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Finnland

Enzyklopädieartikel
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Finnland (Flagge und Hymne)Finnland (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.7

Verkehrswesen

Ein Netz aus Kanälen, das Finnlands Seen untereinander und mit dem Finnischen Meerbusen verbindet, bietet der Holzindustrie einen preisgünstigen und effizienten Transportweg. Etwa 6 600 Kilometer Binnenwasserwege sind schiffbar; für die Holzflößerei stehen circa 8 200 Kilometer zur Verfügung. Das Schienennetz der staatlich geführten Eisenbahn hat insgesamt eine Länge von rund 5 732 Kilometern (2005). Das 78 158 Kilometer umfassende Straßennetz (2004) ist zu etwa 54 Prozent befestigt. Finnair, die größte staatliche Luftverkehrsgesellschaft, bietet In- und Auslandsflüge an.

6.8

Energie

Etwa 48,4 Prozent der gesamten Energieproduktion entstammen Wärmekraftwerken, rund 27,1 Prozent werden in Kernkraftwerken und circa 11,7 Prozent in Wasserkraftwerken erzeugt (2003). Zur Deckung des steigenden Energiebedarfes beschloss die finnische Regierung im Januar 2002 den Ausbau der Kernkraft durch den Bau weiterer Reaktoren.

6.9

Gewerkschaften

Die Arbeitnehmer werden von Gewerkschaften vertreten, die sich in zwei große Verbände gliedern: die Zentralorganisation der Finnischen Gewerkschaften und den Zentralverband der technischen Angestellten.

7

Geschichte

Die ältesten Spuren einer menschlichen Besiedlung in Finnland lassen sich für die Zeit um 8000 v. Chr., nach dem Ende der letzten Eiszeit, nachweisen. Sie stammen von Jäger- und Sammlervölkern, die vermutlich aus dem Osten kamen. In der Jungsteinzeit (etwa 6000 bis um 1800 v. Chr.) war in Finnland die kammkeramische Kultur ausgeprägt; sie vermischte sich dann wahrscheinlich mit der Bootaxtkultur, die um 1800 v. Chr. von Hirtenvölkern aus Osteuropa importiert wurde, zur Kiukaiskultur (1600-1200 v. Chr.). In der Bronzezeit herrschte in Finnland eine vom übrigen Nordeuropa verschiedene Kultur vor; auch lassen sich für diese Zeit Kontakte mit russischen Kulturen nachweisen. In der späten Eisenzeit dominierte im übrigen Skandinavien die germanische Bevölkerung; in Finnland dagegen herrschten die nomadisierenden Lappen (Samen) vor, die spätestens um die Zeitenwende aus der Verschmelzung verschiedener ethnischer Gruppen, die seit dem Ende der Eiszeit wohl aus Sibirien in Finnland eingewandert waren, als Volk entstanden. Im 2. Jahrhundert n. Chr. kamen im Zuge der finnougrischen Wanderung aus dem Osten und dem Baltikum finnische Stämme in den Süden Finnlands und drängten sukzessive die Lappen nach Norden ab. Die Finnen waren ursprünglich Jäger, siedelten sich allmählich aber mehr und mehr als Bauern an.

7.1

Die Wikinger

Seit der Wikingerzeit gerieten die Finnen zunehmend unter Druck und Einfluss sowohl aus dem Westen (Schweden) wie auch aus dem Osten (Nowgorod bzw. Russland). Schwedische Waräger nutzten z. B. die Ålandinseln vor der finnischen Küste als Ausgangsbasis für ihre Raubzüge und Handelsreisen nach Russland und nach Süden bis zum Schwarzen Meer. Die Finnen beteiligten sich zwar nicht an den Wikingerfahrten, profitierten aber von dem Kontakt und der Errichtung von Handelsstützpunkten in ihrem Land durch Kaufleute aus Schweden und Gotland.

Ende des 11. Jahrhunderts hatten sich im südlichen Finnland drei finnische Stämme etabliert: die eigentlichen Finnen im Südwesten, die Tavasten im Landesinneren der Seenregion und die Karelier im Osten. In der nördlichen Wildnis lebten die Lappen. Übergeordnete politische Strukturen gab es nicht.

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