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Windows Live® Suchergebnisse IrlandEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Irland, die westliche der beiden großen Britischen Inseln, im Nordosten des Atlantischen Ozeans gelegen. Sie wird im Südosten durch den Sankt-Georgs-Kanal, im Osten durch die Irische See und im Nordosten durch den Nordkanal von Großbritannien getrennt. Die Nord-Süd-Erstreckung beträgt 486 Kilometer, die maximale Breite 280 Kilometer. Politisch ist die Insel in Nordirland, das zu Großbritannien gehört, und den Staat Irland (Éire) unterteilt. Die Insel ist in vier historische Provinzen gegliedert: Connaught (Connacht), Leinster, Munster und Ulster. Diese sind wiederum in Counties aufgeteilt. Die Republik Irland besteht aus den Provinzen Connaught, Leinster und Munster, mit insgesamt 23 Counties. Die Provinz Ulster besteht aus drei Counties. Irland hat eine Fläche von 84 431 Quadratkilometern, wovon die Republik Irland etwa 70 000 Quadratkilometer einnimmt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 5,1 Millionen, von denen rund 3,5 Millionen in der Republik Irland leben. Zur politischen Geschichte Irlands siehe die Artikel Republik Irland und Nordirland sowie ergänzend die Artikel keltische Sprachen, gälische Literatur, Kirche von Irland, irische Literatur.
Im Gegensatz zur Ostküste ist der Verlauf der Westküste sehr buchtenreich. Hier befinden sich zahlreiche durch Meeresspiegelanstieg überflutete Täler, Steilküsten und Hunderte kleiner Inseln. Um ein zentrales, überwiegend flachwelliges Becken gruppieren sich alte Gebirgsrümpfe. Lediglich in der Gegend um Dublin reicht das Tiefland direkt ans Meer. Zu den bedeutendsten Bergketten zählen die Mourne Mountains im Nordosten, die etwa 600 Meter hoch liegen, die Berge von Donegal im Norden mit dem Mount Errigal (752 Meter), die Sperrin Mountains im Nordwesten, die Maumturk Mountains im Westen, die Caha Mountains im Südwesten, die Boggeragh Mountains im Süden und die Wicklow Mountains im Osten. Der Carrauntoohil im Südwesten ist mit 1 041 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung Irlands. Der morphologische Formenschatz ist vor allem durch die Eiszeiten des Quartärs geprägt. Das Tiefland ist mit Hochmooren und zahlreichen Seen übersät. Die wichtigsten Flüsse Irlands sind der Erne und der Shannon. Der nördliche Teil wird vom Erne entwässert, während der übrige Teil zum Einzugsgebiet des Shannon gehört, der seinerseits in den Atlantischen Ozean mündet. Oberhalb der Mündung besteht der Shannon fast zur Hälfte aus dem Lough Allen, dem Lough Ree und dem Lough Derg. Irland wird in sechs Naturräume gegliedert: das Kaledonische Bergland, das Hochland von Down und Armagh, das Plateau von Antrim, die Kette von Leinster, das Amorikanische Bergland und das Irische Tiefland. Das Kaledonische Bergland im Nordwesten Irlands baut sich aus präkambrischen Gneisen und Graniten auf. Dieser Teil ist die geologisch älteste Formation der Insel. Die Gesteine sind kaledonisch gefaltet (Kambrium bis Devon). Die so genannte kaledonische Gebirgsbildung verdankt ihren Namen diesem Gebirgszug. Der Hauptgipfel, der 752 Meter hohe Errigal, ist ein Quarzit-Härtling. Das Hochland ist stark erodiert und zerrissen. Während der quartären Eiszeit war das Gebiet stark vergletschert. Davon zeugen zahlreiche Kare und Fjorde. Ausgedehnte Moore bedecken die Hochflächen. Das Hochland von Down und Armagh liegt im Nordosten. Die Gesteine sind zum einen kaledonisch gefaltete und metamorphisierte Sedimente aus dem Silur, außerdem steht hier auch Granit an. Durch Abtragung entstand noch vor dem Tertiär eine Hochfläche. Glaziale Ablagerungen und Kare zeugen von der Eiszeit. Zum anderen bilden Granite aus dem Tertiär die Gipfel der Mourne-Berge, deren höchster Gipfel der Slieve Donard mit 882 Metern ist. Hier wird Schafwirtschaft betrieben. Die reichen Wasservorräte des Berglands versorgen die Großstadt Belfast. Der südwestlich von Newry gelegene Slieve Gullion (577 Meter hoch) ist ein tertiärer Ringgang (siehe Plutonismus). Das Plateau von Antrim im äußersten Nordosten entstand im Tertiär durch Vulkanismus, die Lavaergüsse förderten vor allem Basalte. Vulkanische Schlote sind durch die spätere Erosion herauspräpariert worden (z. B. der 438 Meter hohe Slemish). Im äußersten Nordosten tritt das ältere Fundament mit Schichten aus dem Präkambrium und Karbon zutage. Das Plateau fällt an der Ostküste in einem bis zu 400 Meter hohen Kliff zum Meer hin ab, während es sich nach Westen flach neigt. Es ist von Mooren bedeckt. Der höchste Berg ist der Trostan mit 554 Metern. Die Kette von Leinster im Osten, zu der die Wicklow-Mountains gehören, ist ein kaledonisch gefalteter Sattel, in dessen Kern Granit ansteht. Die ordovizischen Sandsteine und Tonschiefer haben an der Grenze zum Granit eine Kontaktmetamorphose erfahren und sind zu Glimmerschiefern umgebildet worden. Quarzitlagen bilden morphologisch Härtlinge. Diese erheben sich über Einebnungsflächen, die im Tertiär angelegt wurden und im Quartär vergletschert waren. Zum Formenschatz der Eiszeit gehören Kare, U-förmig überprägte Täler und Moränen. In den höheren, teilweise vermoorten Lagen wird traditionell Schafzucht betrieben, die steileren Lagen sind aufgeforstet, während die tieferen Lagen für den Ackerbau genutzt werden. Das Amorikanische Bergland im Südwesten verdankt seine Herausbildung der variszischen Faltung (Devon bis Perm). In den Sattelkernen finden sich devonische Sandsteine, die Schenkel werden von karbonischen Kalken und Tonschiefern gebildet. Die härteren Sandsteine formen an der Westküste lang gezogene Halbinseln, die dazwischen liegenden Buchten sind abgesunkene Flusstäler. Während der Eiszeit war das Bergland vergletschert. Das Irische Tiefland im Zentrum der Insel liegt 60 bis 120 Meter hoch. Der Untergrund besteht aus karbonischen Kalksteinen und Sandsteinen. Im Süden des Tieflandes bilden sie, kaledonisch gefaltet, vereinzelte Höhen mit Gipfeln bis 600 Meter. Die Sedimente führen auch Kohle. Das Gebiet ist mit glazialen Ablagerungen bedeckt. Die Landschaft weist einen reichen glazialen Formenschatz auf, außer Moränen vor allem Drumlins, Oser und Kames. Im Süden haben sich Hochmoore gebildet. Der Shannon entwässert das Tiefland zum Atlantik. Irland steht unter dem Einfluss eines stark ozeanisch geprägten Klimas mit milden Wintern und kühlen Sommern. Die mittlere Temperatur liegt im Winter zwischen 4,4 und 7,2 °C. Das ist annähernd 14 °C wärmer als in Gegenden, die auf demselben Breitengrad in kontinentalen Gebieten liegen. Im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen zwischen 15 und 16,7 °C. Bei den Niederschlagsmengen gibt es ein starkes West-Ost-Gefälle. Während im Westen bis zu 3 000 Millimeter pro Jahr fallen, sind es im Osten nur noch rund 700 Millimeter. Die Flora Irlands unterscheidet sich kaum von der Großbritanniens. Es dominieren Süßgräser, Sauergräser und Farne. Im Südwesten des Landes ermöglicht ein nahezu subtropisches Klima das Wachstum mediterraner Florenelemente wie Palmen und Erdbeerbäume. Die Fauna wurde durch menschliche Einflüsse stark dezimiert. Bären, Wölfe, Wildkatzen und Biber sind ausgerottet. Zu den kleineren Raubtierarten zählen Rotfuchs, Baummarder, Hermelin, Fischotter und Dachs. Die Vogelwelt ist u. a. durch zahlreiche Wasser- bzw. Meeresvogelarten repräsentiert. Die einzigen Reptilien Irlands sind Eidechsen.
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