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Johan de WittEnzyklopädieartikel
Johan de Witt (1625-1672), niederländischer Staatsmann, Bruder von Cornelis de Witt, geboren in Dordrecht und Studium an der Universität Leiden. Im Jahr 1650 wurde de Witt Pensionär, d. h. höchster Amtsträger, von Dordrecht und drei Jahre später zum Ratspensionär von Holland, der wichtigsten Provinz der niederländischen Republik, gewählt und bestimmte nun die Politik der niederländischen Republik. Schon bald beendete er den 1. Englisch-Niederländischen Seekrieg (1652-1654), indem er auf die Forderung Oliver Cromwells von England einging und das niederländische Amt des Statthalters abschaffte, das früher die Prinzen von Oranien innehatten. Als Karl II. 1660 in England wieder an die Macht kam, wurde das Amt des Statthalters wieder eingerichtet. De Witt verhinderte jedoch die Ernennung Wilhelms III. von Oranien, eines Neffen von Karl II., zum Statthalter. Das sowie die sich zuspitzende wirtschaftliche und koloniale Rivalität zwischen den Niederlanden und England führte 1665 zum 2. Englisch-Niederländischen Seekrieg. Unter der Führung de Witts brachte die niederländische Flotte den Engländern schwere Niederlagen bei. 1667 akzeptierte Karl dann den Vertrag von Breda, mit dem der Krieg beendet wurde. Die niederländische Republik schloss danach eine Tripelallianz (1668) mit England und Schweden gegen Frankreich, das in die Spanischen Niederlande eingedrungen und jetzt zum Abbruch des Devolutionskrieges gezwungen war. Als 1672 der 3. Englisch-Niederländische Seekrieg ausbrach und gleichzeitig Ludwig XIV. von Frankreich die Niederlande angriff, wurde de Witt gestürzt und zusammen mit seinem Bruder Cornelis in Den Haag von einer Meute der Anhänger Wilhelms gelyncht; Wilhelm III. von Oranien wurde zum Statthalter berufen.
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