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Windows Live® Suchergebnisse Provenzalische SpracheEnzyklopädieartikel
Provenzalische Sprache, auch Okzitanisch oder Langue d’oc, romanische Sprache, die im südlichen Drittel Frankreichs (in der Provence, Gascogne und im Languedoc, südlich der Linie Grenoble-Garonne) von etwa 2,7 Millionen, meist zweisprachigen Menschen gesprochen wird. Als Standard- und Literatursprache in Frankreich und Nordspanien hat sich vom 11. bis zum 15. Jahrhundert im Provenzalischen eine umfangreiche Literatur entwickelt, zu der auch die Dichtung der Troubadoure gehört. Sie war die gemeinsame literarische Sprache für viele Regionaldialekte. Die höfische altokzitanische Literatur hatte auch großen Einfluss auf italienische und spanische Dichter. Die Sprache hatte sich im Norden weit über das heutige Verbreitungsgebiet ausgedehnt; zahlreiche Lehnwörter aus dem Provenzalischen belegen die Wirkung auf die regionalen Dialekte des mittelalterlichen Französisch. Die Bedeutung der provenzalischen Sprache nahm ab, als Frankreich im 14. Jahrhundert die Herrschaft über den Süden gewann. Durch das Edikt von Villers-Cotterêts (1539) wurde Französisch zur alleinigen Verwaltungssprache bestimmt. Auch im Zuge der Französischen Revolution, in deren Folge die Beherrschung der französischen Sprache verlangt wurde, nahm die Verbreitung der provenzalischen Sprache ab. Erst in der Romantik erfuhr sie eine Wiederbelebung. Im 19. Jahrhundert führte der Dichter Frédéric Mistral eine Bewegung an, die ein modernes literarisches Standardprovenzalisch einführen wollte. Im Zuge einer Maßnahme zur Erhaltung des regionalen Kulturerbes verabschiedete die französische Regierung 1993 einen Erlass, der bestimmte, dass in den staatlichen Schulen Provenzalisch und andere einheimische Dialekte unterrichtet werden müssen. Zu den provenzalischen Dialekten gehören Limousinisch und Auvergnatisch im südlichen Zentralfrankreich, auch Nordokzitanisch genannt, Langue d’oc und das eigentliche Provenzalisch im französischen Mittelmeerraum, auch als Südokzitanisch bekannt, sowie Gascognisch (das manchmal als eigenständige Sprache angesehen wird) in Südwestfrankreich. Nachdem das südliche Frankreich früher als der Norden von den Römern besiedelt wurde, stand die vom Lateinischen abstammende provenzalische Sprache weniger unter dem Einfluss des Fränkischen und anderer germanischer Sprachen, die mehr Einfluss auf das nördliche Französisch ausübten. Obwohl Provenzalisch unter dem wachsenden Einfluss des Französischen stand, ähnelt seine Struktur eher dem Spanischen und Katalanischen. Der Begriff Frankoprovenzalisch bezieht sich auf eine eigenständige Dialektgruppe, die nordöstlich des provenzalischen Verbreitungsgebiets gesprochen wird und sich bis in die Schweiz und nach Italien erstreckt.
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