Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Islam", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Islam

Windows Live® Suchergebnisse

  • islam.de

    Offizielle Website des Verbands. Nachrichten, Islamforen, Gebet, Hadithe und Moscheeadressen.

  • islam.de

    Der Baader Meinhof Komplex - Terrorismus hat nichts mit Religion zu tun. Was der RAF- Kino-Film jedoch mit Al-Qaida zu tun hat. Taher Volker Neef mit einer Filmkritik..

  • Islam – Wikipedia

    Dieser Artikel erläutert die Religion Islam; zu anderen Bedeutungen siehe Islam (Begriffsklärung).

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 3 von 4

Islam

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Blaue MoscheeBlaue Moschee
Artikelgliederung
5.1

Umma

Umma ist das arabische Wort für die religiöse und politische Gemeinschaft des Islam, für die Gemeinschaft der „Gläubigen”. Es ist eines der Schlüsselkonzepte im Islam. Die grundlegende soziale Einheit im Islam stellt auf lokaler wie auf internationaler Ebene die Gemeinde dar. Die lokale Gemeinde ist die Nachbarschaft, die sich um eine Moschee bildet; die nächste Ebene ist die Gemeinschaft der Stadt, die ihr Zentrum in der Juma oder Freitagsmoschee hat; die oberste Ebene ist das internationale Netzwerk der Gemeinden von Gläubigen, die Umma, die ihren Mittelpunkt in der Heiligen Moschee in Mekka hat. Der Islam entstand als Religion der Araber; er überschritt aber schon bald die Grenzen der arabischen Welt. Zur Umma gehören alle Muslime in der ganzen Welt, ganz gleich aus welcher Nation, Ethnie oder Kultur sie kommen. Rassismus und Nationalismus sind mit den Grundlagen des Islam unvereinbar. Wo der Islam dennoch als nationalistische Ideologie auftritt, erscheint die Religion von politischen Ideologien überformt. Die Pluralität der religiösen Richtungen und Schulen widerspricht nicht dem Konzept der Umma; dass Muslime gegeneinander Krieg führen ist jedoch ein grober Verstoß dagegen, der im Unglauben und Ungehorsam gegenüber Gott gründet.

5.2

Scharia

Die Scharia, das Gesetz oder das islamische Recht, stellt die Gesamtheit der auf die Handlungen des Menschen bezüglichen Vorschriften Gottes dar. Die wichtigste Grundlage ist der Koran, der die zentralen rechtlichen Bestimmungen enthält, die das Leben in allen Bereichen regeln. Die zweite Grundlage ist die Sunna, die Wegweisung des Propheten, die Art und Weise, wie Mohammed die Frühgemeinde auf den Wegen Gottes führte. Die Erzählungen davon bilden die Hadith. Ihre Zahl wuchs mit der Zeit ins Unermessliche, so dass Kriterien formuliert werden mussten, welche Hadithe als vertrauenswürdig und verbindlich gelten können. Als weitere Quellen des Rechts fungieren der Konsens der Rechtsgelehrten und der im Rahmen des vorhandenen Rechts mögliche Analogieschluss. Im Laufe der Zeit entwickelten sich vier Rechtsschulen des sunnitischen Islam und eine eigene Schule der Schiiten.

Im 20. Jahrhundert wurde in vielen Staaten der islamischen Welt die Scharia teilweise durch eine westlich-europäisch geprägte Gesetzgebung ersetzt; in der Mitte des Jahrhunderts setzte jedoch eine Gegenbewegung ein, die die Verwestlichung rückgängig machen will.

5.3

Jihad

Zu den besonderen Pflichten der Muslime gehört auch der Jihad, der heilige Krieg, der manchmal als die sechste Säule des Islam bezeichnet wird. Der Begriff kann tatsächlich Krieg bedeuten, eigentlich aber bezeichnet er die Bemühung oder Anstrengung auf dem Weg Gottes oder für die Sache Gottes, unter Einsatz von Gut und Leben.

6

Geschichtliche Formen und Reiche des Islam

6.1

Sunniten und Schiiten

Der Tod des Propheten im Jahr 632 stellte die junge Gemeinde vor schwere Probleme, die zum Bürgerkrieg und zur ersten großen Spaltung der Umma führten. Die ersten vier Nachfolger Mohammeds in der Leitung der Umma, die vier „rechtgeleiteten Kalifen”, waren alle Gefährten des Propheten gewesen. Erster Kalif wurde Abu Bakr, der Vater von Mohammeds junger Frau Aischa. Auf ihn folgte Omar (634-644), der wie Abu Bakr zu den engsten Ratgebern Mohammeds gehört hatte. Er errang zwei entscheidende Siege, die den Islam auf den Weg zur Weltmacht brachten: im Westen am syrischen Fluss Yarmuk gegen Byzanz und im Osten gegen Persien. Nach seiner Ermordung durch einen Sklaven bestimmte ein Wahlgremium Othman aus dem Stamm der Omaijaden, einen Schwiegersohn Mohammeds, zum Nachfolger, wogegen Ali ibn Abi Talib – der Vetter Mohammeds und mit dessen jüngster Tochter Fatima verheiratet – Widerspruch erhob. Othman wurde 656 ermordet und Ali zu seinem Nachfolger (656-661). Ihn lehnte jedoch der Statthalter Syriens, der Omaijade Muawija ab; auch Aischa stellte sich gegen ihn. Es kam zum Bürgerkrieg, doch bevor eine Entscheidung gefallen war, wurde Ali 661 ermordet. Damit war der Weg frei für Muawija, der sich schon 660 zum Kalifen proklamiert hatte.

Die Parteigänger Alis unterwarfen sich jedoch nicht, sondern bildeten die Schiat Ali, die Partei oder Gruppe Alis, und werden deshalb als Schiiten bezeichnet. Ihnen zufolge hat Mohammed kurz vor seinem Tod Ali in die inneren Geheimnisse des Glaubens eingeweiht und zu seinem Nachfolger bestimmt. Der Imam als Führer der Gläubigen und wahrer Interpret des Koran muss ein Nachkomme Alis sein. Wegen dieser besonderen Rolle des Imams werden die Schiiten auch Imamiten genannt. Der Tod von Alis Sohn Husain bei Kerbela am 10. Muharram 680 besiegelte das politische Scheitern der Schia, sie wurde nun zu einer oppositionellen Partei mit religiös-mystischen Zügen. Die Safawiden machten sie 1502 in Persien zur Staatsreligion. Mit der Errichtung der Islamischen Republik Iran 1979 wurde die Schia zur offiziellen Religion.

Heute sind etwa 10 Prozent der Muslime Schiiten, die übrigen 90 Prozent werden Sunniten genannt

6.2

Omaijaden und Abbasiden

Muawija (661-680) machte seine Provinz Syrien zum Mittelpunkt der Umma und verlegte die Hauptstadt nach Damaskus. Indem er seinen Sohn Yazid noch zu Lebzeiten als Nachfolger einsetzte, beendete er die Praxis der Kalifenwahl und führte damit das dynastische Prinzip ein. Muawija starb 680; die von ihm begründete Dynastie der Omaijaden regierte bis 750. Unter den Omaijaden dehnte sich das Kalifenreich über ganz Nordafrika und bis nach Spanien und Südfrankreich aus. Erst Karl Martell setzte durch seinen Sieg bei Tours und Poitiers (732) dem weiteren Vordringen nach Europa ein Ende. Die Omaijaden wurden 750 von den Abbasiden gestürzt, die 763 ihre Residenz nach Bagdad verlegten und bis 1258 regierten. In Bagdad machte die arabische Vormachtstellung einem zunehmenden persischen Einfluss Platz, und der Puritanismus der Wüste trat gegenüber den Raffinessen einer glänzenden Zivilisation in den Hintergrund. Es war unausbleiblich, dass wesentliche Elemente der hellenistischen Kultur wie der christlichen, zoroastrischen und indischen Religion in das Leben und Denken der Muslime Eingang fanden. Berühmte Kalifen wie Harun ar-Raschid und al-Mamun waren große Förderer der Künste und der Wissenschaften, das „Morgenland” erlebte eine Blütezeit und überflügelte das „Abendland” in vielerlei Hinsicht.

Zurück
| | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft