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    Gioachino Antonio Rossini (* 29. Februar 1792 in Pesaro; † 13. November 1868 in Paris-Passy) war ein italienischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten ...

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Gioacchino Rossini

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Gioacchino Rossini: Der Barbier von SevillaGioacchino Rossini: Der Barbier von Sevilla
Artikelgliederung
1

Einleitung

Gioacchino Rossini (1792-1868), italienischer Komponist. Neben Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini gehört er zu den großen Opernkomponisten der Belcanto-Ära. Seine einflussreichen, spielerisch-graziösen Opern bestechen durch einen ausgeprägten Sinn für melodiöse Gestaltung und die musikalische Darstellung komischer Charaktere und Situationen.

2

Jugend und Aufstieg

Rossini wurde am 29. Februar 1792 als Sohn eines Trompeters und einer Sängerin in Pesaro (Region Marken) geboren. Ersten musikalischen Unterricht erhielt er von seinem Vater. Nach dem Umzug der Familie nach Bologna studierte er Gesang, Cembalo und Musiktheorie bei Padre Tesei, außerdem lernte er Violine und Viola. Schon bald spielte Rossini als Maestro di cembalo in den Kirchen und in der Oper Bolognas. Nach Gesangsstunden bei dem Tenor Matteo Babbini wurde er 1806 im Liceo Musicale in Bologna aufgenommen, wo er sein Studium fortsetzte. Hier erhielt er Unterricht in Gesang und Musiktheorie bei Lorenzo Gibelli, für Violoncello bei Vincenzo Cavedagna, für Klavier bei Giovanni Callisto Zanotti und in Kontrapunkt bei Padre Mattei, der auch Donizetti unterrichtete.

Als Rossini 1810 das Liceo Musicale verließ, konnte er bereits einige Frühwerke vorweisen, darunter die Oper Demetrio e Polibio (1808, uraufgeführt in Rom 1812), zwei Sinfonien und die Kantate Il pianto d’Armonia (1808). Es folgten die Opern La cambiale di matrimonio (Venedig 1810), L’equivoco stravagante (Bologna 1811), L’inganno felice (Venedig 1812), Ciro in Babilonia (Ferrara 1812), La scala di seta (Venedig 1812), La pietra del paragone (Mailand 1812) und L’occasione fa il ladro (Venedig 1812) – alle nicht sehr erfolgreich. Erst mit der Farce Il Signor Bruschino (Venedig 1813), mit der Opera seria Tancredi (Venedig 1813) und dem melodramma giocosa L’Italiana in Algeri (Venedig 1813) stellte sich der Erfolg ein.

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Erfolgreiche Jahre

Rossinis Durchbruch und internationaler Erfolg sind mit der Oper Il barbiere di Siviglia (Rom 1816; Der Barbier von Sevilla) verbunden. Das Stück fiel zwar bei der Premiere durch, aber der Erfolg des Werkes steigerte sich mit jeder weiteren Aufführung. Bis heute gehört diese Oper zum Kernrepertoire eines jeden Opernhauses. Virtuose Buffotechnik, sprühende Melodien, witzige Szenen, lebendige Rhythmen zeichnen dieses Meisterwerk aus. Der Barbier von Sevilla gehört zu der Gruppe von Opern, die Rossini aufgrund des Vertrags mit dem Opernimpresario Domenico Barbaia schrieb: Von 1815 bis 1823 war er verpflichtet, jährlich zwei neue Opern zu liefern. 20 Opern entstanden auf der Basis dieses Vertrags, die bedeutendste davon ist Elisabetta, regina d’Inghilterra (Neapel 1815), in der die Koloraturen erstmals auskomponiert und das Recitativo secco durch das von Streichern begleitete Recitativo stromentato ersetzt wurde. Die nächsten beiden Opern, La Cenerentola (Rom 1817) und La gazza ladra (Mailand 1817), festigten den internationalen Ruf Rossinis als führender Buffo-Komponist Italiens.

In den folgenden sieben Opern, die allesamt zwischen 1817 und 1822 in Neapel uraufgeführt wurden, trat die spanische Primadonna assoluta Isabella Colbran in den Hauptrollen auf. Trotzdem war keinem dieser Werke großer Erfolg beschieden. Colbran, die jahrelang mit dem Opernimpresario Barbaia zusammengelebt hatte, verließ diesen und heiratete 1822 Rossini. Trotzdem kam es nicht zum Bruch zwischen den beiden Männern, ganz im Gegenteil setzte Barbaia, inzwischen auch Direktor des Wiener Kärntnertortheaters, Werke Rossinis auf den Spielplan. 1822 reiste Rossini nach Wien, leitete dort höchst erfolgreich Aufführungen seiner Opern und traf mit Ludwig van Beethoven zusammen. Nach einer weiteren Neuproduktion in Italien mit Colbran in der Hauptrolle, Semiramide (Venedig 1823), war Rossini fünf Monate lang am King’s Theatre in London tätig.

1824 ging Rossini nach Paris, wurde Direktor am dortigen Théâtre Italien, freundete sich mit Giacomo Meyerbeer an und wurde zum Premier Compositeur du Roi und zugleich zum Inspecteur Général du Chant en France berufen. Für die Pariser Oper komponierte er Le siège de Corinthe (1826), Le comte Ory (1828) und Guillaume Tell (1829). Vor allem mit der Tell-Oper begründete Rossini neben Daniel François Esprit Auber die neue Form der Grand Opéra in Frankreich. Der französische König Karl X. setzte ihm eine lebenslange Rente aus.

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Zäsur

1829, im Alter von 37 Jahren, beschloss Rossini, keine Opern mehr zu schreiben. Welche Gründe ihn dazu bewogen, ist bis heute ungeklärt. Es folgten nur noch einige Werke der Kirchenmusik wie Stabat mater (1832, revidiert 1842) und Petite messe solennelle (1867) sowie eine Sammlung von 150 Klavierstücken, Liedern und Instrumentalwerken, vom Komponisten Péchés de vieillesse genannt. Daneben arbeitete er als Berater des Liceo Musicale in Bologna (1836-1848). 1837 trennte sich Rossini von Isabella Colbran, nach deren Tod 1845 heiratete er 1846 Olympe Pélissier. 1855 kehrte er nach Paris zurück, wo der passionierte Hobbykoch im Vorort Passy ein Bohemeleben führte. Rossini starb am 13. November 1868 in Passy (heute zu Paris).

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