![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse FulbeEnzyklopädieartikel
Fulbe, auch Fula, Fulani, Peul oder Toucouleur, Volk in Afrika. Die Bevölkerung der Fulbe umfasst etwa sieben Millionen Menschen, die sich in meist größeren Gruppen über die Savannengebiete Westafrikas, vom Senegal und Guinea über Nigeria und Kamerun bis in den Tschad verteilen. Bereits um 1 000 n. Chr. hatten sich im Zuge des blühenden Transsaharahandels im Senegal bedeutende städtische Kulturen herausgebildet. Die Sprache der Fulbe – das Ful – und eng verwandte andere Sprachen des Senegal wie Wolof und Serer werden zu den westatlantischen Sprachen gerechnet und haben sich bereits vor dem 10. Jahrhundert im Senegaltal ausgebildet. Über die Herkunft der für Afrikaner häufig relativ hellhäutigen Fulbe ist bereits viel spekuliert worden, ob sie nun als Nachfahren von Juden, Iranern, Berbern, Äthiopiern oder sonstigen Völkern betrachtet wurden. Nach heutigen Stand des Wissens gelten die Fulbe als Ethnie, die sich nicht über die Abstammung von einem „Urvolk” bestimmen lässt, sondern sich aus den Nachfahren von Mitgliedern verschiedenster ethnischer Gruppierungen, darunter aufgrund des Transsaharahandels viele hellhäutigere Nordafrikaner, entwickelt hat. Durch die Zusammenfassung in den islamischen Fulareichen hat sich eine eigene Kultur entwickelt. Geschichtlich nachgewiesen ist allerdings ihre Ausbreitung aus dem historischen Senegal nach Osten hin. Ins heutige Nigeria gelangten sie etwa im 14. Jahrhundert. Im Lauf der Jahrhunderte wurden jedoch viele sesshaft und errichteten ab dem 19. Jahrhundert eine Reihe von Königreichen zwischen dem Senegal und Kamerun. Um 1804 nahmen sie unter der Führung von Osman dan Fodio (1745-1817) im Norden des heutigen Nigeria einen heiligen Krieg (Jihad) gegen die Haussa auf, besiegten in den darauf folgenden Jahren alle Haussa-Stadtstadten der Region und errichteten ein Fulbe-Großreich, das Kalifat von Sokoto. Dieses Kalifat hatte bis zu seiner Unterwerfung durch die Briten 1903 Bestand. Ihre Eroberungen rechtfertigten die Fulbe, insbesondere Osman dan Fodio, oft mit religiösen Motiven. Traditionell sind die Fulbe Hirten. Die religiösen Vorstellungen der Mehrzahl der zur nomadischen Hirtenkultur gehörenden Fulbe sind weniger stark vom Islam geprägt, als die der Ackerbau und Handel betreibenden übrigen Fulbe, die sich eindeutig zum Islam bekennen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |