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Magie

Enzyklopädieartikel

Magie, Praktiken, um den Verlauf von Ereignissen auf übernatürliche Weise zu beeinflussen. Die Magie wird mit Alchimie, Okkultismus, Spiritismus, Aberglauben und Hexerei in Verbindung gebracht. Der Begriff leitet sich vom altpersischen Magier ab, dessen priesterliche Aufgaben den Umgang mit dem Okkulten umfasste. Magische Glaubensvorstellungen und Praktiken existieren bis heute in Form von Wahrsagen, Kommunikation mit den Toten, Astrologie, dem Glauben an Glückszahlen und Talismane.

Die Wurzeln der heutigen Wissenschaften lassen sich auf ursprünglich magische Praktiken und Glaubensvorstellungen zurückführen. So entwickelte sich etwa die mittelalterliche Alchimie zur modernen Chemie und Physik.

Es lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden: die weiße (oder gute) Magie und die schwarze (oder böse) Magie. Die weiße Magie dient dazu, die Wirkungen der schwarzen Magie zu beheben und ihr entgegenzuwirken, während die schwarze Magie dazu verwendet wird, Schaden zuzufügen. Im Mittelalter umfasste die schwarze Magie Hexerei, Zauberei und die Anrufung von Dämonen; die weiße Magie beschäftigte sich mit Astrologie und Kräuterkunde.

Magische Praktiken können in vier Bereiche eingeteilt werden. Der erste Bereich, die so genannte Sympathie-Magie, basiert auf symbolischer Darstellung und Wunscherfüllung. Gewünschte Wirkungen werden durch Imitation oder Verwendung von Gegenständen erzielt, die mit einer Person in Verbindung gebracht werden. So glaubt man z. B., dass man einen Feind verletzen kann, indem man Pfeile in eine Abbildung von ihm sticht. Auf ähnliche Weise erwirbt man die Kraft, Schnelligkeit oder Geschicklichkeit eines Tieres, indem man sein Fleisch isst oder Hilfsmittel aus seinem Fell, seinen Hörnern oder Knochen verwendet. Bestimmte Formen des Kannibalismus beruhen auf dem Glauben, dass durch den Verzehr des Fleisches eines Feindes dessen Eigenschaften einverleibt werden. Die zweite wichtige Form der Magie ist die Weissagung, die Aneignung von geheimem Wissen durch das Legen von Karten, das Augurium (Deutung von Omen oder Vorzeichen), die Astrologie (Deutung der Konstellation von Sternen) und spontane Äußerungen von Personen im Trancezustand, von Orakelpriestern oder Medien. Die dritte Form der Magie ist die Thaumaturgie oder das Wunderwirken, wozu Alchimie, Hexerei und Zauberei zählen. Die vierte Form der Magie ist das Aufsagen von Zaubersprüchen, Versen oder Formeln, welche die Namen übernatürlicher Wesen oder der Personen enthalten, denen Gutes oder Schlechtes gewünscht werden soll. In magischen Ritualen können alle vier Formen der Magie vorkommen.

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