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Frühchristliche Kunst und Architektur, Kunstwerke und Bauten, die in der Zeit zwischen Christi Geburt und dem Jahr 600 n. Chr. für die christliche Kirche hauptsächlich in Italien und im westlichen Mittelmeerraum geschaffen wurden. Die bedeutende Periode, zwischen 300 und 750, überschneidet sich mit der späten Antike (siehe römische Kunst und Architektur) vom Ende des 2. bis zum 7. Jahrhundert und mit den ersten drei Jahrhunderten (5. bis 7. Jahrhundert) der Entwicklung der byzantinischen Kunst und Architektur. Bis zur Mailänder Konstitution (313) von Kaiser Konstantin dem Großen, als das Christentum als Staatsreligion des Römischen Reiches anerkannt und damit die Verfolgung der Christen beendet wurde, war christliche Kunst auf die Ausschmückung geheimer Gebetsstätten und Privathäuser (titulae), die für geheime Treffen genutzt wurden, beschränkt. Ein Großteil der frühchristlichen Malerei und Bildhauerkunst hatte ihren Ursprung in der römischen Kunst, entwickelte aber in dieser Zeit ihre eigene, christliche Ikonographie, die wesentliche Glaubensinhalte bildlich ausdrücken konnte. Jesus Christus wurde durch einen Fisch, ein Kreuz oder ein Lamm symbolisiert oder mit einem Monogramm durch die zusammengefügten griechischen Buchstaben Chi und Rho (ΧΡ), die Anfangsbuchstaben des griechischen Wortes für Christus, bezeichnet. Christus wurde oft als bartloser, junger Mann dargestellt, eine Darstellung, die auf das römische Bild des Apollo zurückgeht.
Unter der Gönnerschaft des Kaisers setzte im Römischen Reich ein monumentaler Kirchenbau ein. Es gab drei verschiedene Gebäudetypen, die Langhalle (Basilika), den Zentralbau (Baptisterium) und das Mausoleum.
Christlicher Gottesdienst erforderte als Gemeindegottesdienst ein großes Gebäude, deshalb wurde die römische Basilika, eine Markt- und Gerichtshalle, als Vorbild für Kirchenbauten übernommen. In Rom wurden auch wichtige heidnische Heiligtümer Standorte für riesige Basiliken mit gezimmerten Dächern, die alle im 4. und 5. Jahrhundert errichtet wurden, darunter die Alt-St.-Peterskirche (323 n. Chr.; Neubau im 16. Jahrhundert), San Paolo fuori le Mura (386 n. Chr.), San Giovanni in Laterano (314 n. Chr.) (siehe Lateran) und Santa Maria Maggiore (432 n. Chr.). Die längsorientierten, mehrschiffigen Gebäude hatten einen Vorhof (Atrium), ein überhöhtes Mittelschiff, zwei Seitenschiffe, ein Querschiff und eine halbrunde oder vieleckige Apsis am östlichen Ende des Kirchenbaues (gegenüber dem Mittelschiff), die dem Klerus vorbehalten war. Der Altar wurde direkt über dem Allerheiligsten vor der Apsis aufgebaut. Säulen, dekorative Tafeln, Steinmetzarbeiten und Dachziegel aus Bronze wurden nicht selten aus alten kaiserlichen Gebäuden geplündert und in die neuen Gebäude eingefügt. Für den Bau zahlreicher kleinerer Kirchen wurde der Grundriss der Basilika verwendet. Die Kirche Sant’Apollinare in Classe (5. Jahrhundert) in Ravenna und die Kirche von Santa Sabina (5. Jahrhundert) in Rom sind zwei bedeutende Beispiele.
Baptisterien (Taufkirchen), Mausoleen oder Grabkirchen (Gräber christlicher Märtyrer) wurden als Zentralbauten errichtet. Sie waren entweder rund oder polygonal (häufig ist das Oktogon), so dass die Gläubigen den Taufstein, den Sarkophag oder den heiligen Platz von den Säulengängen aus einsehen konnten. Ein typisches Baptisterium steht nahe bei der Kirche San Giovanni in Laterano (Rom). Teile davon stammen aus dem Jahr 313. Der elegante Rundbau besteht gänzlich aus wieder verwendeten antiken, römischen Materialien. Die massiven Bronzetüren und der Taufstein, ein riesiges Porphyrbecken, stammen aus den Thermen des Caracalla. Die runde Domkirche Santa Costanza (4. Jahrhundert) in Rom ist ein typisches Beispiel für ein frühchristliches Mausoleum. Sie wurde als Grabkirche für Constantia, die Tochter Konstantins I., erbaut. Ihr Porphyrsarkophag stand früher unter der Kuppel (heute Vatikanische Museen, Rom). Mausoleen wie das Grab der Galla Placidia (5. Jahrhundert) in Ravenna wurden in der Form eines griechischen Kreuzes gebaut. Zu den berühmtesten Grabkirchen zählen die Kuppelkirche Zum Heiligen Grab (4. Jahrhundert) in Jerusalem und der achteckige (oktogonale) Schrein der Geburtskirche Christi (4. Jahrhundert) in Bethlehem. An beide grenzen Basiliken an, die eine große Anzahl von Pilgern unterbringen können. Die Außenfassaden frühchristlicher Bauten waren im Allgemeinen unverziert.
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