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Vitamine

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1

Einleitung

Vitamine, organische Verbindungen, die der Körper in kleinen Mengen für den Stoffwechsel, zur Aufrechterhaltung der Gesundheit und zum normalen Wachstum benötigt.

Vitamine sind ferner an der Bildung von Hormonen, Blutzellen, Stoffen des Nervensystems und genetischem Material beteiligt. Vitamine unterscheiden sich in ihren physiologischen Wirkungen. Im Allgemeinen dienen sie als Katalysatoren und gehen mit Proteinen Verbindungen ein, um stoffwechselaktive Enzyme aufzubauen, die Hunderte wichtiger chemischer Reaktionen im ganzen Körper fördern. Ohne Vitamine würden viele dieser Reaktionen verlangsamt oder gar nicht mehr ablaufen. Die komplizierten Wirkungen der Vitamine auf den Körper sind jedoch weitgehend ungeklärt.

Die 13 von Wissenschaftlern identifizierten Vitamine werden nach ihren Lösungseigenschaften in fettlösliche und wasserlösliche eingeteilt. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden generell mit fetthaltigen Lebensmitteln aufgenommen. Weil sie in den Fettdepots des Körpers gespeichert werden können, müssen sie nicht jeden Tag ergänzt werden. Die wasserlöslichen Vitamine – acht B-Vitamine und Vitamin C – können nicht gespeichert werden, sondern müssen regelmäßig, möglichst jeden Tag, ergänzt werden (mit Ausnahme einiger B-Vitamine, die weiter unten dargestellt sind).

Der Körper kann nur Vitamin D selbst herstellen. Alle anderen Vitamine müssen über die Nahrung zugeführt werden. Ihr Fehlen hat eine Vielzahl von stoffwechselbedingten und anderen Funktionsstörungen zur Folge. Eine ausgewogene Ernährung enthält alle notwendigen Vitamine: Wer eine solche Ernährungsweise befolgt, kann zumeist jede Art von Vitaminmangel beheben. Aber Personen, die eine besondere Diät durchführen, sowie Schwangere und stillende Mütter benötigen möglicherweise bestimmte Vitaminergänzungen zur Unterstützung ihres Stoffwechsels. Dies gilt auch für Patienten mit Darmstörungen, die eine normale Nährstoffaufnahme verhindern. Viele Menschen glauben allerdings, zusätzlich aufgenommene Vitamine seien „Heilmittel” gegen viele Krankheiten, von Erkältungen bis Krebs. Doch scheidet der Körper die meisten dieser Präparate schnell wieder aus, ohne sie resorbiert zu haben. Darüber hinaus können fettlösliche Vitamine die Wirkung anderer Vitamine hemmen und bei übermäßiger Einnahme sogar schwere Vergiftungen hervorrufen.

2

Vitamin A

Vitamin A ist ein hellgelber primärer Alkohol und wird aus Carotin gewonnen. Es spielt eine Rolle bei der Bildung und Gesunderhaltung von Haut, Schleimhäuten, Knochen und Zähnen. Zudem ist es für das Sehvermögen von Bedeutung. Frühsymptom eines Mangels ist Nachtblindheit (fehlende Dunkeladaptation). Weitere Mangelsymptome sind übermäßig trockene Haut, unzureichende Schleimhautsekretion, wodurch das Eindringen von Krankheitskeimen begünstigt wird, und trockene Augen aufgrund einer Funktionsstörung der Tränendrüsen – Hauptursache für Erblindung bei Kindern in Entwicklungsländern.

Der Körper erhält Vitamin A auf zweierlei Weise. Zum einen wird es aus Carotin hergestellt, einem Provitamin, das in Gemüsesorten wie Karotten, Broccoli, Kürbis, Spinat, Grünkohl und Süßkartoffeln vorkommt. Zum anderen wird es direkt durch Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zugeführt, z. B. Milch, Butter, Käse, Eigelb, Leber und Lebertran. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A erreicht man eher durch eine ausgeglichene Ernährung als durch zusätzliche Vitamingaben. Übermäßige Einnahme von Vitamin A kann Wachstumsstörungen, Ausbleiben der Menstruation, Schädigung der roten Blutkörperchen, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Übelkeit und Gelbsucht zur Folge haben. Carotin kann vom Körper besser aus gekochten Lebensmitteln aufgenommen werden, weil die Zellwände der Pflanzen durch Kochen aufgespalten werden. Andere Vitamine, etwa Vitamin C oder Folsäure, werden dagegen durch Kochen zerstört oder ausgewaschen.

3

Die B-Vitamine

Die auch als Vitamin-B-Komplex bekannten Substanzen sind leicht zerstörbar und wasserlöslich. Mehrere von ihnen sind besonders wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel.

3.1

B1

Thiamin oder Vitamin B1, eine farblose, kristalline Substanz, wirkt als Katalysator im Kohlenhydratstoffwechsel.

Es ermöglicht den Brenztraubensäurestoffwechsel und die Freigabe der von Kohlenhydraten bereitgestellten Energie. Thiamin spielt ferner eine Rolle bei der Synthese nervenregulierender Substanzen. Thiaminmangel führt zu Beriberi, einer Krankheit, die durch Muskelschwäche, Herzstörungen und Beinkrämpfe gekennzeichnet ist und in schweren Fällen zu Herzversagen und schließlich zum Tod führen kann. Viele Lebensmittel enthalten Thiamin, aber nur wenige liefern es in konzentrierten Mengen. Die thiaminreichsten Quellen sind Innereien (Leber, Herz, Nieren), mageres Fleisch, Bierhefe, grünes Blattgemüse, Vollkorngetreide, Weizenkeime, Beerenfrüchte, Nüsse und Hülsenfrüchte. Beim Mahlen von Getreide werden in der Regel die thiaminreichsten Teile des Kornes entfernt: Deshalb sind Auszugsmehle und polierter, weißer Reis arm an diesem Vitamin. Durch die heute weit verbreitete Nutzung von Vollkornprodukten wurde die Gefahr des Thiaminmangels weitgehend beseitigt. Dieser entsteht aber häufig bei Alkoholikern, die in der Regel unter Nährstoffmangel leiden.

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