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Windows Live® Suchergebnisse DualismusEnzyklopädieartikel
Dualismus (von lateinisch duo: zwei), Lehre in der Philosophie, der zufolge das Universum aus zwei verschiedenen und miteinander unvereinbaren Elementen, Zuständen oder Prinzipien besteht. Platon etwa differenziert zwischen „Sein” und „Nichtsein” oder, anders ausgedrückt, zwischen der Welt der Ideen und jener der Materie. Im 17. Jahrhundert glaubte man dann an die Existenz zweier grundlegender Substanzen, Geist und Materie. Der französische Philosoph René Descartes, der den Kosmos im genannten Sinne beschreibt, betonte als erster die fundamentale Differenz zwischen Denken und Ausdehnung. Diese Sicht der Wirklichkeit stellte die Philosophen allerdings vor die Frage nach dem Zusammenspiel beider Bereiche, wie es am Beispiel des menschlichen Geistes sichtbar wird. Da es hierauf keine einfache Antwort gab, leugneten einige Cartesianer jegliche Beziehung zwischen Geist und Materie, diese verfügten von sich aus über keinerlei Berührungspunkte. Lediglich Gott kann eine Interaktion zwischen Geist und Materie bewirken, wenn er statt einer Veränderung innerhalb des einen Sektors einen analogen Wandel im anderen vollzieht. Andere Anhänger des Franzosen gaben den Dualismus zugunsten des Monismus auf. Im 20. Jahrhundert erfuhr der Dualismus als Gegenbewegung zu den monistischen Aspekten des Idealismus eine gewisse Wiederbelebung. Zu den bedeutendsten Vertretern der neuen Richtung gehörte der nordamerikanische Psychologe William McDougall, der das Universum in Geist und Materie teilte und betonte, dass der psycholgische und biologische Instinkt die spirituelle Basis physiologischer Abläufe darstelle. In seinem 1896 erschienen philosophischen Hauptwerk Matière et Mémoire (Materie und Erinnerung) vertrat der französische Denker Henri Bergson ebenfalls eine dualistische Position. Er definierte Materie als alles, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und was – wie Farbe oder ein Widerstand – in sich selbst die von uns wahrgenommenen Qualitäten trägt. Demgegenüber enthüllt sich der Geist selbst als Erinnerung, jene Fähigkeit, die es uns erlaubt, die Vergangenheit festzuhalten, um unsere andernfalls rein mechanischen Handlungen in der Gegenwart danach auszurichten. In seinen späteren Schriften wandte sich Bergson indes vom Dualismus ab und betrachtete Materie fortan als starren Ausdruck desselben vitalen Impulses, der auch Leben und Geist hervorruft. Der ethische Aspekt des Dualismus kommt in jenen Theorien zum Ausdruck, die das Gute und das Böse als zwei antagonistische Prinzipien einander gegenüberstellen. Besonders deutlich zeigt sich dies in den Lehren des Zoroastrismus und des Manichäismus.
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