Wenzel Anton Graf von KaunitzEnzyklopädieartikel
Wenzel Anton Graf von Kaunitz (1711-1794), österreichischer Staatsmann, Staatskanzler unter Maria Theresia und Joseph II. (1753-1793). Kaunitz trat 1735 in den österreichischen Staatsdienst ein, war von 1742 bis 1744 Gesandter in Turin und von 1744 bis 1746 Berater des Statthalters in den österreichischen Niederlanden. 1748 vertrat er Österreich auf dem Aachener Friedenskongress, der mit dem Frieden von Aachen den Österreichischen Erbfolgekrieg beendete. Als Botschafter in Frankreich (1750-1753) setzte sich Kaunitz für die Lösung der Habsburger aus ihrer traditionellen Bindung an Großbritannien und die Niederlande ein und wirkte auf eine Koalition mit Frankreich und Russland gegen den preußischen König Friedrich II. hin, mit dem Ziel, das im Frieden von Aachen verlorene Schlesien für Österreich zurückzugewinnen. Diese Umkehrung der Allianzen kam erst 1756 zustande, nachdem Kaunitz 1753 zum Staatskanzler berufen worden war und nachdem 1756 Preußen mit England ein Abkommen geschlossen hatte. Die Umstrukturierung der europäischen Bündnisse trug mit zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) bei. Die Allianz zwischen Frankreich und Österreich blieb bis zum Beginn der Französischen Revolution für die europäische Politik bestimmend. 1764 wurde Kaunitz zum Fürsten von Kaunitz-Rietberg erhoben. Zusammen mit Joseph II. und gegen den Willen Maria Theresias erwarb Kaunitz bei der ersten polnischen Teilung 1772 Galizien für Österreich; die Annexion der Bukowina 1775 mit militärischen Mitteln kritisierte Kaunitz, der soweit als möglich den diplomatischen dem militärischen Weg vorzog, scharf. Innenpolitisch führte Kaunitz, besonders unter Maria Theresia, im Sinne des aufgeklärten Absolutismus zahlreiche Reformen durch und legte die Grundlagen für das moderne Staatswesen in Österreich. Nach dem Tod Maria Theresias verlor Kaunitz nach und nach an Einfluss; 1793 trat er zurück.
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