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Silber

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Silber: Förderung und Anwendungsbereiche (Auswahl)Silber: Förderung und Anwendungsbereiche (Auswahl)
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Silbergewinnung

Aus Silbererzen lässt sich das Edelmetall mit Hilfe wässriger Cyanidlösungen herauslösen. Dieses Verfahren nennt man Cyanidlaugerei, wobei im Fall der häufig vorkommenden Silbersulfiderze drei Reaktionen ablaufen:

(1) Ag2S + 4NaCN → 2Na[Ag(CN)2] + Na2S.

Um das Gleichgewicht der ersten Reaktion zum Vorteil von Natriumdicyanoargentat(I) (Na[Ag(CN)2]) zu verschieben, wird Luft in die Lösung geblasen; das Natriumsulfid (Na2S) wird oxidiert:

(2) 2Na2S + 2O2 + H2O → Na2S2O3 + 2NaOH.

Anschließend wird durch Zugabe von unedlerem Zink das Silber ausgefällt und abfiltriert:

(3) 2Na[Ag(CN)2] + Zn → Na2[Zn(CN)4] + 2Ag.

Um Silber aus Bleierzen zu isolieren, kommt z. B. das Parkes-Verfahren zum Einsatz. Es nutzt die Tatsache, dass sich Blei und Zink bei Temperaturen unterhalb von 400 °C nicht miteinander mischen und Silber leichter in geschmolzenem Zink löslich ist als in geschmolzenem Blei. Silber und Zink verbinden sich zu einer Legierung, die sich von dem geschmolzenen Blei scheidet und einen leicht abzuschöpfenden Schaum bildet. Das Zink wird anschließend durch Destillation vom Silber getrennt. Aus Zinkerzen kann man Silber nach Vorbehandlung ebenfalls durch Destillation gewinnen. Bei der elektrolytischen Verarbeitung von Kupfererzen reichert sich Silber (auch Gold) im so genannten Anodenschlamm an. Dieser wird mit Schwefelsäure vom restlichen Kupfer und durch oxidierende Schmelzprozesse von anderen unerwünschten Produkten befreit.

Das in diesen Prozessen gewonnene Rohsilber wird üblicherweise auf elektrolytischem Weg gereinigt: Das Rohsilber wird zu etwa einen Zentimeter dicken Platten geformt und als Anode (siehe Elektrode) in ein Silbernitratbad gestellt; als Kathode dient eine Platte aus Feinsilber. Bei der Elektrolyse lösen sich Silberionen aus der Anode, wandern zur Kathode und scheiden sich dort als verästelte Silberkristalle ab. Die Kristalle werden kontinuierlich von der Kathode abgestreift und gesammelt.

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Verwendung

Seit alters wird Silber in Schmuck, Tischgeschirr (siehe Besteck; Metallarbeiten) und als Münzmetall verwendet. Dabei wird das Edelmetall gewöhnlich mit kleinen Mengen anderer Metalle (z. B. Kupfer, Palladium, Zink, Nickel) legiert, um es härter und beständiger zu machen. Oberflächen von Schmuckwaren, Bestecken oder elektrotechnischen Produkten lassen sich galvanisch mit Silber überziehen; diese Technik ist auch als Versilbern bekannt. In großem Maßstab wird Silber in den Schaltungsanordnungen elektrischer und elektronischer Bauteile eingesetzt. Verdünnte Lösungen von Silbernitrat (AgNO3) finden in der Medizin Anwendung. Die Halogenide Silberbromid, Silberchlorid und Silberiodid färben sich unter Lichteinwirkung dunkel und werden z. B. in der Photographie verwendet.

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Feinsilbergehalt

Der Silbergehalt in Legierungen, vor allem in Schmuck, wird heute in Promille (oder Prozent) angegeben. Eine nicht mehr gültige, aber manchmal noch anzutreffende Qualitätsangabe für Silberlegierungen ist die 16-teilige Lotskala (auch Loth-Skala). Reines oder Feinsilber hat demnach einen Silbergehalt von 16 Lot oder 1 000 Promille. Andere bekannte Silberlegierungen sind Sterlingsilber mit 14,8 Lot (925 Promille) und Tafelsilber mit 13,36 Lot (835 Promille).

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