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Windows Live® Suchergebnisse Jean ChrétienEnzyklopädieartikel
Jean Chrétien (*1934), 20. Premierminister von Kanada (1993-2003). Joseph Jacques Jean Chrétien wurde am 11. Januar 1934 in Shawinigan (Quebec) geboren. Nach Abschluss seines Jurastudiums trat Chrétien in die Politik ein. Ab 1963 war er Abgeordneter im Kanadischen Parlament; unter Premierminister Lester Pearson wurde er 1967 Minister. 1984 unterlag er bei seinem Versuch, die Führung der Liberalen zu übernehmen, seinem früheren Kabinettskollegen John Turner und gab in der Folge 1986 sein Abgeordnetenmandat und die aktive Politik vorübergehend auf. Nach Turners Rücktritt 1990 wurde Chrétien zum Vorsitzenden der Liberalen Partei gewählt. Zwischen 1990 und 1993 konzentrierte sich Chrétien auf den Wiederaufbau der Partei, die seit 1984 in der Opposition war. Bei den Wahlen von 1993 siegten Chrétien und seine Liberalen über die regierende Fortschrittlich-Konservative Partei mit überwältigender Mehrheit; Chrétien wurde Premierminister. Seit seinem Amtsantritt als Premierminister distanzierte sich Chrétien außenpolitisch etwas von den USA; innenpolitisch fuhr er den Umfang der jährlichen Staatsverschuldung zurück. Als Gegner der separatistischen Bewegung der Frankokanadier in Quebec sah sich Chrétien wachsenden Abspaltungsstimmungen in seiner Heimatprovinz konfrontiert; in einem Referendum entschied sich die Bevölkerung 1995 knapp gegen eine Autonomie der vorwiegend französisch sprechenden Provinzen Kanadas. Bei den um 18 Monate vorgezogenen Unterhaus-Wahlen am 2. Juni 1997 konnte Chrétiens Liberale Partei ihre absolute Mehrheit nur knapp verteidigen: Sie gewann mit 38,5 Prozent der abgegebenen Stimmen 155 der 301 Sitze und damit 19 Mandate weniger als bei den letzten Parlamentswahlen. Aus den darauf folgenden, wiederum vorgezogenen Neuwahlen vom 27. November 2000 gingen die Liberalen und Chrétien erneut als Sieger hervor, und zwar mit etwa 41 Prozent der Stimmen und 173 Mandaten weitaus deutlicher als 1997. Nach zehn Jahren als Premierminister leitete Chrétien im Herbst 2003 seinen Rückzug aus seinen Führungsämtern ein: In einem ersten Schritt gab er im November den Parteivorsitz an seinen innerparteilichen Rivalen Paul Martin ab, und im Dezember 2003 trat er als Premierminister zurück. Auch in diesem Amt folgte ihm Paul Martin nach.
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