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    Krokodile sind die letzten noch lebenden Vertreter aus der Unterklasse der Großsaurier, zu denen auch die ausgestorbenen Dinosaurier und die Flusaurier zählten.

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Krokodile

Enzyklopädieartikel
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Mississippi-AlligatorMississippi-Alligator
Artikelgliederung
1

Einleitung

Krokodile, Panzerechsen, Ordnung der Reptilien, zu der Alligatoren (einschließlich der Kaimane), Gaviale und Echte Krokodile gehören.

Die heute lebenden Arten der Ordnung kommen weltweit in Gewässernähe tropischer und subtropischer Gebiete vor. Sie verbringen die meiste Zeit im Wasser, wo sie sich durch seitliche Schlängelbewegungen ihres kräftigen, seitlich abgeflachten Ruderschwanzes (nicht selten lautlos) schwimmend fortbewegen. Bei Krokodilen, die sich im Wasser treiben lassen, sind oft nur die vorstehenden Nasenlöcher sowie Augen und Teile des Rückens sichtbar. Das Wasser verlassen Krokodile vor allem, um sich zu sonnen oder um Eier abzulegen. An Land bewegen sie sich meist auf dem Bauch kriechend fort, doch können sie auch hochbeinig laufen.

Ausgewachsene Krokodile haben nur den Menschen als Feind. Die weitaus meisten Arten der Ordnung sind durch Lebensraumzerstörung und direkte Verfolgung bedroht. Grund für die Bejagung ist vor allem das Krokodilleder, aus dem Handtaschen und Schuhe hergestellt werden, außerdem isst man in manchen Regionen das Fleisch und die Eier von Krokodilen. Der Jagddruck hat heute allerdings insgesamt nachgelassen, weil vielerorts kommerzielle Krokodilfarmen entstanden, in denen Krokodile gezüchtet werden.

Krokodile stehen evolutionsbiologisch den Vögeln am nächsten; sie werden heute nur noch aus formalen Gründen in der Klasse Reptilien belassen (in die man in diesem Fall genau genommen auch die Vögel einbeziehen müsste). Die ersten Krokodile tauchten vor rund 200 Millionen Jahren auf und lebten ursprünglich an Land. Daraus entwickelten sich schon bald wasserlebende und amphibische Formen. Ein vor wenigen Jahren in Niger entdecktes fossiles Krokodil, das vor 110 Millionen Jahren lebte, erreichte fast zwölf Meter Länge; es erbeutete vermutlich auch Dinosaurier. Ein ebenfalls neu entdecktes, 70 Millionen Jahre altes madagassisches Krokodil ernährte sich weitestgehend von Pflanzen.

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Körperbau und Lebensweise

Verknöcherte Hornplatten bilden den Hautknochenpanzer der Krokodile. Die meist etwa 60 bis 80 Zähne (der Ganges-Gavial hat über 100) sitzen in tiefen Höhlungen der Kieferknochen und sind bei geschlossenem Maul fest miteinander verzahnt. Bei den Echten Krokodilen ragt bei geschlossenem Maul auf jeder Seite der vierte Unterkieferzahn hervor. Im Gegensatz dazu sind diese Zähne bei Alligatoren nicht sichtbar. Die Zähne dienen dazu, die Beute zu ergreifen und festzuhalten, zum Kauen sind sie nicht geeignet. An Ober- und Unterkiefer haben Krokodile Drucksensoren, mit denen sie die von potentiellen Beutetieren an der Wasseroberfläche verursachten Wellen wahrnehmen können. Im Gegensatz zu anderen Reptilien haben Krokodile einen äußeren Gehörgang, der unter Wasser durch Hautfalten verschlossen ist.

Krokodile besitzen ein vierkammeriges Herz und gut entwickelte Sinnesorgane. Sie sind wechselwarme Tiere: Ihre Körpertemperatur ist von der Umgebung abhängig. Um ungünstige Jahres- oder Tageszeiten zu überdauern, graben sich Krokodile in Schlamm ein. In warmen Regionen legen sie während Trockenperioden eine Ruhepause ein, in kühleren Regionen verfallen sie im Winter ebenfalls in einen Ruhezustand.

Krokodile ernähren sich von Krebstieren, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren bis zur Größe von Büffeln, Flusspferden und Löwen; Jungtiere erbeuten auch Insekten und Würmer. Größere Beute, die sie z. B. an Wasserstellen durch plötzliches Hervorschnellen ergreifen, ziehen Krokodile unter Wasser und reißen durch schnelle Drehungen ihres Körpers große Stücke heraus. Größere Exemplare mancher Arten können auch dem Menschen gefährlich werden.

Krokodile sind Eier legende, ovipare Reptilien, die etwa mit zehn Jahren geschlechtsreif werden. Die Weibchen vergraben 20 bis 100 weiße, gänseeigroße Eier im Sand, Schlamm oder in einem Nisthügel aus Pflanzen. Danach verlassen die Tiere das Gelege und lassen die Eier durch die Wärme der Sonne oder Wärmeproduktion faulender Pflanzen ausbrüten. Die Weibchen mancher Arten bewachen das Gelege während der gesamten Brutdauer (Brutpflege). Vor allem während der Paarungszeit erzeugen Krokodile zischende, brüllende oder bellende Laute.

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Echte Krokodile

Die 23 Arten der Echten Krokodile sind in der Regel an ihrer lang gezogenen, dreieckigen Schnauze zu erkennen. Das Leistenkrokodil ist hinsichtlich seiner Körpermasse vermutlich das größte heute lebende Kriechtier. Es kann eine Länge von mehr als sechs Metern erreichen und über 1 000 Kilogramm schwer werden. Es bewohnt die Küstengewässer von Südostasien und Nordaustralien und kommt sowohl im Süßwasser (etwa in Flüssen und Sümpfen) als auch im Salzwasser vor. Wanderungen einzelner Tiere von mehr als 1 000 Kilometern über das offene Meer (u. a. bis Japan) sind nachgewiesen. Zudem verfügen Leistenkrokodile über ein hervorragendes Heimfindevermögen: Drei mit Sendern ausgestattete australische Leistenkrokodile, die in Entfernungen von bis zu 126 Kilometern verfrachtet worden waren, kehrten ausnahmslos innerhalb eines Monats an den Fangort zurück (PLoS ONE, 2007). Eine kleinere Art, das vier bis fünf Meter lange Sumpfkrokodil, lebt in Binnengewässern Südostasiens, u. a. in Pakistan, Indien, Sri Lanka und Bangladesch.

Das maximal sechs Meter lange Nilkrokodil bewohnt weite Teile Afrikas und Madagaskars. Es ist auf dem afrikanischen Kontinent von Ägypten im Norden (im unteren Nil wurde es allerdings bis auf wenige Tiere ausgerottet) bis Südafrika im Süden sowie von Senegal im Westen bis Somalia im Osten verbreitet und kommt sogar als kleine (maximal gut zwei Meter lange) Wüstenform in Savannenrelikten der Sahara vor. Der Gesamtbestand des Nilkrokodils wurde 2001 auf eine viertel bis halbe Million Tiere geschätzt.

Die systematische Stellung des in Indonesien und Malaysia verbreiteten bis zu fünf Meter langen Sunda-Gavials ist nicht endgültig geklärt: Morphologische (auf den Körperbau bezogene), nicht jedoch biochemische Daten sprechen dafür, dass diese Art in die Familie der Echten Krokodile gehört; sie wird heute zumeist innerhalb dieser Familie einer eigenen Unterfamilie zugeordnet.

In der Neuen Welt leben vier Krokodilarten. Das Sümpfe bewohnende Rautenkrokodil ist auf ein kleines Gebiet auf der kubanischen Hauptinsel und der Isla de la Juventud beschränkt. Es besitzt eine relativ kurze Schnauze und erreicht normalerweise eine Länge von bis zu dreieinhalb (ausnahmsweise bis zu fünf) Metern. Sein Bestand wurde 2001 auf nur noch 3 000 bis 6 000 Tiere geschätzt. Das mit maximal drei Metern etwas kleinere Beulenkrokodil kommt entlang der Küstenebene des Golfes von Mexiko, auf der südmexikanischen Halbinsel Yucatán sowie in Belize und im Norden Guatemalas vor. Das Verbreitungsgebiet des bis zu fünf Meter langen, mit einem Gesamtbestand von 250 bis 1 500 Tieren akut gefährdeten Orinoko-Krokodils erstreckt sich auf das Flusssystem des Orinoco. Das Orinoko-Krokodil wurde aufgrund intensiver Verfolgung, u. a. um Fleisch und Eier zur Ernährung und Krokodilzähne für „medizinische” Zwecke zu gewinnen, an den Rand der Ausrottung gedrängt; die bestehenden Schutzmaßnahmen sind unzureichend. Das etwa ebenso große Spitzkrokodil bewohnt ein ausgedehntes Gebiet vom Süden Floridas bis zum Norden Südamerikas, einschließlich der Antillen.

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Systematische Einordnung

Krokodile bilden die Ordnung Crocodylia. Die Echten Krokodile bilden die Familie Crocodylidae. Das Leistenkrokodil heißt wissenschaftlich Crocodylus porosus, das Sumpfkrokodil Crocodylus palustris und das Nilkrokodil Crocodylus niloticus. Der wissenschaftliche Name des Rautenkrokodils lautet Crocodylus rhombifer, der des Beulenkrokodils Crocodylus moreletii und der des Orinoko-Krokodils Crocodylus intermedius. Das Spitzkrokodil trägt den wissenschaftlichen Namen Crocodylus acutus. Der Sunda-Gavial heißt Tomistoma schlegelii, er wird zumeist der Unterfamilie Tomistominae der Familie Crocodylidae zugeordnet. Der Ganges-Gavial heißt Gavialis gangeticus. Nach anderer systematischer Sichtweise werden auch die Alligatoren und der Ganges-Gavial in dieselbe Familie wie die Echten Krokodilen gestellt.

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