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Windows Live® Suchergebnisse KolibrisEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Größen und Gefieder; Flugfähigkeit; Ernährung und Fortpflanzung; Verbreitung und ausgewählte Arten; Systematische Einordnung
Kolibris, Familie der Seglerartigen mit etwa 330 Arten kleiner, in Süd-, Mittel- und Nordamerika verbreiteter Vögel, die mit den Seglern nahe verwandt sind.
Zur Familie der Kolibris gehört der kleinste Vogel überhaupt: die zwei Gramm schwere und etwa sechs Zentimeter lange kubanische Bienenelfe. Auch viele andere Arten haben eine Gesamtlänge von weniger als acht Zentimetern; die größte Art ist mit 25 Zentimetern der südamerikanische Riesenkolibri oder Riesengnom. Die meisten Kolibris haben ein buntes, häufig vor allem metallisch grün schimmerndes Gefieder. Die Kehle der Männchen (manchmal auch die der Weibchen) glänzt oft rot, blau oder smaragdgrün. Die schillernden Farben entstehen im Gegensatz zu den übrigen Farben der Kolibris nicht durch Pigmente, sondern sind durch den Federbau bedingte Lichtreflexionen (Strukturfarben). Das braune Gefieder der Schattenkolibris erzeugt allerdings keine Strukturfarben. Männchen und Weibchen sind im Gefieder häufig so verschieden, dass man die beiden Geschlechter mancher Arten früher verschiedenen Spezies zuordnete.
Kolibris sind äußerst gewandte Flieger. Ihr Flügelschlag ist mit zumeist etwa 80 Schlägen pro Sekunde so schnell, dass ein summender Ton entsteht (der englische Name für Kolibris, hummingbird, bedeutet Summvogel). Zur Nahrungssuche halten sich Kolibris im Schwebeflug vor einer Blüte. Um sich von der Blüte fortzubewegen, fliegen Kolibris rückwärts; dazu sind sie als einzige Vögel in der Lage. Zum Balzverhalten der nordamerikanischen Annakolibris gehören etwa 30 Meter tiefe Sturzflüge, durch die bestimmte Schwanzfedern in Vibration versetzt werden, so dass ein lautes, gesangartiges Fiepen entsteht. Als Anpassung an den relativ zu ihrer geringen Größe extrem hohen Energiebedarf beim Fliegen sind Herz und Lunge der Kolibris vergleichsweise groß, und die Zahl der roten Blutzellen pro Milliliter Blutserum ist ungewöhnlich hoch. Die winzigen Füße der Kolibris sind nur zum Festhalten an Zweigen, nicht zum Laufen geeignet.
Kolibris ernähren sich von Blütennektar und kleinen Insekten, die sie in Blüten finden; viele Pflanzen sind auf Kolibris als Bestäuber angewiesen. Ihre Nahrung nehmen Kolibris mit ihrer langen, weit vorstreckbaren, fast röhrenförmigen und an der Spitze ausgefransten Zunge auf. Die schmalen Schnäbel der Kolibris sind in Abhängigkeit von der Form und Größe der Blüten, auf die sich die jeweilige Art spezialisiert hat, verschieden groß und unterschiedlich stark gekrümmt. In der Alten Welt werden Kolibris hinsichtlich ihrer ökologischen Nischen von den nicht näher mit ihnen verwandten Nektarvögeln vertreten. Die meisten Kolibris bauen auf Zweigen kleine, tassenförmige Nester, die sie außen mit Flechten, Spinnennetzen und Rindenstückchen verkleiden. Schattenkolibris bauen lange Hängenester, die sie oft an großen Blättern festmachen. Kolibris legen zwei weiße Eier, die zwei bis drei Wochen vom Weibchen bebrütet werden. Die Jungen bleiben zweieinhalb bis fünfeinhalb Wochen im Nest und werden mit Insekten und Spinnen gefüttert.
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