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Wilhelm Busch (1832-1908), eigentlich Heinrich Christian Wilhelm Busch, deutscher Schriftsteller, Zeichner und Maler. Bekannt wurde er mit teils sarkastischen, immer aber auch moralischen humoristischen Bildergeschichten wie Max und Moritz, Die fromme Helene oder Hans Huckebein, die als Vorläufer der modernen Comics gelten. Busch wurde am 15. April 1832 als ältestes von sieben Kindern in Wiedensahl (bei Hannover) geboren und wurde seit seinem neunten Lebensjahr von seinem Onkel, einem Pfarrer, in Ebergötzen bei Göttingen erzogen. Nach dem Abbruch seines Maschinenbaustudiums, das er auf Wunsch seines Vaters 1847 in Hannover begonnen hatte, absolvierte Busch von 1851 bis 1854 eine Ausbildung als Kunstmaler an den Akademien in Düsseldorf, Antwerpen und München, verdiente aber später nach heftigen Verrissen seitens der Kunstkritik seinen Lebensunterhalt fast ausschließlich als Zeichner witziger Bildfolgen für Illustrierte wie die Münchner Fliegenden Blätter. 1854 wurde Wilhelm Busch Mitglied des innovativen Kunstvereins Jung München. Nach dem Tod seiner Schwester 1858 befasste er sich ausgiebig mit anatomischen Studien. Seit 1865 publizierte er Beiträge in Zeitschriften wie Illustrierte Welt, Über Land und Meer und Bienenwirthschaftliches Centralblatt. 1869 veröffentlichte er Schnurrdiburr oder die Bienen; zeit seines Lebens spielte Busch mit dem Gedanken, als Bienenzüchter in der Fremde (namentlich in Brasilien) sein Auskommen zu verdienen. Der Plan einer Ausstellung seiner Aquarelle scheiterte immer wieder am Widerstand seines Verlegers Kaspar Braun, dem Busch die Rechte für Max und Moritz leichtsinnigerweise für 1 500 Goldmark abgetreten hatte. 1872 kehrte er zurück in seinen Geburtsort; in den folgenden Jahren entstanden zahlreiche seiner berühmten Bildgeschichten. 1898 zog Busch zu einem Neffen nach Mechtshausen (Harz). Hier starb er am 9. Januar 1908. Neben seinem berühmten zeichnerischen Werk hinterließ Busch mehr als 1 000 Aquarelle und Ölbilder, die er zeitlebens nicht an die Öffentlichkeit gebracht hatte und die erst in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts einem größeren Publikum bekannt wurden. Ihm zu Ehren wurde in Hannover das Wilhelm-Busch-Museum eingerichtet.
Buschs zweite und zugleich populärste Bilderfolge war die Lausbubengeschichte Max und Moritz (1865), die ein Jahr nach den Bilderpossen erschien und mit den berühmten Zeilen „Ach, was muss man oft von bösen / Kindern hören oder lesen” beginnt. Schon dort kommen die typischen Züge seiner zahlreichen, zwischen 1867 und 1884 meist im Jahresabstand erschienenen Bildergeschichten zum Vorschein. Knappe, pointierte Texte mit zum Teil grandios gesetzten Reimen und unkolorierte, ins Karikaturhafte verzerrte Bilder von drastischer Komik belegen Buschs kritische Haltung gegenüber den Schwächen und der verlogenen Moral seiner Mitmenschen. Insgesamt spricht trotz aller Komik hieraus eine zutiefst pessimistische Weltsicht, wie sie vielen großen Humoristen eigen ist. Besonders deutlich trat Buschs dunkler, niemals aber schwarzer, da immer an eine moralische Instanz geknüpfter Humor in Der heilige Antonius von Padua (1870) zutage, einer Satire auf den Katholizismus, die lange Zeit nicht publiziert werden durfte, oder in einer seiner berühmtesten Geschichten, Die fromme Helene (1872): „Hier sieht man ihre Trümmer rauchen. / Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen”. Eher harmlos-vergnüglich fielen die Bildergeschichten Hans Huckebein, der Unglücksrabe (1872), Fips der Affe (1879) und Plisch und Plum (1882) aus. Buschs Werk umfasst auch weniger bekannte Prosatexte wie Eduards Traum (1891) und mehrere Lyrikbände, darunter Kritik des Herzens (1874) und Zu guter Letzt (1904). Auch dort tritt seine skeptische Weltsicht zutage, die zum Teil auch auf die Lektüre Arthur Schopenhauers zurückging. Der enorme Erfolg seiner Bildergeschichten konnte Busch zeitlebens nicht darüber hinwegtrösten, dass er als Kunstmaler keine Anerkennung fand. Als Satiriker war Busch hingegen fast konkurrenzlos in seiner Epoche und hat stilbildend auf spätere Generationen gewirkt, wovon u. a. die politisch-satirische Wochenschrift Simplicissimus beredtes Zeugnis ablegt.
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