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Saud

Enzyklopädieartikel

Saud (1902-1969), ältester Sohn und Nachfolger von König Abd Al-Asis III. Saud Ibn Abd Al-Asis war von 1953 bis 1964 König von Saudi-Arabien und setzte während seiner Regentschaft die von seinem Vater begonnene Politik größtenteils fort. Diese bestand in erster Linie aus einer Zusammenarbeit mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten, Letztere besuchte Saud 1957 als erster saudischer Monarch. Gegenüber Israel nahm der König eine oppositionelle Haltung ein. Unter Sauds Führung wurde der Ministerrat gebildet. Außerdem entstanden die Ministerien für Bildung, Gesundheit und Handel sowie zahlreiche Schulen und eine Universität in Riad. Seine Regierungszeit war allerdings auch von überhöhten Staatsausgaben geprägt, die 1958 schließlich zu einer Wirtschaftskrise des Landes führten. Auf diese Weise geriet Saud innenpolitisch in Misskredit. Er übertrug seinem Bruder Faisal, der zum Premierminister ernannt worden war, die bis dahin in Sauds absolutem Machtbereich liegenden Vollmachten, behielt sich aber das Vetorecht vor. Faisal Ibn Abd Al-Asis Ibn Saud beabsichtigte, die vorsichtige Modernisierungspolitik seines Vaters stärker voranzutreiben, während Saud in diesem Punkt eher die Gegenposition einnahm. 1960 trat Faisal wegen heftiger Meinungsverschiedenheiten mit Saud von seinem Amt zurück. Im Zuge des jemenitischen Bürgerkrieges 1962 unterstützte Saudi-Arabien die royalistischen Kräfte im Jemen und stand damit außenpolitisch im Gegensatz zu Ägypten, das den Republikanern Hilfe zukommen ließ. Im gleichen Jahr kehrte Faisal in die Politik zurück und verdrängte Saud zunehmend aus den Regierungsgeschäften. Saud wurde schließlich 1964 abgesetzt und verbrachte den Rest seines Lebens im Exil.

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