Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Jainismus", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Jainismus

Windows Live® Suchergebnisse

  • Jainismus Ethik Gewaltlosigkeit Philosophie Religion

    Jainismus Ethik Gewaltlosigkeit Religion Philosophie Vegetarismus ... Jain Association International, (Germany) e.V. Schweriner Str. 5, 24558 Henstedt-Ulzburg, Germany.

  • Jainismus – Wikipedia

    Der Jainismus , auch Jinismus ( Sanskrit , जैन, m., Jaina, [ dʒaːɪnʌ ], Anhänger des Jina) ist eine in Indien beheimatete Religion , die etwa im 6.Jh/ 5. Jh. v. Chr ...

  • Jainismus

    Der Jainismus ist in Indien gleichzeitig mit dem Buddhismus im 6.Jh. vor unserer Zeitrechnung entstanden. Er lehnt ebenso wie dieser das Kastensystem ab und wendet sich an alle ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Jainismus

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Jainatempel von Jaya Sthamba (Ranakpur, Indien)Jainatempel von Jaya Sthamba (Ranakpur, Indien)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Jainismus (auch Dschainismus, Dschinismus, Jinismus), indische Erlösungsreligion, die sich aus einer antibrahmanischen Asketenbewegung entwickelte. Diese Religion ist vor allem in den Bundesstaaten Gujarat und Rajasthan, in Teilen Bombays sowie in Karnataka (ehemals Mysore) und den größeren Städten der Indischen Halbinsel verbreitet. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts zählte der Jainismus etwa 3,7 Millionen Anhänger, wobei ihr Einfluss in den hinduistischen Gemeinschaften, gemessen an ihrer Mitgliederzahl, verhältnismäßig groß ist.

Die Jainas sind Vegetarier und halten sich sehr streng an das Tötungsverbot, das nicht nur für Lebewesen im westlichen Sinn, sondern auch für andere „greifbare” Wesen oder Elemente wie Erde, Luft und Wasser gilt. Sie leben in Askese und widmen sich intensiv der Meditation. Sie glauben an den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt und an die Möglichkeit diesen Kreislauf überwinden zu können. Götter oder Heilige werden von den Jainas als Lebewesen angesehen, die einen höheren Bewusstseinsstand erreicht haben. Da viele Berufe nicht mit den Glaubensvorstellungen der Jainas in Einklang zu bringen sind, üben sie in der Regel akademische oder kaufmännische Berufe aus, was sie zu einer reichen Gemeinschaft macht, die über großen Einfluss in der indischen Gesellschaft verfügt.

2

Ursprung

Der Jainismus weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus auf. Sein Begründer war Wardhamana („Wachsender”) Jnatiputra (599-527 v. Chr.), auch Nataputta Mahawira genannt, ein Zeitgenosse Buddhas, der von seinen Anhängern als Jina, „Sieger”, bezeichnet wurde. Wie die Buddhisten wendeten sich auch die Jainas von den Lehren der Veda ab. Sie verehrten bestimmte Heilige, Priester und Wegbereiter der jainistischen Lehre, die Tirthankaras (Furtbereiter oder Weltenlehrer) genannt werden, die immer wieder den Weg der Erlösung aufzeigen.

Diese Heiligen gehören zu den erlösten Seelen, die einst an das Irdische gebunden waren, denen es jedoch durch eigenes Bemühen gelang, zu Freiheit, Vollkommenheit und Glückseligkeit zu finden. Sie verheißen die Erlösung aus der Welt der Erscheinungen sowie aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Mahawira soll angeblich der 24. und letzte Tirthankara sein. Bei den Jainas wie auch bei den Anhängern des Brahmanismus, der Mutterreligion, ist das Kastensystem verbreitet. Auch befolgen sie wie jene 16 Hauptriten, Samskara genannt, die für die ersten drei Hindukasten oder Warnas vorgeschrieben sind, und verehren einige der kleineren Gottheiten des hinduistischen Pantheon.

Ein wesentliches Element des Jainismus ist die Lehre von den zwei ewigen, unabhängig nebeneinander bestehenden Kategorien des Dschiwa (die lebendige Seele: „der Genießende”) und des Adschiwa (das leblose Ding: „das Genossene”). Auch glauben die Jainas, dass die Tätigkeit des Geistes, der Sprache und des Körpers ein feinstoffliches Karma (infraatomare Stoffteilchen) erzeugen, die die Seele binden, und dass das Individuum Gewalt vermeiden muss, um die verschiedenen Lebensformen nicht zu verletzen. Das starke Verlangen des Menschen, sich an weltliche Werte und Güter zu binden, verunreinige die Seele. Reinkarnationen dienen der notwendigen Reinigung. Erst auf der 14. und letzten Stufe des Erlösungsweges wird das zerstörerische Karma überwunden. Um die Erlösung (Mokhsa) zu erlangen, muss somit die Seele vom Karma befreit werden, und zwar durch die drei „Juwelen” des rechten Glaubens, der rechten Erkenntnis und des rechten Verhaltens.

3

Abweichungen von der Lehre

Diese Grundsätze sind allgemein anerkannt. Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. kam es jedoch zu einer Spaltung über die Frage der religiösen Pflichten der Mönchsorden (ihre Mitglieder werden Jatis genannt) und der Laienbekenner (Srawakas). Die Jatis müssen die fünf großen Eide (Pankamahawrata) ablegen. Diese betreffen die Gewaltlosigkeit gegenüber allen Wesen (Ahimsa), die Wahrheitsliebe (Satja), die Enthaltung von Diebstahl (Asteja), von Sexualität (Brahmakarja) und von unnötigem Besitz (Aparigraha). Die Lehre von der Gewaltlosigkeit wird von den Jainas streng befolgt. So z. B. tragen die Jati der Schwetambara-Gemeinschaften ein Tuch vor dem Mund, um keine Insekten zu verschlucken, und haben immer eine Bürste zur Säuberung ihres Sitzplatzes dabei, um nicht unbeabsichtigt Tiere zu töten oder ihnen Leid zuzufügen. Die Beachtung des Prinzips der Gewaltlosigkeit, wie es von den Jatis praktiziert wurde, hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Philosophie von Mohandas Gandhi, dem Führer der indischen nationalen Bewegung. Die Laienanhänger, die Srawakas, müssen zusätzlich zu der Beachtung ihrer religiösen und moralischen Pflichten auch die Heiligen sowie ihre frömmeren Brüder, die Jatis, verehren.

Von beiden Hauptzweigen des Jainismus, den Digambaras („Luftgekleidete”), die auf Kleidung verzichten, und den Schwetambaras („Weißgekleidete”), die nur weißes Tuch tragen, ist ein umfangreiches weltliches und religiöses Werk in Prakrit und Sanskrit überliefert. Die mit kunstvollen Steinarbeiten verzierten Höhlentempel sowie die illustrierten Manuskripte sind von der buddhistischen Kunst beeinflusst. Die Digambaras leben meist als Einsiedler. Ihrer Lehre entsprechend sind Frauen nicht erlösungsfähig, können das Nirwana nicht erlangen.

Einige der Gemeinschaften der Schwetambaras, insbesondere jene der Dhundia und der Lunka, die die Bilderverehrung ablehnten, zerstörten im 12. Jahrhundert viele bedeutende Kunstwerke, während etliche nordindische Tempel den Plünderungen der Muslime zum Opfer fielen. Im 18. Jahrhundert wurde eine neue wichtige Richtung des Jainismus begründet. Der von ihr vertretene Bildersturm und die Ablehnung des Tempelgottesdienstes weisen auf einen islamischen Einfluss hin. Komplizierte Rituale wurden zugunsten einfacherer Rituale an kargen Plätzen aufgegeben, die Sthanakas genannt wurden, und der neuen Religionsgemeinschaft ihren Namen, Sthanakawasi, verliehen.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft