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Suezkanal

Enzyklopädieartikel
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Ferdinand de Lesseps (1805-1894)Ferdinand de Lesseps (1805-1894)
Artikelgliederung
3.2

Nationalisierung

Am 26. Juli 1956, kurz nachdem die Vereinigten Staaten und Großbritannien ihr Angebot auf eine Finanzierungshilfe für den Bau des Assuan-Staudammes zurückgezogen hatten, übernahm die ägyptische Regierung gemäß einer von Präsident Gamal Abd el-Nasser erlassenen Nationalisierungsverordnung den Suezkanal. Nasser erklärte die Absicht Ägyptens, die Einnahmen aus der Betreibung des Kanals zur Finanzierung des Staudammes zu verwenden. Am 29. Oktober 1956 fiel Israel in Ägypten ein. Zwei Tage später griffen britische und französische Militäreinheiten Ägypten an, um die freie Durchfahrt durch den Kanal zu sichern. Als Vergeltungsmaßnahme ließ Ägypten 40 Schiffe versenken und erreichte damit eine Blockade des Kanals. Durch die Intervention der Vereinten Nationen (UN) wurde im November ein Waffenstillstand vereinbart. Zum Jahresende wurden die israelischen, französischen und britischen Truppen aus dem Gebiet abgezogen. Nach der Hebung der versenkten Schiffe durch eine Bergungsmannschaft der UN öffnete die ägyptische Regierung im März 1957 den Kanal erneut der Schifffahrt. 1958 einigten sich Ägypten und die verstaatlichte Kanalgesellschaft über die Bedingungen eines finanziellen Ausgleichs für den Kanal. 1962 erfolgten die letzten Zahlungen an die ursprünglichen Teilhaber.

Der Suezkanal spielte während der sechziger und siebziger Jahre in den Konflikten zwischen Ägypten und Israel weiterhin eine wichtige Rolle. Im Sechstagekrieg von 1967, als mehrere Schiffe im Kanal versenkt wurden und somit die Fahrrinnen blockierten, wurde er geschlossen. Nach der Beseitigung der Schiffe durch internationale Sondereinheiten wurde er im Juni 1975 wieder geöffnet. Am Ende des gleichen Jahres gestattete Ägypten die Durchfahrt von nichtmilitärischen Gütern von und nach Israel. Die uneingeschränkte Nutzung des Suezkanals wurde den Israelis im Friedensvertrag mit Ägypten 1979 zugesichert.

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