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Neue Ökonomische Politik, russisch Nowaja Ekonomitscheskaja Politika, Abkürzung NEP, eine Politik der vorübergehenden wirtschaftlichen Liberalisierung in der Sowjetunion in den Jahren 1921 bis 1928. Durch die NEP sollte nach dem 1. Weltkrieg und mehreren Jahren Bürgerkrieg die Wirtschaft wieder belebt, die Lebensmittelproduktion gesteigert und das Wirtschaftswachstum gefördert werden. Bedingt durch den Bürgerkrieg und die harten Maßnahmen des Kriegskommunismus, einer Wirtschaftspolitik, in der Marktmechanismen durch eine zentralistische Wirtschaftsstruktur ersetzt wurden, hatte die Wirtschaft in Sowjetrussland einen Tiefpunkt erreicht und war nicht mehr in der Lage, auch nur die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen: 1920 war die Industrieproduktion auf unter ein Siebtel des vorrevolutionären Standes gesunken, und die beispiellos niedrigen Getreideernten 1920 und 1921 führten zu einer Hungersnot, der Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im März 1921 führte Wladimir I. Lenin, der Chef der sowjetischen Regierung, daher die NEP ein, um die Wirtschaft des Landes durch eine Liberalisierung in Handel, landwirtschaftlicher Produktion und Industrie wieder zu beleben und so die katastrophale Versorgungslage der Bevölkerung zu überwinden. Die Überschüsse in der landwirtschaftlichen Produktion wurden jetzt nicht mehr willkürlich und zwangsweise von der Regierung beschlagnahmt; unter der NEP war es den Bauern vielmehr gestattet, ihre Produkte nach Abführung einer Steuer, die sich proportional zu ihrem Nettoertrag bemaß, auf dem freien Markt zu verkaufen. Die Bauern durften außerdem Land pachten und Leiharbeiter beschäftigen, was beides unter dem Kriegskommunismus verboten gewesen war. Kleine und mittlere Industriebetriebe konnten privatisiert werden, Finanz- und Transportwesen, Schwerindustrie und Außenhandel verblieben aber im Besitz bzw. unter der Kontrolle des Staates. 1921 wurde an Stelle des Tausch-, Kontingentierungs- und Kommandosystems wieder Geld eingeführt. Unter der NEP erholte sich die sowjetische Wirtschaft schnell, und 1928 waren die Produktion in Landwirtschaft und Industrie und die Kapazitäten im Transportwesen höher als vor der Oktoberrevolution. Steigende Preise für Industriegüter veranlassten die Regierung dazu, Höchstpreise für nichtagrarische Produkte festzusetzen, um inflationäre Tendenzen in den Griff zu bekommen. Mitte der zwanziger Jahre senkte die Regierung die Preise für Getreide, so dass die Bauern ihre Produkte zurückhielten, weil sie auf einen Preisanstieg hofften. Eine Preisüberwachung bei Industrie- und Landwirtschaftsprodukten erwies sich jedoch als wirkungslos, da private Händler (so genannte Nepmen) Waren nach Angebot und Nachfrage kauften und verkauften. Jossif W. Stalin, der die Aktivitäten der Bauern und Nepmen als Bedrohung des sozialistischen Staates ansah, beendete 1928 die Phase der NEP und ersetzte sie durch eine streng zentralistische, durch Fünfjahrespläne gesteuerte Planwirtschaft, deren vorrangiges Ziel zunächst die rasche Industrialisierung der Sowjetunion war.
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